KI-Gigafabriken, Milliarden

KI-Gigafabriken: EU investiert 30 Milliarden gegen USA und China

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brüssel startet mit 30 Milliarden Euro Förderung für sieben KI-Rechenzentren, um die technologische Souveränität Europas zu stärken.

EU investiert 30 Milliarden Euro in sieben KI-Gigafabriken
Reihen glühender Server-Racks in einer modernen, hochtechnologischen KI-Rechenzentrumsanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission investiert 30 Milliarden Euro in sieben hochmoderne KI-Rechenzentren – und will so den Anschluss an die USA und China schaffen.

Europas Antwort auf das KI-Wettrüsten

Mit einem gewaltigen Kraftakt will Brüssel die technologische Lücke schließen. Sieben sogenannte Gigafabriken sollen entstehen – Rechenzentren der Extraklasse, die künstliche Intelligenz auf einem völlig neuen Niveau trainieren können. Die Gesamtinvestition von 30 Milliarden Euro teilt sich auf: Zehn Milliarden kommen aus öffentlichen Kassen, 20 Milliarden erwartet die Kommission von privaten Investoren.

Henna Virkkunen, zuständige Kommissarin, bezeichnete den Zugang zu Hochleistungsrechnern als „strategische Notwendigkeit" für Europa. Ohne eigene Kapasitäten drohe die Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen und chinesischen Anbietern.

Zwei Größenklassen geplant

Die Ausschreibung der Kommission sieht zwei Kategorien vor: vier kleinere und drei große Gigafabriken. Die kleineren Standorte sollen zwischen 25.000 und 75.000 KI-Chips beherbergen. Pro Einrichtung sind bis zu einer Milliarde Euro öffentliche Förderung vorgesehen.

Die drei großen Fabriken gehen deutlich weiter: Sie sind für 40.000 bis über 100.000 Chips ausgelegt. Hier könnten die Subventionen pro Standort auf bis zu zwei Milliarden Euro steigen. Im Betrieb sollen diese Zentren die vierfache Leistung heutiger EU-Rechenzentren liefern – und damit die gesamte Rechenkapazität der Union mehr als verdoppeln.

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Finanzierung steht noch auf wackligen Beinen

Die öffentlichen Mittel teilen sich EU und Mitgliedstaaten – jeweils rund fünf Milliarden Euro. Allerdings hängt der Großteil der Summe am nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), dem langfristigen EU-Budget. Bislang fest zugesagt sind nach unterschiedlichen Angaben nur ein bis zwei Milliarden Euro.

Immerhin: Das Interesse ist gewaltig. 76 öffentliche und private Einrichtungen haben bereits ihr Interesse bekundet. Und die Industrie steht bereit: Nvidia, AMD und Qualcomm haben Absichtserklärungen zur Lieferung der benötigten Hardware unterzeichnet.

Zehn Staaten im Rennen

Das EuroHPC Joint Undertaking managt das Mammutprojekt. Bewerbungsschluss ist der 12. November, die Gewinner sollen Anfang 2027 feststehen. Baubeginn ist noch im selben Jahr, der Betrieb soll Mitte 2028 anlaufen.

Zehn Mitgliedstaaten buhlen um die Standorte. Deutschland, Griechenland, Portugal, Italien und Spanien bewerben sich um die großen Fabriken. Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich und Polen zeigen Interesse an den kleineren Einheiten.

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Hürden bleiben

Die Initiative ist Teil des „KI-Kontinent-Aktionsplans" – dem Versuch, technologische Autonomie zu erreichen und Europas Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Diensten und Chip-Technologien zu reduzieren. Doch Analysten warnen vor einem gravierenden Standortnachteil: Die Stromkosten in der EU liegen zwei- bis dreimal höher als in den USA oder China. Ein Problem, das die Gigafabriken noch teurer machen könnte als ohnehin geplant.

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