KI-Gigafactory: Hochtief prüft Bewerbung mit Vodafone und mögliche Standorte
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Baukonzern Hochtief bereitet nach Informationen aus dem Bewerberfeld eine Bewerbung für eine europäische KI-Gigafactory vor. Wie das Handelsblatt berichtete, führt das Unternehmen bereits Verhandlungen mit mehreren potenziellen Kooperationspartnern, zu denen auch der Telekommunikationsanbieter Vodafone zählt. Parallel dazu prüft der Konzern gegenwärtig verschiedene mögliche Standorte für das Großprojekt.
Branchenberichten zufolge fassen Hochtief und Vodafone eine gemeinsame Einreichung für die Ausschreibung ins Auge. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht; beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zu den Bewerbungsplänen auf Anfrage ab.
Das Vorhaben zielt auf Rechenzentren ab, die mit mindestens 100.000 Spezialprozessoren ausgestattet werden sollen. Für derartige Großanlagen stellt die Europäische Union Förderungen von bis zu 1 Mrd. Euro je Anlage in Aussicht.
Auch auf Konzernebene zeichnen sich weitere Initiativen ab: Die Hochtief-Muttergesellschaft ACS bereitet laut dem Handelsblatt ebenfalls ein Konsortium vor. Der spanische Infrastrukturkonzern plane einen gemeinsamen Vorstoß mit dem Telekommunikationskonzern Telefónica und der Bank Santander.
Großoffensive für europäische Rechenkapazitäten
Hintergrund der Initiativen ist ein umfassendes Vergabeverfahren der EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde hat Bewerbungen für den Aufbau von bis zu 7 KI-Gigafactories eröffnet, um ein europaweites Netz von Supercomputing-Anlagen zu etablieren. Dadurch sollen Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen in Europa direkten Zugang zu souveräner Recheninfrastruktur und massiven Rechenkapazitäten erhalten.
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Finanziell ist das Großprogramm auf mehr als 30 Mrd. Euro ausgelegt: Zu 10 Mrd. Euro an öffentlichen Fördermitteln sollen mindestens 20 Mrd. Euro an privaten Investitionen hinzukommen. Unternehmen und Konsortien bleibt für die Vorbereitung ihrer Konzepte nur wenig Zeit. Die Bewerbungsfrist für die staatlichen Beihilfen läuft am 3. Dezember ab.
Einbettung in das Technologie-Souveränitätspaket
Die Pläne zur Errichtung der Hochleistungsrechenzentren flankieren eine Reihe strategischer Vorhaben der Europäischen Union. So legte die EU-Kommission ein Technologie-Souveränitätspaket vor, das unter anderem den Chips Act 2.0 sowie den Cloud and Artificial Intelligence Development Act umfasst.
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Ziel der Gesetzgebungsinitiativen ist es, kritische Technologien abzusichern und unabhängig weiterzuentwickeln. Die Maßnahmen reichen dabei vom Ausbau der Halbleiterfertigung über die Bereitstellung sicherer Cloud-Systeme bis hin zu Initiativen, um Fachkräfte aus dem KI-Bereich innerhalb der Union zu binden.
Die Dringlichkeit dieser Infrastrukturinvestitionen unterstrich zuletzt auch der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. Er warnte davor, dass ein Verlust des Anschlusses bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz gravierende wirtschaftliche Folgen hätte und einer Abkopplung vom US-Finanzsystem gleichkäme.
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