KI-GPUs, B300-Mieten

KI-GPUs: B300-Mieten steigen um 106 Prozent, Token-Preise fallen

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
a16z meldet steigende GPU-Mietkosten und sinkende Token-Preise; CoreWeave verlor in derselben Woche 25,2 Prozent.
Weitläufige, leer wirkende Industriehalle mit dunklen Server-Racks in einer kühlen, gedimmten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem Markt für Rechenkapazitäten zur Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnet sich eine wachsende Schere zwischen den Kosten für Hardware und den Erlösen aus Sprachmodellen.

Laut Berichten der Analysten Moses Sternstein und Alex Danco von der Risikokapitalgesellschaft a16z steigen die Mietpreise für Hochleistungs-Grafikprozessoren seit Mitte Juli spürbar an, während die durchschnittlichen Token-Preise zeitgleich um 58 Prozent eingebrochen sind.

Schere zwischen Hardwarekosten und Token-Preisen

Nach Erhebungen von a16z verteuerten sich die Mietkosten für B300-Grafikprozessoren um 106 Prozent. Für B200-Systeme kletterten die Mietraten um 66 Prozent, während für Modelle der H100-Reihe ein Anstieg von 17 Prozent gemessen wurde.

Nach den am 30. Oktober 2026 von a16z veröffentlichten Auswertungen sind die durchschnittlichen Token-Preise seit Mai um 67 Prozent gefallen, wohingegen die Ausgaben für Token um 120 Prozent zulegten.

Als wesentliche Treiber für diese Entwicklung führt die Beteiligungsgesellschaft den offenen Wettbewerb und aggressive Preissenkungen der Modellanbieter an.

Zur Beschreibung der Differenz zwischen Input- und Output-Preisen verweist a16z auf das Konzept des sogenannten Rack Spread, angelehnt an den Crack Spread der Ölbranche. Dabei handele es sich ausdrücklich nicht um eine Kennzahl für die Nettomarge. Analyst Moses Sternstein gab zudem zu bedenken, dass die vorliegenden Datensätze nur einen Teil der realen Nachfrage abbilden.

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Spotmärkte und Rechenzentrumsbetreiber unter Druck

Auf den Handelsplätzen spitzt sich die Lage bei kurzfristig verfügbarer Rechenleistung zu. Für Nvidia-B200-Einheiten stiegen die On-Demand-Mietpreise in der vergangenen Handelswoche um 12,9 Prozent auf einen Höchststand von 8,54 US-Dollar pro GPU-Stunde auf der Ornn Exchange. Beim Anbieter Nebius haben sich die Spotpreise für identische B200-Hardware in den letzten sieben Tagen mehr als verdreifacht.

Das Unternehmen hatte die On-Demand-Preise zum 1. Oktober 2026 bereits breitflächig angehoben: für B300-Chips um 21 Prozent von 7,85 auf 9,50 US-Dollar pro Stunde, für B200 um 20 Prozent, für H200 um 19 Prozent sowie für H100 um 17 Prozent.

Auf Unternehmensseite sorgt die Preisdynamik für Verwerfungen. Die Aktie des Cloud-Anbieters CoreWeave verzeichnete in derselben Woche ein Minus von 25,2 Prozent. Bei dem Unternehmen entfielen 98 Prozent der Umsätze im zweiten Quartal auf Festpreisverträge, während ein Auftragsbestand von 104 Milliarden US-Dollar größtenteils erst nach Mitte 2028 umsatzwirksam wird.

Citadel-Analyst Frank Flight erläuterte, dass die Terminpreise für Nvidia H100 trotz niedrigerer Raten bei längeren Laufzeiten stabil bleiben, was die Preissetzungsmacht der Anbieter knapper Kapazitäten unterstreiche. Social Capital bezifferte den Preisanstieg bei H100-Mieten seit Dezember auf 45 Prozent.

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Margendruck bei KI-Labs und neue Absicherungsinstrumente

Die Verschiebung der Kostenstrukturen spiegelt sich auch bei führenden KI-Entwicklern wider. Gavin Baker von Atreides Management bestätigte im Zusammenhang mit dem Börsenzulassungsprospekt von Anthropic, dass der Umsatz je Compute-Dollar im zweiten Quartal bei 2,08 US-Dollar lag – nach 0,40 US-Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis nach GAAP-Standard belief sich auf 974 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 8 Prozent.

Angesichts der Volatilität etablieren sich neue Finanzderivate. Die CME Group hat Futures auf die Mietkosten von Nvidias H100 und B200 beantragt; die behördliche Prüfung wurde bis zum 9. November verlängert.

Auch das Krypto-Protokoll Injective startete unbefristete Terminkontrakte auf Basis eines Index für fünf Nvidia-Grafikprozessoren. Gleichzeitig warnte das Marktforschungsunternehmen Gartner im Oktober davor, dass über 80 Prozent der spezialisierten Neocloud-Anbieter bis zum Jahr 2030 nicht mehr eigenständig operieren könnten.

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