KI-Infrastruktur, Frankreich

KI-Infrastruktur: Frankreich sichert sich 75-Milliarden-Deal mit SoftBank

04.07.2026 - 20:04:42 | boerse-global.de

Milliardenschwere KI-Deals mit SoftBank und Amazon treiben Frankreich und Indien an, während Großbritanniens Stargate-Projekt scheitert.

KI-Investitionen: Frankreich und Indien überholen Großbritannien
KI-Infrastruktur - Futuristische Pariser Skyline bei Nacht mit digitalen neuronalen Pfaden, die Wahrzeichen verbinden, und angedeuteter KI-Infrastruktur im Vordergrund. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Frankreich und Indien mit milliardenschweren Investitionsabkommen von SoftBank, Amazon und Google punkten, droht Großbritannien den Anschluss zu verlieren.

Macron und Modi setzen auf Direktdiplomatie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Indiens Premierminister Narendra Modi haben persönlich die Strippen gezogen. Das Ergebnis: Investitionszusagen in Rekordhöhe für Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. Macron einigte sich mit SoftBank-Gründer Masayoshi Son auf ein 75 Milliarden Euro schweres Abkommen zum Bau von 5 Gigawatt Datenzentrum-Kapazität in Frankreich. Die erste Phase umfasst 3,1 Gigawatt bis 2031 – Kostenpunkt: rund 45 Milliarden Euro. Der Deal ist das Ergebnis direkter Gespräche zwischen Macron und Son, nachdem der französische Präsident bereits im Juni 2026 beim G7-Gipfel führende KI-Manager empfangen hatte.

Parallel dazu sicherte sich Modi die Zusage von Amazon-Chef Andy Jassy: 48 Milliarden Euro fließen bis 2030 nach Indien, davon 21 Milliarden Euro gezielt in KI- und Cloud-Infrastruktur. Hinzu kommen heimische Großprojekte: Reliance investiert umgerechnet 110 Milliarden Euro, Google weitere 15 Milliarden Euro. Am 3. Juli 2026 vertieften Indiens Finanzministerin Nirmala Sitharaman und Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure die Zusammenarbeit bei einem Wirtschafts- und Finanzdialog in Aix-en-Provence – mit Fokus auf resiliente Lieferketten und kritische Rohstoffe.

Kapitalströme in Milliardenhöhe

Der Hunger nach KI-Infrastruktur treibt die Finanzmärkte um. Der Datenzentrum-Entwickler Crusoe verhandelt über eine Kapitalspritze von rund drei Milliarden Euro bei einer Bewertung von 30 Milliarden Euro. Das Unternehmen baut Anlagen für Microsoft, Oracle, Meta und OpenAI – auf seinem 1,2-Gigawatt-Campus in Abilene sind bereits zwei von acht Gebäuden in Betrieb.

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Noch größer dimensioniert: Der in Abu Dhabi ansässige KI-Fonds MGX schloss seinen ersten Fonds mit 49 Milliarden Euro ab – vier Milliarden mehr als ursprünglich geplant. MGX beteiligte sich an milliardenschweren Finanzierungsrunden für Anthropic, OpenAI und xAI. Zudem kaufte der Fonds den Betreiber Aligned Data Centres und investiert 8,7 Milliarden Euro in einen 3-Gigawatt-KI-Campus in Paris.

Im Software-Bereich sammelte Together AI am 1. Juli 2026 in einer Series-C-Runde 800 Millionen Euro ein – bei einer Bewertung von 8,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen meldet Jahresbuchungen von über 1,15 Milliarden Euro und präsentierte eine neue Inferenz-Engine, die 500 Tokens pro Sekunde bei Open-Source-Modellen verarbeitet.

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Großbritannien: Stargate-Projekt auf Eis

Während Frankreich und Indien durchstarten, erlebt Großbritannien einen herben Rückschlag. OpenAI legte sein "Stargate UK"-Projekt im April 2026 auf Eis. Hauptgrund: Die Stromkosten in Großbritannien liegen schätzungsweise viermal höher als in den USA. Auch die unklare Rechtslage zum Urheberrecht in der KI-Entwicklung wurde als Problem genannt.

Eine Untersuchung förderte zudem zutage: OpenAI hatte vor dem Stopp nie einen Standortbesuch für das geplante Projekt durchgeführt. Von den ursprünglich diskutierten 30 Milliarden Pfund Investitionen waren nur zehn Milliarden substanziiert – der Rest galt als spekulativ. Britische Regierungsvertreter widersprechen der offiziellen Begründung und vermuten finanzielle Probleme hinter der Entscheidung. Die Folgen sind bereits spürbar: Nscale, ein Partner des Projekts, lenkte eine Investition von 695 Millionen Euro nach Portugal um.

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