KI-Investitionen: Tech-Konzerne planen 800,6 Milliarden Dollar für 2026
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 21:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deAn den globalen Aktienmärkten hat eine breite Verkaufswelle eingesetzt. Auslöser waren wachsende Sorgen von Investoren über die massiven Infrastrukturausgaben der führenden Technologiekonzerne im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Der technologielastige Nasdaq 100 verzeichnete mit einem Minus von 4,2 Prozent seinen schwächsten Handelstag seit Mitte Juni und büßte an einem einzigen Tag rund eine Billion US-Dollar an Marktwert ein.
Der Nasdaq Composite gab um 2,61 Prozent auf 25.500,67 Punkte nach. Auch der marktbreite S&P 500 verlor 1,61 Prozent auf 7.595,93 Zähler, während der Dow Jones um 0,73 Prozent auf 51.957,95 Punkte sank.
International gerieten die Indizes ebenfalls unter Druck: Der MSCI-Weltindex verlor 1,4 Prozent auf 1.117,00 Zähler, der europäische STOXX 600 sank um 0,46 Prozent und der südkoreanische Kospi büßte 3,5 Prozent auf 5.730,74 Punkte ein.
Im gesamten Monat Oktober belief sich das Minus des Nasdaq 100 auf 5,8 Prozent, was einem monatlichen Wertverlust von mehr als zwei Billionen US-Dollar entspricht.
Belastete Cashflows bei den Branchenriesen
Die Furcht vor ausufernden Investitionsbudgets spiegelte sich in den Zwischenberichten der Technologiekonzerne wider. Meta, Alphabet, Oracle, Amazon und Microsoft veranschlagen für das Jahr 2026 gemeinsame Ausgaben in Höhe von 800,6 Milliarden US-Dollar.
Bei Amazon bezifferte CEO Jassy die Investitionsausgaben für 2026 auf rund 220 Milliarden US-Dollar und stellte für 2027 noch deutlich höhere Summen in Aussicht. Die Aktie verlor nach den Zahlen zwischen 1 und 2,6 Prozent, nachdem der freie Cashflow über einen Zwölfmonatszeitraum mit minus 42,4 Milliarden US-Dollar das zweite Quartal in Folge negativ ausfiel.
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Alphabet musste am 29. Oktober einen historischen Tagesverlust von rund 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert hinnehmen, als die Aktie nach einem schwachen Suchwerbegeschäft um 12 bis 13 Prozent einbrach; am 30. Oktober folgten weitere Abschläge von rund 2 Prozent.
Im Septemberquartal wies das Unternehmen einen negativen freien Cashflow von 9,07 Milliarden US-Dollar aus, plant für 2026 jedoch Investitionen von bis zu 205 Milliarden US-Dollar.
Meta verzeichnete im gleichen Zeitraum einen negativen freien Cashflow von 2,12 Milliarden US-Douglas, plant Kapitalmaßnahmen im Umfang von 95 bis 97,5 Milliarden US-Dollar und rechnet für 2026 mit Investitionsausgaben von bis zu 145 Milliarden US-Dollar.
Die Meta-Aktie gab um 7 Prozent nach. Microsoft blieb als einziger Hyperscaler mit 18,63 Milliarden US-Douglas beim freien Cashflow im positiven Bereich, verzeichnete jedoch einen Rückgang um 27 Prozent und plant die Aufnahme von rund 25 Milliarden US-Dollar über eine Anleihe.
Historischer Einbruch bei Halbleiterwerten
Besonders stark traf der Ausverkauf den Halbleitersektor: Der Philadelphia Semiconductor Index verlor je nach Abgrenzung 7 bis 9 Prozent. Intel stürzte um 29 bis 31 Prozent ab und erlebte damit den schwächsten Handelstag seit 1974. Neben der Warnung vor einem negativen Cashflow für 2026 und einer gedämpften Prognose für das Schlussquartal verwies CEO Tan auf Lieferkettenprobleme und Speicherknappheit.
Zudem belastet eine Explosion am Fabrikstandort in Israel das Unternehmen mit rund 600 Millionen US-Dollar Umsatzausfall über zwei Quartale. Die US-Regierung verlor als größter Intel-Aktionär mit einem Anteil von 10 Prozent rund 12 Milliarden US-Dollar an Buchwert.
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Auch andere Chiphersteller verbuchten deutliche Verluste: AMD, ARM, Qualcomm und Marvell fielen um jeweils 12 Prozent oder mehr, SanDisk gab um 15,86 Prozent nach.
Zweifel an langfristiger Rentabilität
Marktbeobachter mahnten angesichts der Ausgabenspirale zur Vorsicht. Das Marktforschungsunternehmen Gartner warnte, dass mehr als 3,5 Billionen US-Dollar der bis Ende 2030 getätigten Infrastrukturausgaben für künstliche Intelligenz potenziell wertgemindert seien, da für eine tragfähige Rendite kumulierte Einnahmen von rund 8,5 Billionen US-Dollar erforderlich wären.
Kapital floss unterdessen in andere Anlageklassen: Während Anleger vereinzelt in defensive Titel wie Procter & Gamble sowie Berkshire Hathaway umschichteten, legten Staatsanleihen deutlich zu. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere sank um 4,36 Basispunkte auf 4,945 Prozent. Bei den Rohstoffen verteuerte sich US-Rohöl um 2 Prozent auf 104,09 US-Dollar je Barrel, während Gold um 3 Prozent auf 3.901,83 US-Douglas je Unze nachgab.
