KI-Jobkrise, BeschÀftigung

KI-Jobkrise: BeschÀftigung von Berufseinsteigern um 11% gesunken

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BeschÀftigung unter 25-JÀhrigen in KI-Berufen sinkt um 11 Prozent, wÀhrend erfahrene KrÀfte profitieren. Gehaltsprognosen fallen.

KI-Studie: Junge Berufseinsteiger verlieren zunehmend gegen erfahrene FachkrÀfte
Ein junger BerufstĂ€tiger arbeitet an einem Laptop in einer modernen Produktionshalle eines deutschen MittelstĂ€ndlers. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung des Stanford Digital Economy Lab zeigt eine wachsende Kluft auf dem deutschen Arbeitsmarkt infolge der zunehmenden Verbreitung Künstlicher Intelligenz (KI). Die Analyse verdeutlicht, dass insbesondere die Altersgruppe der 22- bis 25-Jährigen von den technologischen Veränderungen betroffen ist.

In Berufen mit hoher KI-Exposition sank die Beschäftigung dieser Altersgruppe seit der Einführung von ChatGPT im November 2022 um 11 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten Berufe mit geringer KI-Betroffenheit im gleichen Zeitraum einen Beschäftigungsanstieg von 10 Prozent unter jungen Fachkräften.

Die daraus resultierende Kluft von 19 Prozent hat sich gegenüber dem Sommer 2025, als sie noch bei 15 Prozent lag, weiter vergrößert. Während die Gesamtbeschäftigung laut Daten der Jahre 2021 bis Mitte 2026 um 6 Prozent stieg, blieb das Wachstum in KI-intensiven Berufen mit 4 Prozent dahinter zurück.

Analysten beobachten dabei eine Verschiebung der Marktchancen: Während erfahrene Beschäftigte von der KI-Entwicklung profitieren können, geraten Berufseinsteiger zunehmend unter Druck.

Sinkende Erwartungen bei Einstiegsgehältern

Die Auswirkungen spiegeln sich auch in den Gehaltsprognosen der Unternehmen wider. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts unter mehr als 3.000 Unternehmen erwarten 50,8 Prozent der Firmen sinkende Löhne für akademische Berufseinsteiger mit weniger als fünf Jahren Erfahrung.

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Bei jungen Fachkräften ohne Studium teilen 48,3 Prozent der Arbeitgeber diese Einschätzung. Zum Vergleich: Bei Beschäftigten mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung rechnen lediglich 37,5 Prozent der Unternehmen bei Akademikern und 40,4 Prozent bei Nicht-Akademikern mit sinkenden Bezügen.

Besonders deutlich zeigen sich diese Tendenzen im Dienstleistungssektor, wo 53,3 Prozent der Firmen von niedrigeren Einstiegsgehältern ausgehen. Im Handel liegt dieser Wert bei 47,9 Prozent, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 Prozent und der Baubranche mit 39 Prozent.

Ergänzend dazu berichtet die DZ Bank, dass sich die Zahl der arbeitslosen Unter-30-Jährigen mit Universitätsabschluss zwischen 2022 und 2025 mehr als verdoppelt hat, wobei auch Fachrichtungen wie Informatik und Ingenieurwesen betroffen sind.

Internationaler Trend belastet Nachwuchskräfte

Die Entwicklung in Deutschland deckt sich mit internationalen Beobachtungen. Die Bank of Korea beziffert den Anteil der weggefallenen Jugend-Jobs in KI-exponierten Branchen auf 94 Prozent der insgesamt 295.000 verlorenen Stellen in der Altersgruppe von 15 bis 29 Jahren.

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Laut Goldman Sachs Research ist das Jobwachstum in KI-exponierten Sektoren seit der zweiten Jahreshälfte 2022 generell geschwächt. Einstiegspositionen seien demnach dreimal stärker vom negativen Beschäftigungseffekt betroffen als Stellen für erfahrene Kräfte. In Deutschland liege die Beschäftigung in Callcentern bereits um 27 Prozent unter dem langjährigen Trend.

Eine Harvard-Studie untermauert diesen Strukturwandel: Während Stellenanzeigen für automatisierbare Berufe nach dem Start von ChatGPT um 13 Prozent zurückgingen, stieg die Nachfrage nach Berufen, die durch KI ergänzt werden, um 20 Prozent.

Trotz dieser Verschiebungen warnen Wirtschaftsexperten vor Pessimismus. Eine Vertreterin der Universität Würzburg erklärte, dass keine Massenarbeitslosigkeit durch KI zu erwarten sei. Auch der Chefökonom von OpenAI betonte, dass KI die Nachfrage nach Arbeit insgesamt erhöhen könne.

Produktivitätsgewinne und wirtschaftliche Potenziale

Dass der Einsatz von KI zu massiven Effizienzsteigerungen führt, zeigt das Beispiel des Unternehmens Stadler, wo 85 Prozent der Belegschaft KI-Tools nutzen und Aufgaben dadurch zweieinhalbmal schneller erledigen. Eine Studie von McKinsey beziffert das zusätzliche Wachstumspotenzial für die Wirtschaft auf 770 Milliarden Euro.

Bis zum Jahr 2030 könnten demnach 59 Prozent der Arbeitsstunden automatisiert werden, wobei jedoch 86 Prozent der heutigen Tätigkeiten relevant bleiben. Ein jährliches BIP-Wachstum von bis zu 2,6 Prozent sei durch KI möglich, während ohne diese technologischen Fortschritte eine jährliche Schrumpfung von 0,7 Prozent drohen könnte.

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