KI-Markt: OpenAI und Anthropic als Achillesferse des Booms
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Investor Steve Eisman hat in einer aktuellen Analyse vor den erheblichen Konzentrationsrisiken innerhalb der Branche der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. Er bezeichnete die Unternehmen OpenAI und Anthropic als die potenzielle Achillesferse des derzeitigen Marktaufschwungs.
Nach EinschÀtzung von Eisman generieren diese beiden Startups derzeit etwa 70 Prozent der KI-bezogenen UmsÀtze der Technologieriesen Microsoft, Amazon, Google und Oracle.
Massive Umsatzkonzentration bei Cloud-Anbietern
Die AbhĂ€ngigkeit der groĂen Cloud-Betreiber von OpenAI und Anthropic verdeutlicht laut Eisman auch deren Anteil am gesamten Cloud-Umsatz der sogenannten Hyperscaler. Dieser liege SchĂ€tzungen zufolge bei 25 bis 35 Prozent.
Ein aktueller Bericht des Analysehauses Jefferies unterstreicht diese Entwicklung mit detaillierten Zahlen fĂŒr das zweite Quartal 2026. Demnach beliefen sich die Cloud-UmsĂ€tze von Microsoft, Google und Amazon in diesem Zeitraum auf insgesamt 126 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Besonders deutlich wird die Position der beiden KI-Entwickler bei der Betrachtung einzelner Plattformen. Laut Jefferies machen OpenAI und Anthropic rund 45 Prozent des Umsatzes von Google Cloud aus. Bei Microsoft Azure entfallen etwa 25 Prozent auf diese Partner, wÀhrend der Anteil bei Amazon Web Services (AWS) mit rund 6 Prozent deutlich geringer ausfÀllt.
Noch prĂ€gnanter zeigt sich die Bindung im Auftragsbestand: Jefferies berichtet, dass OpenAI und Anthropic fĂŒr 45 bis 50 Prozent der AuftrĂ€ge bei Amazon, 40 Prozent bei Google und zwischen 30 und 40 Prozent bei Microsoft verantwortlich zeichnen.
Finanzielle Belastungen und BewertungssprĂŒnge
WĂ€hrend die technologische AbhĂ€ngigkeit von wenigen KI-Anbietern wĂ€chst, entstehen durch die Integration dieser neuen Tools auch komplexe Sicherheitsrisiken fĂŒr Unternehmen. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyber-Bedrohungen Unternehmer im Zeitalter von KI jetzt kennen mĂŒssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern
Parallel zu den steigenden UmsĂ€tzen wachsen die Investitionsausgaben der fĂŒhrenden Technologiekonzerne massiv an. Jefferies meldet fĂŒr Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta im zweiten Quartal 2026 Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von insgesamt 165 Milliarden US-Dollar.
Dem steht ein Free Cashflow von lediglich 7 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. FĂŒr das dritte Quartal 2026 prognostizieren die Analysten sogar einen negativen Free Cashflow von minus 12 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser finanziellen Anspannung setzen die KI-Startups ihr Wachstum fort. OpenAI konnte seinen annualisierten Umsatz Mitte August auf ĂŒber 40 Milliarden US-Dollar steigern, was einer Verdopplung gegenĂŒber dem Stand Ende 2025 entspricht. Das monatliche Wachstum lag zuletzt im Juli bei ĂŒber 20 Prozent.
Anthropic bereitet sich unterdessen auf einen möglichen Börsengang vor. Ein IPO im Oktober 2026 wird am Markt mit einer Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar erwartet.
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Auf SekundÀrmÀrkten wird das Unternehmen bereits mit bis zu 1,5 Billionen US-Dollar (ca. 1,3 Billionen Euro) bewertet, wobei die Aktienkurse dort allein innerhalb eines Monats um 25 Prozent gestiegen sind. Zum Vergleich: Ende May 2026 lag die Bewertung im Rahmen einer Finanzierungsrunde noch bei 965 Milliarden US-Dollar.
Wachsende Risiken durch Wettbewerb und Marktskepsis
Neben der hohen Marktkonzentration sieht Steve Eisman eine Bedrohung durch aufstrebende Konkurrenz aus China. Insbesondere Modelle wie Kimi K3 sowie chinesische Open-Weight-Modelle könnten einen Preiskampf auslösen, der das derzeitige Duopol von OpenAI und Anthropic gefÀhrdet.
Andere Marktbeobachter Ă€uĂern sich noch kritischer. Ed Zitron verglich die Rolle von OpenAI im aktuellen Marktumfeld mit der Situation von Lehman Brothers vor der Finanzkrise. Auch auf dem Aktienmarkt mehren sich die Anzeichen fĂŒr eine defensivere Haltung professioneller Akteure.
So hat der Investor Michael Burry Positionen gegen Nvidia und weitere Halbleiterwerte aufgebaut. Die Nvidia-Aktie notierte zuletzt bei 225,3 US-Dollar, wĂ€hrend das Unternehmen eine Finanzierungsvereinbarung ĂŒber 500 Milliarden US-Dollar mit mehreren Vermögensverwaltern abgeschlossen hat.
