KI-Missbrauch, Millionen

KI-Missbrauch: 2,5 Millionen Betrugs-SMS in zwei Wochen

13.06.2026 - 19:10:45 | boerse-global.de

Google reicht erste US-Klage wegen KI-gestĂŒtzter Phishing-Kits ein. Weltweit steigen SchĂ€den durch Deepfake-Betrug drastisch.

Google verklagt chinesisches Netzwerk wegen KI-Phishing-Angriffen
KI-Missbrauch - A shadowy figure in a hoodie typing on a laptop, surrounded by digital code, symbolizing cybercrime and AI scams. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Tech-Konzerne und Strafverfolger schlagen gemeinsam gegen eine neue Welle hochprofessioneller IdentitĂ€tstĂ€uschungen zurĂŒck.

Google hat am Freitag eine Zivilklage gegen ein in China ansĂ€ssiges CyberkriminalitĂ€tsnetzwerk namens „Outsider Enterprise" eingereicht. Es ist die erste Klage in den USA, die den Missbrauch von Googles KI-System Gemini fĂŒr Phishing-Angriffe thematisiert. Die Netzwerke sollen mit Hilfe der KĂŒnstlichen Intelligenz 131 Phishing-Kits entwickelt haben, die ĂŒber 1,5 Millionen schĂ€dliche Internetadressen und rund 9.000 betrĂŒgerische Webseiten generierten. Allein in zwei Wochen im Mai 2026 verschickte die Gruppe rund 2,5 Millionen Betrugsnachrichten. Android-Nutzer hatten zuvor 55.000 verdĂ€chtige SMS gemeldet. Google koordiniert sein Vorgehen mit dem FBI und den großen US-Telekommunikationsanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon.

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Singapur und VAE melden Millionenverluste

Die Behörden in Singapur schlugen am Samstag gleich doppelt Alarm. Sie warnten vor Betrugsmaschen, bei denen sich Kriminelle als Microsoft oder lokale Banken ausgeben. Seit Februar 2026 wurden mindestens zehn FĂ€lle von Microsoft-IdentitĂ€tsdiebstahl registriert – der Gesamtschaden ĂŒbersteigt umgerechnet 1,1 Millionen Euro. Die TĂ€ter nutzen dabei Pop-up-Fenster und Fernwartungssoftware, um an Kontodaten zu gelangen.

Parallel dazu warnt das Finanzministerium des Stadtstaates vor gefĂ€lschten Nachrichten an Haushalte, die Anspruch auf staatliche Gutscheine im Wert von umgerechnet rund 340 Euro haben. Die BetrĂŒger verschicken SMS und WhatsApp-Nachrichten, um BankzugĂ€nge abzugreifen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten warnen Cybersicherheitsexperten vor einer Zunahme von Anrufmanipulationen. Die TĂ€ter nutzen persönliche Daten aus unterschiedlichen Quellen fĂŒr maßgeschneiderte Angriffe – selbst Anrufe von offiziellen Botschaften werden vorgetĂ€uscht.

US-Behörden schlagen Alarm

Die US-Einwanderungsbehörde USCIS warnte im Juni vor einer Welle betrĂŒgerischer Anrufe. Kriminelle geben sich als Beamte aus und drohen mit Abschiebung oder Verhaftung, wĂ€hrend sie sofortige Zahlungen fordern. Die Behörde stellte klar: Sie verlangt niemals Geld am Telefon.

In New Jersey nahm die Polizei einen 54-JĂ€hrigen fest, der sich als Mitarbeiter der US-Verbraucherschutzbehörde FTC ausgab und eine Frau um ihr Erspartes brachte. In North Carolina warnten die Behörden vor einem wiederauflebenden „Geschworenenpflicht-Betrug", bei dem Anrufer angeblich Strafzahlungen fĂŒr versĂ€umte Gerichtstermine fordern. In Florida verschicken Kriminelle gefĂ€lschte E-Mails im Namen von Kreisbehörden und verlangen Zahlungen fĂŒr angebliche Genehmigungen und Inspektionen.

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Die US-Handelsbehörde FTC beginnt derweil mit der RĂŒckerstattung von umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro an etwa 2.000 Hausbesitzer, die Opfer eines betrĂŒgerischen Hypothekenhilfsprogramms wurden.

KI und Deepfakes treiben Schadenssummen in die Höhe

Die neuseelĂ€ndische Finanzmarktaufsicht beziffert die SchĂ€den durch KI-gesteuerte Deepfake-BetrĂŒgereien auf umgerechnet rund 240 Millionen Euro – allein in den zwölf Monaten bis November 2025. Im April 2026 identifizierten Ermittler innerhalb von nur 24 Stunden 110 betrĂŒgerische Anzeigen auf den Plattformen von Meta.

Auch die Verlagswelt bleibt nicht verschont. Eine FBI-Ermittlung fĂŒhrte zu Festnahmen im Zusammenhang mit einem 40 Millionen Euro schweren Betrug, bei dem ĂŒber 800 Autoren geschĂ€digt wurden. Die TĂ€ter nutzten KI, um personalisierte Werbeschreiben zu erstellen. Die SchĂ€den fĂŒr einzelne Selfpublisher liegen zwischen 4.500 und 90.000 Euro.

Cybersicherheitsexperten von BrandShield warnen zudem vor tausenden gefĂ€lschten Webseiten und Phishing-Nachrichten wĂ€hrend großer Sportereignisse wie den NBA-Finals oder der Fußball-Weltmeisterschaft. Die TĂ€ter locken mit gefĂ€lschten Fanartikeln und fingierten Zahlungsproblemen.

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