KI-Nutzung: Zugang um 50% gestiegen, doch nur 16% transformieren wirklich
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 02:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Analysen zeigen: Technologische Reife und operative Umsetzung entscheiden zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Dabei rücken auch Auswirkungen auf den Transaktionsmarkt und die organisatorische Transformation in den Fokus.
Rekordvolumen im M&A-Markt
Der globale M&A-Markt verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2026 ein Rekordvolumen von rund 2,8 Billionen US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber: der technologische Wandel. Branchenexperten beobachten etwa im Bereich Bau- und Immobilientechnologie (PropTech und ConTech) seit Mai eine wiederkehrende Dynamik bei Transaktionen.
Beratungshäuser wie FOSTEC & Company oder Fortlane Partners richten ihre Dienstleistungen verstärkt auf die digitale Reife von Zielunternehmen aus. Im Fokus stehen spezialisierte Prüfverfahren wie Technology, Data & AI Due Diligence. Auch große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bauen ihre Kapazitäten aus. Für den Standort Zürich werden etwa spezialisierte Manager gesucht, die technologische Synergieanalysen und Carve-out-Prozesse begleiten.
KI als strategische Infrastruktur
In der Fertigungsindustrie gilt KI zunehmend als strategische Infrastruktur für Produktion, Lieferketten und Service. Ein Fachbeitrag von EY unterstreicht: Unternehmen müssen ihre operative Realität aktiv gestalten, um nicht von externen Technologie-Ökosystemen verdrängt zu werden. Trends wie Agentic AI und Smart Manufacturing prägen die Agenda 2026.
Die Relevanz dieser Investitionen belegen Daten des VDI: Über 80 Prozent der Hersteller befürchten, ohne gezielte Technologieinvestitionen weniger als drei Jahre am Markt bestehen zu können. Gleichzeitig zeigt eine Deloitte-Erhebung: Das Vertrauen in bestehende Prognosen, etwa bei der Bestandsplanung, liegt bei mageren 35 Prozent.
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Spezialisierte Lösungen wie der KI-Assistent MIKA AI des SAP-Partners BDF EXPERTS sollen diese Lücken schließen. Das System berechnet Szenarien auf Basis von Rohstoffpreisdaten der Weltbank – die finale Freigabe erfolgt aber weiterhin durch Menschen. Auch im Gesundheitswesen forcieren Institutionen wie das Fraunhofer IPA den Einsatz von Assistenzrobotik und KI für logistische Aufgaben und Reinigung.
Große Lücke zwischen Verfügbarkeit und Nutzung
Trotz hoher Investitionsbereitschaft klafft eine Lücke zwischen technischer Verfügbarkeit und tatsächlicher Transformation. Eine Deloitte-Studie vom 9. Juli zeigt: Der Zugang zu KI stieg innerhalb eines Jahres um über 50 Prozent – doch weniger als 60 Prozent der Beschäftigten nutzen die Technologie aktiv. Nur 16 Prozent der untersuchten Organisationen haben ihre Arbeitsabläufe grundlegend angepasst.
Ein weiteres Hindernis: mangelnde Transparenz. Die KI-Nutzung in Unternehmen stieg zwar von 22 auf 40 Prozent, aber nur jede fünfte Organisation hat vollständige Transparenz über die eingesetzten Systeme. Die Folgen: Jeweils 27 Prozent der befragten Unternehmen meldeten fehlerhafte Ergebnisse oder Datenschutzverletzungen. Nur 38 Prozent der Verantwortlichen zeigten sich zuversichtlich, ein externes KI-Audit erfolgreich zu bestehen.
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Arbeitsmarkt im Umbruch
Die Transformation der Arbeitswelt wird durch KI massiv beschleunigt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert für Deutschland bis 2040 eine Umschichtung von jeweils 800.000 Arbeitsplätzen. Während herkömmliche Stellen entfallen, entstehen neue Anforderungsprofile. In der Rechtsberatung, etwa bei der Kanzlei Noerr, führen KI-Assistenten bereits zu drastisch reduzierten Recherchezeiten.
Regionale Unterschiede zeigen sich bei der Produktivität. Laut Microsoft Work Trend Index 2026 konnten 65 Prozent der KI-Nutzer in der Schweiz ihre Produktivität steigern, der globale Durchschnitt liegt bei 58 Prozent. In Unternehmen mit tiefer KI-Integration stieg der Wert auf 83 Prozent. Dennoch bemängeln viele Arbeitnehmer das Fehlen einer konsequenten Strategie seitens der Führungsebene. Experten empfehlen daher, neben Technologieinvestitionen verstärkt auf Lernformate und angepasste Jobprofile zu setzen – um die gestiegene Arbeitsbelastung der Belegschaft abzufedern.
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