KI-Phishing: Avast warnt vor Angriffen mit aktuellen Sicherheitsvorfällen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas IT-Sicherheitsunternehmen Avast warnt vor einer neuen Welle an Phishing-Angriffen, bei der Kriminelle gezielt Künstliche Intelligenz einsetzen und aktuelle Sicherheitsvorfälle als Köder nutzen.
Nach Angaben des Unternehmens durchsuchen automatisierte KI-Agenten Datenbanken rund um die Uhr nach verwertbaren Informationen. Alexander Vukcevic, Director CyberSafety Technology bei Avast, erklärte hierzu, dass ein solcher Agent weder schlafe noch aufgebe und tausende Webseiten zur gleichen Zeit ins Visier nehmen könne.
Schutzmaßnahmen für Online-Konten und Online-Banking
Angesichts dieser Entwicklung rät Avast Verbrauchern zu einer Überprüfung der Sicherheitskonfigurationen bei zentralen Benutzerkonten. Nutzer sollten insbesondere in ihren Konten bei Google, Apple sowie bei ihren E-Mail-Diensten kontrollieren, welche externen Anwendungen oder KI-Tools Zugriffsrechte besitzen, und nicht mehr benötigte Schnittstellen konsequent entfernen.
Darüber hinaus empfiehlt das Sicherheitsunternehmen, Online-Banking-Portale stets direkt über die Adresszeile des Browsers anstelle von zugesandten Links aufzurufen und für jeden digitalen Dienst ein individuelles Passwort zu verwenden.
Die Warnung steht im Kontext einer anhaltend hohen Bedrohungslage. Nach Daten des Bundeskriminalamts aus dem Bundeslagebild Cybercrime 2025 wurden in Deutschland rund 334.000 Fälle von Cyberkriminalität erfasst. Zudem verzeichnete die Behörde im Jahr 2025 insgesamt 1.041 Ransomware-Angriffe, was einem Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
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Zunehmend raffinierte Methoden bei Kontenübernahmen
Neben automatisierten KI-Szenarien beobachten Behörden und Sicherheitsexperten weitere ausgefeilte Phishing-Methoden. Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor einer Betrugsmasche, bei der echte Google-Sicherheitsmeldungen provoziert werden.
Die Täter richten dazu ein neues Google-Konto ein, tragen die Adresse des potenziellen Opfers als Wiederherstellungskonto ein und lösen so eine offizielle Systemmeldung samt angeblichem Support-Fall, Bearbeiter und Fallnummer aus.
Im Anschluss erfolgt laut der Schweizer Behörde ein Telefonanruf mit einer Schweizer Rufnummer, bei dem sich Betrüger als Google-Support ausgeben und Handlungsdruck zur Absicherung des Profils aufbauen. Über eine gefälschte Anmeldeseite auf Google Sites werden die Zugangsdaten abgegriffen.
Um sich vor immer raffinierteren Methoden der Kontenübernahme zu schützen, empfehlen Experten den Wechsel auf sicherere Anmeldeverfahren. Ein kostenloser Report erklärt die neue Passkey-Technologie, die Passwörter ersetzt und Hackern keine Chance mehr lässt. Kostenlosen Passkey-Ratgeber herunterladen
Haben die Angreifer Zugriff erlangt, richten sie ein eigenes Anwendungspasswort ein, wodurch spätere Anmeldungen ohne erneute Zwei-Faktor-Authentifizierung gelingen. Bei Vorfällen dieser Art wurden bereits E-Mails und Kontakte auf Geräte im Ausland übertragen.
Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt, bei unaufgeforderten Support-Anrufen sofort aufzulegen, nach Datenweitergaben Passwörter zu ändern, bestehende Sitzungen zu beenden und fremde Berechtigungen sowie Weiterleitungen zu kontrollieren.
