KI-Phishing boomt: Tech-Konzerne rüsten mit Biometrie auf
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die großen Technologiekonzerne forcieren den Umstieg auf passwortloses Login. Meta, X und europäische Dienste bringen neue biometrische Verfahren an den Start – ein entscheidender Schritt gegen die wachsende Flut KI-gestützter Cyberangriffe.
Meta rüstet Facebook und WhatsApp au
Meta hat die Passkey-Technologie auf seine Kernplattformen ausgeweitet. Seit Ende Juli 2026 können Facebook-Nutzer ihr Konto per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Geräte-PIN entsperren. Branchenexperten raten dringend zur Umstellung – traditionelle Passwörter gelten längst als größtes Sicherheitsrisiko im Netz.
Parallel dazu führt WhatsApp Passkeys für verschlüsselte Backups ein. Die Funktion schützt gespeicherte Chatverläufe mit einem zusätzlichen Sicherheitslayer. Noch einen Schritt weiter geht ein Bericht über eine neue Funktion: Die altbekannte sechsstellige Zwei-Faktor-PIN soll durch ein komplexeres Passwort mit Buchstaben und Zahlen ersetzt werden.
Am 25. Juli 2026 brachte WhatsApp zudem mehrere Plattform-Upgrades: Nutzer können jetzt direkt auf dem iPad ein Konto erstellen, die App ist in Apple CarPlay und Android Auto für freihändige Bedienung integriert, und Musik-Titel von Spotify und Apple Music lassen sich direkt im Status teilen.
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Um die Identität der Nutzer weiter abzusichern, führt Meta den „Facebook Verified"-Badge ein. Wer ihn erhalten will, muss ein Video-Selfie aufnehmen. Google zog bereits am 23. Juli 2026 nach und verlangt für die Kontowiederherstellung ebenfalls Selfie-Video-Registrierungen.
X und europäische E-Mail-Dienste ziehen nach
Auch X (ehemals Twitter) hat nachgerüstet: iPhone-Nutzer können sich ab sofort per Passkey anmelden. Der Login wird dadurch nicht nur sicherer, sondern auch deutlich schneller. Die Plattform hat am 25. Juli 2026 entsprechende Anleitungen zur Einrichtung veröffentlicht.
In der DACH-Region gehen die E-Mail-Dienste GMX und Web.de voran. Am 24. Juli 2026 gaben die Anbieter bekannt, dass Millionen Nutzer ihre Postfächer nun per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Geräte-PIN öffnen können. Die klassische Passwort-Eingabe bleibt vorerst als Fallback-Option erhalten – ein Zugeständnis an Nutzer, die dem neuen System noch nicht vertrauen.
Microsoft und Yubico treiben Unternehmenssicherheit voran
Der Passkey-Trend erfasst zunehmend auch die Unternehmenswelt. Microsoft kündigte an, ab dem 1. September 2026 Passkeys als Standard-Authentifizierungsmethode für Entra ID einzuführen. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf aktuelle Bedrohungslagen: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe werden inzwischen von Künstlicher Intelligenz gesteuert. Herkömmliche Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gilt dagegen zunehmend als verwundbar.
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Hardware-Hersteller Yubico liefert passend dazu die Infrastruktur: Am 24. Juli 2026 brachte das Unternehmen den YubiKey 5.8 auf den Markt. Der USB-Stick bietet eine hardwaregestützte Autorisierung, die speziell für Passkeys entwickelt wurde. Große Konzerne wie Salesforce verlangen inzwischen von ihren Partnern phishing-resistente MFA – ein klares Signal, dass die Ära der simplen Passwörter zu Ende geht.
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