KI-Phishing, Angriffe

KI-Phishing explodiert: 80% aller Angriffe aus künstlicher Intelligenz

14.06.2026 - 04:09:37 | boerse-global.de

Zivilprozess um 100-Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen startet. Parallel zeigt Studie: KI-Phishing-Attacken in Europa vervierzehnfacht.

Sparkassen-Coup vor Gericht: KI-Phishing-Welle erschüttert Europa
KI-Phishing - A person in a hoodie typing on a laptop, with a glowing padlock icon on the screen, in front of a blurred bank vault door. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zeitgleich zeigt eine neue Studie: Die digitale Kriminalität in Europa explodiert – allen voran durch KI-gesteuerte Phishing-Attacken.

Zivilverfahren zum Jahrhundert-Coup gestartet

Am Landgericht Essen begannen am 11. Juni die Zivilprozesse rund um den Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer. Die Täter hatten über die Weihnachtszeit 2025 rund 3.200 Schließfächer mit Spezialwerkzeug geknackt. Der Gesamtschaden: mindestens 100 Millionen Euro.

Richter Stefan Ostheide sprach von extremen Positionen beider Seiten. Die Sparkasse pocht darauf, dass die Tresorsicherheit dem Industriestandard entsprach. Die Kläger sehen dagegen erhebliche Sicherheitsmängel. Unter ihnen: eine 83-jährige Frau, die 391.000 Euro fordert. Ein weiterer Kläger, Joachim Alfred Wagner, verlangt 48.000 Euro. Eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Klagen fällt am 9. Juli 2026.

Peinliche Übergabe am Bahnhof

Besonders brisant: der Umgang der Bank mit sichergestelltem Geld. Eine 75-jährige Kundin hatte 140.000 Euro verloren – 98.000 Euro wurden wiedergefunden. Doch statt einer diskreten Übergabe übergab die Sparkasse das Bargeld an einem öffentlichen Platz in Gelsenkirchen. Die Anwältin der Frau nannte das Vorgehen „höchst fragwürdig". Die Bank konterte: Man habe eine Tiefgarage angeboten, die Kundin habe abgelehnt.

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KI-Kriminalität: Die neue Bedrohung fürs Konto

Während die Gerichte über Tresorsicherheit verhandeln, tobt im Digitalen ein ganz anderer Kampf. Laut der Global Anti-Scam Alliance erreichen die Verluste durch Online-Betrug in der EU rund 57 Milliarden Euro. Die Zahl der KI-generierten Phishing-Angriffe hat sich 2026 vervierzehnfacht. Über 80 Prozent aller Phishing-Mails stammen inzwischen aus künstlicher Intelligenz.

Die Folgen sind alarmierend: Was früher 16 Stunden Handarbeit erforderte, erledigt KI in fünf Minuten. Im Mai 2026 dokumentierte Google Threat Intelligence den ersten KI-generierten Zero-Day-Exploit, der die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgeht. „Smishing" – Betrug per SMS – macht inzwischen 35 Prozent aller Phishing-Versuche aus. Ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutsche Unternehmen im Visier

87 Prozent der deutschen Unternehmen waren bereits von Cyberangriffen betroffen, so eine Bitkom-Erhebung. Die Behörden in Sachsen warnen vor einer Zunahme erfolgreicher Einbrüche durch Unachtsamkeit der Mitarbeiter. Erst kürzlich traf es die Nickelhütte Aue: Eine verschlüsselte E-Mail legte die gesamte Büro-IT lahm.

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Schlag gegen Geldwäsche-Netzwerk

Die internationale Polizei schlägt zurück. Am 10. Juni 2026 gelang BKA, LKA NRW und Europol ein Coup: Sie zerschlugen „AudiA6", einen der größten Geldwäsche-Dienstleister im Netz. Zwischen 2022 und 2025 soll das Netzwerk über 336 Millionen Euro gewaschen haben – umgerechnet 10.333 Bitcoin. Die Provision: drei bis zehn Prozent.

Zwei mutmaßliche Administratoren sitzen in Untersuchungshaft. Die Ermittler beschlagnahmten 25 Domains und 30 Server. Hinzu kommen 692.000 Euro Bargeld, 80 Fahrzeuge und Immobilien in Georgien.

Warnung vor neuen Betrugsmaschen

Die Polizei warnt weiter vor aktiven Betrugsversuchen. In Bad Neustadt an der Saale nahmen Beamte am 11. Juni zwei Verdächtige fest – sie hatten versucht, bei einem älteren Ehepaar Wertsachen abzuholen, indem sie sich als Polizisten ausgaben. Im Netz kursieren derzeit gefälschte Steuerbescheide von „Elster" und angebliche Zahlungsaufforderungen von Disney+. Auch Anrufe von falschen Verbraucherschützern nehmen zu.

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