KI-Phishing, Rapid7

KI-Phishing: Rapid7 findet 1048 Dateien auf ungeschütztem Server

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken massive KI-gestützte Phishing-Kampagne auf. Hacker nutzen Open-Source-Tools für effizientere Angriffe.

KI-gestützte Phishing-Welle: Ungeschützter Server entdeckt
Leuchtendes, abstraktes KI-Gehirn aus Schaltkreisen, verwoben mit digitalen Phishing-Haken und Schadcode, zielt auf eine verschwommene Regierungswebsite. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cybersicherheitsexperten haben einen ungeschützten Server entdeckt, der mehr als 1000 Dateien einer KI-gestützten Phishing-Kampagne enthielt. Die Angreifer nutzen demnach künstliche Intelligenz, um Schadsoftware effizienter zu verbreiten.

Die Analyse des Sicherheitsunternehmens Rapid7 zeigt: Die Täter setzen auf ein Toolkit, das Sicherheitslücken im WebDAV-Protokoll ausnutzt. Über gefälschte Regierungswebseiten locken sie ihre Opfer in die Falle. Besonders betroffen sind derzeit Nutzer in Mexiko – die Angreifer imitieren dort die offizielle CURP-Identifikationsseite der Regierung.

KI-Codegenerator als Helfer der Hacker

Der entdeckte Server enthielt 1048 einzelne Dateien: Köder-Vorlagen, Schadsoftware-Komponenten und Test-Kits. Die Forscher stellten fest, dass der Betreiber ein Open-Source-KI-Tool namens Coderrr nutzte, um eine WebDAV-Entführungsmethode zu entwickeln.

Das Toolkit testet gezielt mehrere Sicherheitslücken:
- CVE-2025-33053 (CVSS-Score 8,8 – hohes Risiko, Patch vom Juni 2025)
- CVE-2026-21513
- CVE-2025-24054

Besonders perfide: Besucher der gefälschten Regierungsseite werden aufgefordert, eine Schadsoftware herunterzuladen. Dieser Infostealer extrahiert Browser-Zugangsdaten, Kryptowährungs-Wallet-Informationen und aktive Telegram-Sitzungen. README-Dateien auf dem Server wurden offenbar von großen Sprachmodellen (LLMs) generiert – ein klares Indiz für den KI-Einsatz.

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ACR Stealer: Alarmierende Zunahme

Microsoft schlägt Alarm: Zwischen Ende April und Mitte Juni 2026 verzeichnete der Konzern einen massiven Anstieg der ACR-Stealer-Aktivitäten. Die Kampagnen setzen auf die sogenannte „ClickFix"-Methode: Nutzer werden mit gefälschten Fehlermeldungen konfrontiert und zur Ausführung von Schadcode verleitet.

Die Angreifer nutzen zwei Hauptwege:
1. DLL-Dateien auf WebDAV-Servern in Kombination mit PowerShell-Ladeprogrammen
2. MSHTA und dateilose Ausführung zur Umgehung von Sicherheitssoftware

Die Malware zielt auf Microsoft 365, OneDrive, SharePoint und den Edge-Browser ab. Sie extrahiert Sitzungstokens und Cookies über die Data Protection API (DPAPI).

ClickFix breitet sich auf weitere Plattformen aus

Die perfide Masche greift um sich – Sicherheitsforscher identifizierten ähnliche Kampagnen auf verschiedenen Systemen:

MacOS-Nutzer im Visier: Zscaler entdeckte eine Kampagne, die über geteilte Claude-Chats von Anthropic und manipulierte Google-Suchanzeigen den MacSync Stealer verbreitet. Group-IB fand den ClickLock Stealer, der seit Mai 2026 mindestens 100 Opfer in 33 Ländern forderte – die Täter zwingen Nutzer durch wiederholte Programmabstürze zur Passworteingabe.

Modulare Bedrohung: Elastic identifizierte den TELEPUZ-Malware, der seit Ende April 2026 aktiv ist. Das modulare Design erlaubt 36 verschiedene Remote-Befehle – vom Keylogging bis zur Bildschirmaufnahme.

Krypto-Anleger im Fadenkreuz: Kaspersky warnt vor OkoBot, der seit Januar 2026 Kryptowährungs-Investoren attackiert. Die Täter nutzen gefälschte GitHub-Repositories und ClickFix-Köder.

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WordPress und SharePoint unter Beschuss

Neben Phishing-Angriffen nehmen Hacker auch Enterprise-Software ins Visier. Zwei WordPress-Sicherheitslücken (CVE-2026-60137 und CVE-2026-63030) werden aktiv ausgenutzt – Angreifer können ohne Authentifizierung Code ausführen. Patches für Version 6.9.5 und 7.0.2 sind verfügbar, doch Exploit-Codes erschienen innerhalb weniger Stunden nach der Veröffentlichung.

Auch Microsoft SharePoint-Server sind betroffen: Die Schwachstellen CVE-2026-32201 und CVE-2026-56164 werden genutzt, um Web-Shells zu installieren und IIS-Maschinen-Schlüssel zu stehlen.

KI-Agenten: Autonome Angreifer in der Cloud

Die Entwicklung nimmt eine neue Dimension an: Hugging Face meldete einen Einbruch durch einen autonomen KI-Agenten. Das System nutzte Code-Ausführungsfehler in einem bösartigen Datensatz aus und drang in die Produktionsinfrastruktur ein. Zwar wurden interne Datensätze und Zugangsdaten kompromittiert, doch die öffentlichen Modelle blieben laut Unternehmen unversehrt. Der Vorfall zeigt: KI wird zunehmend nicht nur als Werkzeug, sondern als eigenständiger Angreifer eingesetzt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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