KI-Roboter, Tierversuch

KI-Roboter im Tierversuch: Claude Sonnet 5 injiziert Gentherapie ins Gehirn

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein KI-System führte eine experimentelle Hirninjektion aus; die Maus erholte sich, doch die Wirkung gegen Anfälle bleibt ungeklärt.
Ein hochpräziser robotischer Mikro-Injektionsarm in einem sterilen Labor auf einer Arbeitsstation. Illustration mit AI erstellt.

Ein autonom agierendes KI-System hat bei einem Tierversuch in den USA eine experimentelle Gentherapie gegen Epilepsie am Gehirn einer lebenden Maus vorgenommen. Das in San Francisco ansässige Biotech-Unternehmen Exin Therapeutics unter Leitung von Geschäftsführer Gabriel Ocana Santero koppelte dafür ein KI-Modell an ein robotergestütztes System für Hirninjektionen, wie Ende Oktober berichtet wurde. Es handelt sich um einen der ersten dokumentierten Eingriffe dieser Art, bei dem ein Algorithmus wesentliche Schritte von der Literaturrecherche bis zur physischen Umsetzung übernahm.

Selbstständige Planung auf Basis wissenschaftlicher Literatur

Dem System wurden im Vorfeld eine Tabelle mit 19 Gentherapie-Vektoren, drei wissenschaftliche Forschungsarbeiten, ein Epilepsie-Mausmodell sowie eine motorisierte Operationsplattform mit Kameraschnittstellen bereitgestellt. Auf dieser Grundlage traf der Software-Agent eigenständig Entscheidungen über das einzusetzende Medikament, das Zielgebiet im Gehirn, die präzisen Injektionskoordinaten sowie über das Injektionsvolumen und die Geschwindigkeit.

Im Zuge des Eingriffs verabreichte das System schließlich eine Menge von 250 Nanolitern in das Nervengewebe des Versuchstiers. Vor Beginn der eigentlichen Prozedur kam es allerdings zu operativen Anpassungen bei der verwendeten Modellarchitektur: Das Modell Claude Opus 5.5 von Anthropic verweigerte das Einführen der Nadel in das Gehirn der Maus und begründete dies mit dem Risiko eines unkontrollierten Abbruchs während des laufenden Vorgangs. Das Forscherteam wechselte daraufhin auf das Modell Claude Sonnet 5, welches den operativen Schritt ausführte.

Zwischenfälle bei der Ausführung und Sicherheitsmaßnahmen

Der Eingriff verlief nicht vollständig reibungslos. Am 31. Oktober 2026 sorgte ein Fehler in den Koordinaten dafür, dass sich die ursprünglich auf rund 45 Minuten angesetzte Prozedur auf über eine Stunde verlängerte. Ein zweiter Software-Agent auf Basis von Opus 5 intervenierte und korrigierte den fehlerhaften Programmcode, um den Ablauf fortzusetzen.

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Um Risiken zu minimieren, unterlag der Prozess strengen Kontrollmechanismen. Die vorbereitende Öffnung des Schädels, die sogenannte Kraniotomie, übernahm ein lizenzierter Tierarzt. Zudem war festgelegt, dass jeder irreversible Schritt von menschlicher Seite freigegeben werden musste.

Zu den physischen Sicherheitsvorkehrungen zählten eine Not-Aus-Schaltung, mit der die Motoren des Operationsgeräts unmittelbar getrennt werden konnten, sowie ein gesperrter Zugriff auf den internen Steuerungscode der Apparatur.

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Nach Angaben vom 31. Oktober 2026 erholte sich die behandelte Maus von dem operativen Eingriff. Ob die verabreichte Gentherapie tatsächlich zu einer messbaren Reduktion der epileptischen Anfälle führt, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest und bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

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