KI-Robotik, Volkswagen

KI-Robotik: Volkswagen senkt Engineering-Aufwand um 70 Prozent

23.06.2026 - 23:29:19 | boerse-global.de

Der Markt für intelligente Fertigung wächst rasant. Siemens, VW und BMW setzen auf KI, während Cobots den Mittelstand erobern.

Industrie 4.0: KI und Robotik treiben Smart Manufacturing auf 123 Mrd. Dollar
KI-Robotik - Ein Roboterarm mit blauen Lichtern montiert Präzisionsteile in einer modernen, automatisierten Fabrik. Im Hintergrund weitere Maschinen. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Künstliche Intelligenz und moderne Robotik verändern die Produktion grundlegend. Unternehmen setzen verstärkt auf Automatisierung – gegen den Fachkräftemangel und für mehr Effizienz.

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Milliardenmarkt Smart Manufacturing

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Einer aktuellen Deloitte-Studie zufolge stufen 92 Prozent der Hersteller Smart Manufacturing als wettbewerbsentscheidend ein. Der europäische Markt für intelligente Fertigung wird 2026 auf rund 69,87 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2031 soll er auf über 123 Milliarden US-Dollar wachsen. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle: Für 2025 prognostizieren Experten einen Marktanteil von 23,75 Prozent.

Die Effekte sind messbar. 85 Prozent der hochautomatisierten Betriebe steigern ihre Produktivität. Wer Smart-Manufacturing-Konzepte erfolgreich umsetzt, erhöht die Produktionsleistung um 10 bis 20 Prozent. Die Mitarbeiterproduktivität verbessert sich um 7 bis 20 Prozent. McKinsey-Analysen zeigen: Bis 2030 könnten 15 bis 30 Prozent der weltweiten Arbeitsstunden automatisiert sein.

KI revolutioniert das Engineering

Siemens treibt die Digitalisierung voran. Im Juni 2026 präsentierte der Konzern Erweiterungen seiner KI-Plattform. Sie streamt Daten vom Shopfloor direkt in die Cloud – ohne zusätzliche Middleware. Spezialisierte Engineering-Agenten generieren Projekte aus natürlicher Sprache. Bei über 100 Anwendern weltweit steigt die Engineering-Effizienz dadurch um bis zu 50 Prozent.

Auch die Autoindustrie forciert diesen Weg. Auf dem 21. Kongress Digitale Fabrik im Juni 2026 präsentierte Volkswagen Pläne: KI-gestützte Robotik soll den Engineering-Aufwand um 70 Prozent senken. BMW setzt auf neurosymbolische KI in der Fabrikplanung. Schaeffler hat bereits 70 Prozent seiner weltweiten Produktionsflächen digital erschlossen. In der E-Mobility-Sparte ist die Erfassung sogar komplett abgeschlossen.

Logistik wird zum Hochleistungszentrum

Die Automatisierung erfasst auch die Logistik. Ein Beispiel: das im Juni 2026 eröffnete Logistikzentrum der Renault Deutschland AG in Brühl. Auf 24.000 Quadratmetern arbeiten 90 Robotersysteme nach dem Goods-to-Person-Prinzip. Sie verarbeiten bis zu 1.600 Behälter pro Stunde. Die Reklamationen sanken um 30 Prozent, der Energieverbrauch um 20 Prozent.

In der Lebensmittelverarbeitung werden neue Leistungsmarken erreicht. Der Hersteller Cranswick Plc integrierte ein System, das 240 Einheiten pro Minute verpackt. Durch solche Automatisierungen können Mitarbeiter in qualifiziertere Aufgaben wechseln. Die Arbeitsproduktivität steigt insgesamt.

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Cobots erobern den Mittelstand

Neue Roboter kommen ohne aufwendige Programmierung aus. Das senkt die Hürden für kleine und mittlere Unternehmen. Der Schweiß-Cobot EasyWelder von Teqram reduziert die Programmierzeit um 70 Prozent. Möglich machen das Handführung und 3D-Vision-Systeme. Ähnliche Ansätze nutzen 3D-Scans für die automatische Bahngenerierung. Der zeitliche Aufwand sinkt von Stunden auf Minuten.

Auch die Hardware-Basis entwickelt sich rasant. NEURA Robotics sicherte sich 1,4 Milliarden US-Dollar von Investoren wie NVIDIA und Bosch. Ziel: kognitive humanoide Roboter zur Serienreife bringen. Mobile Manipulatoren gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Die zweite Generation des Proxie-Roboters von Collaborative Robotics hat bereits über 22.000 Meilen in Feldversuchen zurückgelegt. Das System identifiziert Aufgaben autonom und transportiert Lasten von bis zu 1.500 Pfund.

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