KI-Server-Boom: Flüssigkühl-Markt wächst bis 2035 auf 16 Mrd. Euro
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 22:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am heutigen Montag haben gleich mehrere Anbieter maßgeschneiderte Server und Kühlsysteme für die neue NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell-GPU vorgestellt – ein klares Zeichen für den wachsenden Bedarf an leistungsfähigen Workstations und Edge-Servern.
High-Density-Server mit acht GPUs
Der Hardware-Spezialist VRLA Tech präsentierte heute einen maßgeschneiderten KI-Server, der mit acht NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell GPUs in einer Server-Edition bestückt ist. Das 4U-Rackmount-System ist für anspruchsvolle Inferenz- und Trainingsaufgaben ausgelegt und verfügt über satte 768 GB VRAM.
Im Inneren arbeiten zwei AMD EPYC 9555-Prozessoren mit insgesamt 128 Kernen, unterstützt von 1,5 TB DDR5 ECC-Arbeitsspeicher. Die Stromversorgung übernehmen redundante 3200W-Titanium-Netzteile in einer 3+1-Konfiguration. Als Betriebssystem kommt Ubuntu 24.04 LTS mit einem Open-Source-KI-Inferenz-Stack zum Einsatz.
Die RTX PRO 6000 Blackwell ist mit einer Leistungsaufnahme von 600 Watt positioniert – zwischen der 350W L40S und der 700W H100 NVL. Für groß angelegtes verteiltes Training testeten Ingenieure kürzlich eine Zwei-Knoten-Konfiguration mit insgesamt 16 GPUs, die das Megatron-LM-Framework und den Transformer Engine nutzte.
Flüssigkühlung für Dell PowerEdge-Systeme
Ebenfalls heute stellte JetCool, ein Unternehmen der Flex-Gruppe, eine flüssigkeitsgekühlte Version des Dell PowerEdge XE7745 vor. Das System ist speziell für den Betrieb von bis zu acht RTX PRO 6000 Blackwell GPUs ausgelegt. Die Direct-to-Chip-Kühltechnologie senkt die GPU-Temperaturen um 11 Prozent und die CPU-Temperaturen um 7 Prozent im Vergleich zu luftgekühlten Systemen.
Der Trend zur Flüssigkühlung spiegelt die Marktentwicklung wider. Analysten schätzen den Markt für Flüssigkühlungs-Manifolds auf 1,05 Milliarden Euro im Jahr 2025 – mit einem prognostizierten Wachstum auf knapp 16 Milliarden Euro bis 2035. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von über 31 Prozent.
Cloud-Dienste starten durch
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Auch die Cloud-Anbieter ziehen nach. Akamai veröffentlichte heute seine nordamerikanischen Preise für die RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition. Eine Ein-GPU-Instanz mit 176 GB RAM und 16 vCPUs kostet ab 3,00 Euro pro Stunde. Verfügbar ist der Dienst in Atlanta, Chicago, Dallas, Los Angeles und Toronto.
In Indien startete Webyne gestern mit dedizierten GPU-Server-Hosting-Angeboten. Die Preise reichen von umgerechnet rund 90 Euro für Einstiegskonfigurationen bis zu etwa 335 Euro pro Monat für High-End-Pakete – jeweils mit exklusiven GPU-Ressourcen in Tier-3-Rechenzentren.
Spezialanwendungen: Militär und Industrie
Die Blackwell-Architektur hält auch Einzug in spezialisierte Industrie- und Militäranwendungen. EIZO Rugged Solutions brachte heute die Condor XR2S 6U VPX-Serie auf den Markt. Diese Prozessorkarten sind mit zwei RTX PRO Blackwell GPUs und 24 GB GDDR7-Speicher bestückt. Sie entsprechen dem SOSA-Technologiestandard und eignen sich für Radar, Signalverarbeitung und KI-Inferenz in extremen Umgebungen.
Im Telekommunikationssektor zeigte die TM Forum DTW Ignite in Kopenhagen kürzlich autonome KI-Agenten. Der Partner Forsk berichtete, dass die RTX PRO 6000 Blackwell Raytracing-Simulationen bis zu 200-mal schneller als Vorgängergenerationen ausführt.
Verzögerungen bei Rack-Systemen
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Trotz der Markteinführung von Blackwell-Produkten gibt es auch Hindernisse. Das hochkomplexe NVIDIA Kyber NVL144 Rack-System wurde Berichten zufolge auf 2028 verschoben. Grund sind Fertigungsprobleme mit einer 78-lagigen PCB-Midplane.
Die aktuellen Rubin-Systeme bleiben dagegen im Zeitplan. Sie sollen im Herbst 2026 an große Cloud-Anbieter wie AWS, Azure und Google Cloud ausgeliefert werden. Bereits im Frühsommer erreichten die Claude-Modelle von Anthropic die allgemeine Verfügbarkeit auf Azure-Blackwell-Hardware. Microsoft berichtet von deutlich schnellerer Token-Generierung und niedrigerer Latenz im Vergleich zur vorherigen Hopper-Architektur.
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