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KI-Sicherheit: Onyx Security sichert sich 113 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsanbieter präsentieren neue Kontrollsysteme für autonome KI-Agenten. Investoren pumpen Millionen in Start-ups wie Onyx Security und Hush Security.

KI-Sicherheit: Milliardeninvestitionen und neue Plattformen für autonome Agenten
Digitale neuronale Netzknoten und Datenströme, die KI-Agenten-Sicherheit und Governance in einem modernen Serverraum darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Milliardenschwere Investitionen und eine Welle neuer Sicherheitsplattformen: Die Tech-Branche bereitet sich auf die Risiken autonomer KI-Systeme vor. Deutsche Unternehmen stehen vor einem grundlegenden Umbau ihrer IT-Sicherheitsstrategien.

Die Nachfrage nach Kontrollmechanismen für eigenständig agierende KI-Agenten explodiert. Gleich mehrere Sicherheitsfirmen und Start-ups präsentierten Ende Juli neue Plattformen, die genau diese Systeme überwachen und absichern sollen. Branchenbeobachter sprechen von einem Paradigmenwechsel: Weg von passiven Schutzmechanismen, hin zu aktiver Governance künstlicher Intelligenz.

Millionen-Finanzierung für Agenten-Kontrolle

Besonders deutlich wird der Trend bei den Investoren. Das Unternehmen Onyx Security sicherte sich in einer Series-B-Runde 113 Millionen Euro – angeführt von Bessemer Venture Partners, mit Beteiligung von TCV und Cyberstarts. Die Bewertung des Start-ups springt damit auf 640 Millionen Euro, nur vier Monate nach der letzten Finanzierungsrunde. Der Umsatz hat sich laut Unternehmensangaben vervierfacht. Die Plattform von Onyx überwacht autonome Agenten in Echtzeit und soll Datenlecks sowie unbefugte Code-Freigaben verhindern.

Auch das israelische Start-up Hush Security sammelte erfolgreich Kapital ein: 30 Millionen Euro in einer Series-A-Runde mit Battery Ventures und YL Ventures. Das Unternehmen setzt auf Identitätsmanagement für nicht-menschliche Entitäten. Ein „Identity Gateway" gewährt KI-Agenten nur die minimal nötigen Berechtigungen für ihre jeweilige Aufgabe – ein Prinzip, das die Firma „least agency" nennt. Der IT-Dienstleister Kyndryl nutzt und vertreibt die Plattform bereits.

Sicherheit durch Identität statt Zugangsdaten

Die etablierten Sicherheitsanbieter ziehen nach und setzen zunehmend auf identitätsbasierte Kontrollen. Infisical machte diese Woche seinen „Agent Proxy" allgemein verfügbar. Das System ersetzt echte Zugangsdaten an der Netzwerkgrenze durch Platzhalter – KI-Agenten kommen mit echten Geheimnissen nie in Berührung.

Delinea führte derweil Laufzeit-Autorisierungen ein. Unternehmen können damit Richtlinien für einzelne Aktionen durchsetzen, bevor ein KI-Agent sie ausführt. Das System eliminiert dauerhaft gültige Zugangsdaten für Agenten, die auf Datenbanken oder Cloud-Konsolen zugreifen. Cequence Security erweiterte sein KI-Gateway um vier neue Funktionen, darunter ein „API-Register" und „Agent-Personas", die autonome Systeme an konkrete Aufgabenprofile binden statt an breite Berechtigungspakete.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen untermauern aktuelle Marktdaten: Laut Omdia nutzen 96 Prozent der Organisationen Governance-Frameworks, die für autonome Agenten nicht ausgelegt sind.

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Firewalls und Datenschutz für KI-Zeitalter

Im Bereich Netzwerksicherheit präsentierte Check Point eine KI-Netzwerk-Firewall als Teil seines Software-Releases R82.20. Die firmeneigene Forschung zeigt: Bis zu 93 Prozent der Organisationen erleben monatlich mindestens eine riskante generative KI-Interaktion. Die neue Firewall schützt gegen Prompt-Injection-Angriffe und Schwachstellen in MCP-Servern – eine wachsende Sicherheitslücke, wie das Unternehmen betont.

Bedrock Data brachte mit „Agent DLP" ein Laufzeit-Tool zur Datenverlust-Prävention auf den Markt. Das System prüft Anfragen und Antworten von KI-Agenten in Echtzeit und maskiert oder blockiert sensible Daten. Die Entwicklung deckt sich mit einer Gartner-Prognose: Bis 2026 werden 80 Prozent der unbefugten KI-Transaktionen auf interne Richtlinienverstöße zurückgehen – nicht auf externe Angriffe.

Verwaltete Governance für regulierte Branchen

Für Unternehmen, die externe Überwachung bevorzugen, bringt Rimini Street den Dienst „Rimini Govern for AI" auf den Markt. Globale Kommandozentralen überwachen KI-Agenten rund um die Uhr. Der Service richtet sich an stark regulierte Branchen und den öffentlichen Sektor.

Auf der Sicherheitskonferenz Black Hat USA 2026 präsentierte PointGuard AI seine Plattform „Agent Mission Control" zur Erkennung und Governance autonomer KI. Das System validiert Aktionen von Agenten in weniger als 0,1 Millisekunden und adressiert damit die wichtigsten Sicherheitsrisiken, die die OWASP-Stiftung für agentische KI identifiziert hat.

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Armor zielt mit seiner „Sovereign AI"-Plattform auf regulierte Branchen wie Gesundheitswesen und Finanzsektor. Eine kontrollierte Verwaltungsebene steuert Geheimnisse und Ausgaben über mehrere KI-Modelle hinweg. Harness integrierte seine agentischen Sicherheitswerkzeuge in Google Cloud Apigee und ermöglicht so Echtzeit-Erkennung und -Beobachtung für Agenten in MCP-Workflows.

Für deutsche Unternehmen bedeutet der Trend: Die Sicherheitsarchitektur muss sich grundlegend wandeln. Wer KI-Agenten produktiv einsetzen will, kommt an spezialisierten Kontrollplattformen künftig kaum vorbei.

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