KI-Sicherheit: US-Firmen beliefern Pentagon und China gleichzeitig
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Abgeordnete Michael McCaul hat vor den Sicherheitsrisiken gewarnt, die durch die Geschäftspraktiken amerikanischer Datenunternehmen entstehen. Berichten zufolge beliefern mehrere führende Anbieter von Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz (KI) gleichzeitig das US-Verteidigungsministerium und chinesische Technologiekonzerne.
McCaul betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Vereinigten Staaten in einem technologischen Wettlauf mit der Kommunistischen Partei Chinas befänden, wobei die parallele Unterstützung beider Seiten die nationale Sicherheit gefährden könnte.
Systematische Belieferung konkurrierender Mächte
Im Zentrum der Kritik stehen vier namhafte US-Datenunternehmen: SurgeAI, Mercor, AfterQuery und Turing. Diese Firmen nehmen eine Schlüsselrolle in der KI-Entwicklung ein, indem sie Daten für das Training großer Sprachmodelle aufbereiten und kennzeichnen. Den vorliegenden Informationen zufolge zählen sowohl das Pentagon als auch führende chinesische KI-Labore zum Kundenkreis dieser Anbieter.
Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem chinesischen Markt sind dabei erheblich. Die sechs größten KI-Labore Chinas geben Schätzungen zufolge jährlich rund 500 Millionen US-Dollar für die Dienste amerikanischer Datenkennzeichnungsfirmen aus. Zu den Abnehmern in Fernost gehören prominente Technologie-Schwergewichte wie ByteDance, Alibaba, die Ant Group sowie Tencent.
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Umsatzkennzahlen und Marktpositionierung
Die finanziellen Abhängigkeiten verdeutlichen die Dimension des Geschäftsfeldes. Das Unternehmen SurgeAI erzielte bereits im Jahr 2024 einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar. Auch jüngere Marktteilnehmer verzeichnen ein massives Wachstum. So erreichte Mercor bis Juni 2026 eine annualisierte Umsatzrate von 2 Milliarden US-Dollar.
Während der Anteil des China-Geschäfts bei Mercor im zweiten Quartal 2026 lediglich bei etwa 2 Prozent lag, zeigen andere Beispiele eine stärkere Gewichtung. Der Anbieter AfterQuery generiert laut aktuellen Daten jährlich wiederkehrende Einnahmen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar allein durch Kunden in China.
Diese Zahlen belegen, dass amerikanische Expertise im Bereich der Datenaufbereitung maßgeblich zur Leistungsfähigkeit chinesischer KI-Modelle beiträgt, die in direkter Konkurrenz zu westlichen Entwicklungen stehen.
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Forderung nach regulatorischen Konsequenzen
Angesichts dieser Doppelrolle forderte Michael McCaul Konsequenzen für die Vergabe von Regierungsaufträgen. Unternehmen, die Verträge mit dem US-Militär oder staatlichen Behörden anstreben, sollten nach Ansicht des Politikers dazu verpflichtet werden, ihre Geschäftsbeziehungen zu chinesischen KI-Entwicklern vollständig einzustellen.
Die Debatte spiegelt die wachsenden Spannungen im Bereich der Schlüsseltechnologien wider. Während US-Unternehmen von der globalen Nachfrage nach hochwertigen Trainingsdaten profitieren, sieht die Politik die Gefahr, dass strategisch wichtiges Know-how und technologische Kapazitäten indirekt zur Stärkung eines geopolitischen Rivalen beitragen.
Der Vorstoß markiert eine weitere Verschärfung der Bemühungen, die Lieferketten im Bereich der Künstlichen Intelligenz entlang nationaler Sicherheitsinteressen neu zu ordnen.
