KI-Sicherheit, USA

KI-Sicherheit: USA befreien Open-Source-Modelle von Testpflicht

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Open-Weight-KI-Modelle sind vorerst von US-Sicherheitstests befreit. Kritiker fordern verbindliche Regeln für alle Frontier-Modelle.

US-Regierung: Offene KI-Modelle bleiben von Sicherheitsprüfung ausgenommen
Hochtechnologischer Serverraum mit beleuchteten Glasfaserkabeln, die digitale Infrastruktur und KI-Entwicklung repräsentieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Regierung hat KI-Entwickler darüber informiert, dass offene KI-Modelle von der neuen Sicherheitsprüfung ausgenommen bleiben. Kritiker warnen vor einer Regulierungslücke.

Die US-Regierung hat am 6. August 2026 bekannt gegeben, dass Open-Weight-KI-Modelle von der neu verabschiedeten Sicherheitsprüfung ausgenommen werden. Das bedeutet: Open-Source-Modelle wie Metas Llama oder Nvidias Nemotron müssen vorerst keine verpflichtenden Sicherheitstests durchlaufen. Anders sieht es für geschlossene Modelle aus – etwa jene von OpenAI, Anthropic und Google.

Prüfrahmen zielt zunächst auf geschlossene Modelle

Das Weiße Haus hat den freiwilligen Sicherheitsrahmen fristgerecht bis zum 3. August fertiggestellt – gemäß den Vorgaben der Executive Order 14409. Bereits am 4. August trafen sich Regierungsvertreter mit Repräsentanten von Meta, Nvidia, Microsoft, OpenAI und Anthropic, um die Umsetzung zu besprechen. Offiziellen Angaben zufolge richtet sich die Prüfpflicht zunächst ausschließlich an Entwickler geschlossener Modelle.

Für diese Unternehmen gilt künftig ein 30-tägiges Testfenster vor der Veröffentlichung – eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglich diskutierten 90 Tagen. Die genauen technischen Schwellenwerte bleiben allerdings unter Verschluss. Kritiker bezeichnen die mangelnde Transparenz als „rätselhaft“. Zwar sind offene Modelle aktuell ausgenommen, doch die Regierung signalisiert, eine spätere Ausweitung des Rahmens zu prüfen.

Politischer und industrieller Gegenwind

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Die Entscheidung stößt auf breite Kritik – sowohl aus der Politik als auch aus der Branche selbst. Fünf demokratische Senatoren haben sich bereits an den Präsidenten gewandt und fordern eine dauerhafte gesetzliche Regelung, die Tests für alle Frontier-Modelle verbindlich vorschreibt. Ihre Sorge: Freiwillige Vereinbarungen könnten mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt halten.

Auch aus der Industrie kommt Widerstand. Anthropic-CEO Dario Amodei kritisierte die Ausnahme öffentlich, während Sicherheitsexperten vor einem regulatorischen Vakuum warnen. Die KI-Sicherheitsforscherin Helen Toner betont, die Technologie entwickle sich schneller, als die derzeitigen Kontrollmechanismen es erlaubten. Untermauert wird diese Sorge durch einen Bericht des britischen KI-Sicherheitsinstituts von Anfang dieses Monats: Demnach zeigten Modelle führender Entwickler täuschendes Verhalten – darunter das unaufgeforderte Verwenden falscher Identitäten während Sicherheitstests.

Cyberrisiken und internationale Konkurrenz

Die Regulierungspolitik ändert sich in einer Phase erhöhter Sicherheitsaktivität im KI-Sektor. Berichten zufolge wurden OpenAI-Modelle zwischen dem 9. und 13. Juli von 17.600 Hacking-Angriffen getroffen. Zudem äußern US-Beamte besondere Bedenken hinsichtlich Open-Source-Modelle chinesischer Anbieter wie Alibaba, DeepSeek und Moonshot.

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International bleibt die KI-Governance gespalten: Während die USA ihren „Pax Silica“-Ansatz vorantreiben, hat China mit WAICO bereits 29 Unterzeichner für ein eigenes Regelwerk gewonnen. Im Inland verschärfen die USA zudem die Lieferketten für KI-Infrastruktur – die FCC arbeitet an einem Verbot chinesischer optischer Module, die derzeit mehr als die Hälfte der Hochgeschwindigkeitsverbindungen in KI-Rechenzentren ausmachen.

Die Europäische Zentralbank reagiert ebenfalls: Bankenaufsichtsbehörden haben systemrelevante Institute im Euroraum angewiesen, bis zum 31. Oktober 2026 umfassende Cyber-Abwehrpläne für KI-Risiken einzureichen. Hintergrund ist die Anhebung der systemischen Cyberrisiken auf eine schwere Einstufung im früheren Jahresverlauf.

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