KI-Skills-Kampagne: 1,7 Millionen manipulierte Installationen entdeckt
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der IT-Sicherheitskonferenz Black Hat USA 2026 haben Sicherheitsforscher von Zenity Labs eine weitreichende Angriffskampagne gegen Nutzer von Künstlicher Intelligenz öffentlich gemacht. Im Zentrum der Untersuchung steht die Plattform skills.sh, auf der über 1,7 Millionen Installationen von manipulierten KI-Erweiterungen identifiziert wurden. Diese bösartigen „Skills“ dienten primär dem Zweck, sensible Anmeldedaten der Anwender zu entwenden, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die betroffenen Nutzer darstellt.
Methodik: Täuschung durch Klone bekannter Werkzeuge
Die Vorgehensweise der Angreifer war laut den Analysen von Zenity Labs darauf ausgelegt, das Vertrauen der Nutzer in etablierte Anwendungen auszunutzen. Die Cyberkriminellen erstellten bösartige Versionen von bekannten KI-Tools und gaben diese als legitime Erweiterungen aus. Insbesondere wurden die Namen bekannter Werkzeuge wie „Paperclip“ und „Browser Use“ missbraucht, um eine hohe Installationsrate zu erzielen und den Diebstahl von Anmeldedaten zu verschleiern.
Der technische Prozess erfolgte dabei in mehreren Phasen. Zunächst klonten die Angreifer bereits existierende, vertrauenswürige Skills und luden diese Kopien auf die Plattform hoch. In einem späteren Schritt modifizierten sie den Code dieser Erweiterungen und fügten bösartige Anweisungen hinzu. Durch dieses Vorgehen konnten die Anwendungen zum Zeitpunkt des Hochladens zunächst unverdächtig erscheinen, bevor sie nachträglich für kriminelle Aktivitäten instrumentalisiert wurden.
Rasante Verbreitung und massives Ausmaß
Der zeitliche Ablauf der Kampagne unterstreicht die Effektivität dieser Strategie. Die manipulierten KI-Skills wurden am 11.07.2026 auf dem Portal skills.sh hochgeladen. Innerhalb von weniger als vier Wochen verzeichneten die schädlichen Anwendungen eine enorme Reichweite. Bis zum 02.08.2026 dokumentierten die Experten von Zenity Labs mehr als 1,7 Millionen Installationen der betroffenen Erweiterungen. Das Hauptziel der Kampagne bestand darin, Nutzerinformationen abzugreifen, was angesichts der hohen Installationszahlen auf eine große Anzahl kompromittierter Konten hindeutet.
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Reaktion der Plattformbetreiber
Nachdem die Sicherheitslücken und die bösartigen Aktivitäten identifiziert worden waren, kam es zu einer schnellen Intervention durch die beteiligten Infrastrukturanbieter. Wie die Sicherheitsforscher im Rahmen ihrer Präsentation berichteten, reagierten die Plattformen Vercel und GitHub unmittelbar auf die Entdeckung. Innerhalb von lediglich 12 Stunden nach der Meldung des Vorfalls wurden die bösartigen Einträge von den entsprechenden Diensten entfernt, um weiteren Schaden von den Nutzern abzuwenden.
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Der Vorfall verdeutlicht die neuen Gefahrenpotenziale, die durch den Aufstieg von KI-Ökosystemen und Marktplätzen für Drittanbieter-Erweiterungen entstehen. Da KI-Tools zunehmend tief in die digitale Infrastruktur von Endverbrauchern und Unternehmen integriert werden, stellen manipulierte Anweisungen in diesen Erweiterungen ein neues, kritisches Einfallstor für Datendiebstahl dar. Die Erkenntnisse von Zenity Labs unterstreichen die Notwendigkeit für strengere Sicherheitsprüfungen bei der Bereitstellung von KI-basierten Hilfsmitteln.
