KI-Speicher: Neue Leitfäden für Datenlöschung bei ChatGPT und Claude
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts der wachsenden Integration von Speicherfunktionen in führende Sprachmodelle sind Ende Juli neue Leitfäden erschienen, die Nutzern den Umgang mit ihren personenbezogenen Daten erleichtern sollen. Die Anleitungen beschreiben detailliert, wie Informationen in Systemen wie ChatGPT, Claude und Gemini geprüft und gelöscht werden können, um eine strikte Einhaltung von Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten.
Verwaltung von Nutzerdaten bei Gemini und ChatGPT
Die aktuellen Handreichungen bieten spezifische Hilfestellungen für verschiedene Plattformen. Nutzer von Google Gemini werden beispielsweise angeleitet, über die Chrome-Einstellungen für Synchronisierung und Google-Dienste den Datenumfang zu reduzieren. Zudem existieren Wege, Unterhaltungen aus der Aktivitäten-Historie der Gemini-App zu entfernen, unter anderem durch Anpassungen in den iCloud-Einstellungen für Nachrichten.
Parallel dazu hat ChatGPT seine Funktionalitäten erweitert und bietet die Speicherfunktion nun auch für Nutzer der kostenlosen Version an. Damit einher gehen neue Optionen zur Privatsphäre: Anwender können nun Unterhaltungen ausblenden, ohne diese endgültig löschen zu müssen. Zudem wurden Anleitungen veröffentlicht, die aufzeigen, wie verhindert werden kann, dass sich das System an aktuelle Konversationen erinnert.
Sicherheitsvorfälle unterstreichen Handlungsbedarf
Die Notwendigkeit für ein proaktives Datenmanagement wurde durch einen Vorfall in den vergangenen Tagen verdeutlicht. Zwischen dem 25. und 27. Juli waren hunderte öffentlich geteilte Claude-Chats über die Google-Suche auffindbar. Aufgrund fehlender technischer Kennzeichnungen für Suchmaschinen wurden sensible Details wie Rechtsnotizen und Programmcode offengelegt. Google entfernte die betroffenen Links innerhalb weniger Tage.
Anthropic nahm dazu Stellung und betonte, dass lediglich explizit durch Nutzer geteilte Chats betroffen gewesen seien. Dennoch zeige der Vorfall, dass Nutzer geteilte Links sorgfältig prüfen sollten. Ähnliche Indexierungsprobleme seien laut Branchenberichten bereits bei anderen Anbietern wie ChatGPT oder Grok beobachtet worden.
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Technologische Lösungen für Unternehmen und Entwickler
Neben individuellen Einstellungen gewinnen technische Sicherheitslösungen an Bedeutung. Das Unternehmen Bedrock Data hat unter dem Namen Agent DLP eine Echtzeit-Lösung für KI-Agenten vorgestellt. Diese Technologie inspiziert Tool-Aufrufe an einem Gateway, setzt Richtlinien durch und protokolliert Entscheidungen. Hintergrund dieser Entwicklung ist eine Studie von Bedrock Data, wonach 81 Prozent der Identitäten mit Datenzugriff sensible Informationen erreichen können. Im Extremfall könne eine einzelne Identität Zugriff auf bis zu 41.000 Datenspeicher erhalten.
Für die persistente Speicherung von Wissen haben Anbieter wie MinIO Inc. und die Entwickler von MemoFS neue Ansätze präsentiert. MinIO führt mit AIStor Memory eine Vorschauversion für ein Langzeitgedächtnis ein, das in drei Bereiche unterteilt ist: eine Agent-Biografie, einen Arbeitsbereich für aktive Dateien und einen verschlüsselten Bereich für Anmeldedaten. Dies soll es ermöglichen, organisatorisches Wissen unabhängig vom gewählten KI-Modell zu bewahren. MemoFS setzt hingegen auf eine dateibasierte Speicherung, um das Problem der „Amnesie“ bei KI-Agenten zu lösen, indem Kontextfenster lediglich als Arbeitsspeicher und nicht als Langzeitgedächtnis behandelt werden.
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Regulierung im Finanzsektor
Auch die Compliance-Anforderungen für Unternehmen steigen. Die Plattform Hadrius hat Anthropics Claude in ihr Archivierungssystem integriert. Dies ermöglicht es Finanzunternehmen, die Interaktionen ihrer Mitarbeiter mit der KI zu erfassen und zu prüfen. Damit reagiert der Markt auf die Erwartungen von Regulierungsbehörden wie der SEC und der FINRA, die eine lückenlose Aufzeichnung der Geschäftskommunikation fordern, sofern diese KI-generierte Inhalte umfasst.
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