Kinder-NahrungsergÀnzung, LAVES

Kinder-NahrungsergÀnzung: LAVES beanstandet unzulÀssige Werbung bei 9 von 18 Produkten

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Niedersachsens Kontrollen fanden unzulÀssige Werbeaussagen und teils hohe NÀhrstoffmengen; verbindliche Höchstwerte fehlen bislang.

Kinder-NahrungsergÀnzung: LAVES beanstandet neun von 18 Produkten
Symbolbild: SchĂŒssel mit frischem Salat Illustration mit AI erstellt.

In der LebensmittelĂŒberwachung rĂŒcken gezielt fĂŒr Kinder vermarktete NahrungsergĂ€nzungsmittel verstĂ€rkt in den Fokus. Aktuelle Auswertungen behördlicher Kontrollen verdeutlichen erhebliche Defizite bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie bei der Zusammensetzung und Kennzeichnung dieser Produkte. VerbraucherschĂŒtzer kritisieren in diesem Zusammenhang regelmĂ€ĂŸig MĂ€ngel, die im Rahmen amtlicher PrĂŒfungen festgestellt wurden.

Untersuchungsergebnisse des LAVES Niedersachsen

Das NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersuchte im Jahr 2025 eine Stichprobe von 18 NahrungsergĂ€nzungsmitteln, die explizit fĂŒr Kinder beworben wurden. Die Ergebnisse der Laboranalysen und KennzeichnungsprĂŒfungen offenbarten signifikante BeanstandungsgrĂŒnde. Bei neun der geprĂŒften Produkte stellten die Kontrolleure unzulĂ€ssige gesundheitsbezogene Werbeaussagen fest.

Zudem ergaben die Analysen der Inhaltsstoffe bei vier der untersuchten Proben, dass die enthaltenen Mengen an Vitaminen oder Mineralstoffen sogar ĂŒber den empfohlenen Höchstmengen fĂŒr Erwachsene lagen. Diese Befunde unterstreichen die Problematik einer potenziellen Überdosierung bei einer Zielgruppe, fĂŒr die aufgrund des geringeren Körpergewichts eigentlich niedrigere Grenzwerte gelten sollten.

Statistische Auswertung des Verbraucherschutzberichts 2025

Ein umfassenderes Bild der Kontrollsituation in Niedersachsen liefert der Verbraucherschutzbericht fĂŒr das Jahr 2025. Demnach fĂŒhrten die Behörden rund 58.000 Kontrollen in fast 38.600 Betrieben durch, was etwa 30 % aller erfassten Betriebe entspricht. Ein Teil dieser Betriebe wurde im Berichtszeitraum mehrfach geprĂŒft.

Die Bilanz dieser Überwachungsmaßnahmen zeigt eine hohe Beanstandungsquote: Bei 58 % der kontrollierten Einheiten, zu denen neben Lebensmitteln auch Kosmetika, Tabakwaren und AlltagsgegenstĂ€nde gehörten, wurden VerstĂ¶ĂŸe registriert.

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Bei neun von 18 fĂŒr Kinder beworbenen NahrungsergĂ€nzungsmitteln beanstandeten die Kontrolleure unzulĂ€ssige gesundheitsbezogene Werbeaussagen — und bei vier Proben lagen die Vitamin- oder Mineralstoffmengen sogar ĂŒber den empfohlenen Höchstmengen fĂŒr Erwachsene. FĂŒr Kinder mit ihrem geringeren Körpergewicht sind solche Dosen besonders kritisch. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Etiketten prĂŒfen und unzulĂ€ssige Versprechen erkennen. Jetzt kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern

Schwerpunkte der Beanstandungen und gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Analyse der VerstĂ¶ĂŸe im Jahr 2025 macht deutlich, dass strukturelle MĂ€ngel in den Betrieben ĂŒberwiegen. Mit 46 % der erfassten VerstĂ¶ĂŸe bildete die Betriebshygiene den hĂ€ufigsten Beanstandungsgrund.

Weitere signifikante MĂ€ngel betrafen die betrieblichen Eigenkontrollen, worunter Defizite bei Personalschulungen und der RĂŒckverfolgbarkeit von Waren fielen. Auch Fehler bei der Kennzeichnung und der allgemeinen Aufmachung der Produkte wurden hĂ€ufig dokumentiert.

Ein wesentliches Problem bei der Bewertung von NahrungsergĂ€nzungsmitteln stellt die rechtliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland dar. Einem Bericht vom September 2026 zufolge fehlen bislang gesetzlich verbindliche Höchstmengen fĂŒr Vitamine und Mineralstoffe. Dies gilt sowohl fĂŒr Produkte, die fĂŒr Erwachsene bestimmt sind, als auch fĂŒr solche fĂŒr Kinder. Das Fehlen dieser Grenzwerte erschwert eine einheitliche rechtliche Handhabe gegen hochdosierte PrĂ€parate.

Belastung der kommunalen Überwachungsbehörden

Die DurchfĂŒhrung der Kontrollen stellt die zustĂ€ndigen Stellen vor personelle Herausforderungen. Joachim Schwind, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Landkreistages, wies darauf hin, dass die kommunalen Überwachungsbehörden hoch belastet seien.

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Angesichts der begrenzten Ressourcen mĂŒssten die Aufgaben im Bereich des Verbraucherschutzes zunehmend priorisiert werden, um die EffektivitĂ€t der Kontrolle sicherzustellen. Dies betrifft insbesondere den Bereich der Spezialprodukte wie NahrungsergĂ€nzungsmittel, deren Überwachung eine hohe fachliche Expertise erfordert.

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