Kinderarthritis, Rinvoq

Kinderarthritis: Rinvoq zeigt 79,5% Ansprechen nach 48 Wochen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU erlaubt Rinvoq nun bei Kindern ab zwei Jahren mit polyartikulärer JIA. Studien zeigen Verbesserungen bei Ansprechen, Funktion und Schmerz.

AbbVie: EU erweitert Rinvoq-Zulassung auf Kinder ab zwei Jahren
Ein heller, moderner Behandlungsraum in einer pädiatrischen Praxis mit Tageslicht und neutraler Einrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Die EU-Kommission hat AbbVies Rinvoq (Wirkstoff Upadacitinib) für eine neue Patientengruppe zugelassen: Kinder ab 2 Jahren mit aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis. Die Zulassung umfasst sowohl die rheumafaktor-positive als auch die rheumafaktor-negative Form sowie die erweiterte oligoartikuläre Verlaufsform der Erkrankung.

Behandelt werden können damit Kinder, die auf mindestens ein krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (DMARD) unzureichend angesprochen haben oder es nicht vertragen. Rinvoq kann in dieser Indikation als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden. Verfügbar sind eine 15-mg-Tablette sowie eine gewichtsbasierte orale Lösung mit 1 mg/mL Wirkstoffkonzentration.

Chronische Gelenkentzündung im Kindesalter

Die polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der mindestens fünf Gelenke entzündet sind. Bleibt sie unbehandelt, kann sie zu dauerhaften Gelenkschäden führen.

Laut den zur Zulassung veröffentlichten Angaben sind in Europa etwa 126.000 Kinder von juveniler idiopathischer Arthritis betroffen. Die Erkrankung zählt damit zu den relevanten chronisch-entzündlichen Krankheitsbildern im Kindesalter, für die bislang nur begrenzte Therapieoptionen zur Verfügung standen.

Datenbasis: Studie SELECT-YOUTH

Grundlage der Zulassung ist die offene Phase-1-Studie SELECT-YOUTH, an der 122 Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis unter 18 Jahren teilnahmen. Ergänzend flossen Daten aus Studien an erwachsenen Patienten mit rheumatoider Arthritis in die Bewertung ein.

Die Wirksamkeitsdaten aus SELECT-YOUTH zeigen laut den veröffentlichten Ergebnissen ein ACR-pädiatrisch-70-Ansprechen bei 66,4 Prozent der Patienten in Woche 12 und bei 79,5 Prozent in Woche 48. Eine Remission, gemessen anhand des JADAS27-CRP-Scores von höchstens 1, erreichten 23,0 Prozent der Patienten in Woche 12 und 43,4 Prozent in Woche 48.

Auch funktionelle Parameter verbesserten sich im Studienverlauf. Der C-HAQ-Score, der die Alltagsfunktion misst, veränderte sich im Mittel um -0,46 in Woche 12 (bei 115 ausgewerteten Patienten) und um -0,64 in Woche 48 (108 Patienten).

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Für viele Familien bedeutet die Diagnose polyartikuläre JIA vor allem eines: die Sorge, dass die Entzündung in fünf oder mehr Gelenken unbehandelt dauerhafte Schäden hinterlässt – und die Frage, welche Therapieoptionen es überhaupt gibt. Ein neuer Wirkstoff ist in der EU jetzt auch für Kinder ab 2 Jahren zugelassen, die auf mindestens ein Basismedikament unzureichend angesprochen haben. Unser kostenloser Ratgeber ordnet die Studienlage ein und liefert Ihnen einen Fragenkatalog für den nächsten Termin beim Kinderrheumatologen. Kostenlosen Eltern-Ratgeber jetzt anfordern

Die von den Studienteilnehmern berichtete Schmerzintensität verbesserte sich im Mittel um -26,2 Punkte in Woche 12 (116 Patienten) und um -30,8 Punkte in Woche 48 (109 Patienten).

Sicherheitsprofil und Warnhinweise

Die Sicherheitsauswertung der Studie verzeichnete behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse mit einer Rate von 499,6 Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten mit 10,2 Ereignissen pro 100 Patientenjahre auf, Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse mit 2,7 Ereignissen pro 100 Patientenjahre.

Kardiovaskuläre oder thrombotische Ereignisse, Malignome und Todesfälle wurden in der Studie nicht beobachtet. Negative Auswirkungen auf Wachstum und Entwicklung der Kinder zeigten sich laut den Angaben ebenfalls nicht.

Gleichwohl weist die Fachinformation weiterhin auf Risiken für schwere Infektionen, Malignome und schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) hin. Für Patienten ab 65 Jahren oder mit wesentlichen Risikofaktoren sieht die Zulassung eine Anwendung nur vor, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen verfügbar sind – eine Einschränkung, die aus den bestehenden Zulassungen für erwachsene Patienten übernommen wurde.

Breites Indikationsspektrum

Mit der neuen Zulassung ist Rinvoq in der EU nun für elf Indikationen verfügbar. Dazu zählen neben der neu zugelassenen juvenilen idiopathischen Arthritis unter anderem rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, atopische Dermatitis, nichtsegmentales Vitiligo, Alopecia areata bei Erwachsenen und Jugendlichen, radiografische und nichtradiografische axiale Spondyloarthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn sowie Riesenzellarteriitis bei Erwachsenen.

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Wenn Ihr Kind bereits ein Basismedikament erhält und die Entzündung trotzdem nicht ausreichend zurückgeht, stehen Sie vor der schwierigen Frage, ob ein neues Medikament infrage kommt – und welche Risiken damit verbunden sind. Die Zulassungsdaten zum neuen Wirkstoff zeigen, wie sich Krankheitsaktivität, Alltagsfunktion und Schmerz über 48 Wochen entwickelt haben, und benennen zugleich die Warnhinweise, die die Fachinformation weiterhin ausweist. Unsere Checkliste fasst Zulassung, Studienlage und Sicherheitsprofil in verständlicher Sprache zusammen. Checkliste zu Zulassung und Sicherheitsprofil sichern

Rinvoq ist als Retardtablette in den Dosierungen 15, 30 und 45 mg sowie als orale Lösung mit 1 mg/ml erhältlich. Beide Darreichungsformen sind laut Herstellerangaben nicht bioäquivalent, was bei einem Wechsel zwischen den Formulierungen berücksichtigt werden muss.

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