Kindergeld-Automatik, Euro

Kindergeld-Automatik: 259 Euro ohne Antrag ab März 2027

26.06.2026 - 04:06:45 | boerse-global.de

Bund und Länder beschließen über 200 Maßnahmen zur Digitalisierung der Verwaltung. Bürger und Firmen profitieren von weniger Bürokratie.

Modernisierungsagenda: Bund und Länder treiben Digitalisierung voran
Kindergeld-Automatik - Moderner Regierungsbau in Berlin mit digitalen Overlays, die die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und Dienstleistungen darstellen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesregierung und die Länder haben sich auf eine umfassende Modernisierung der Verwaltung geeinigt – mit über 200 Maßnahmen.

Der am 25. Juni in Berlin beschlossene Plan trägt den Namen „Modernisierungsagenda für den Bund“ und soll die öffentliche Verwaltung grundlegend digitalisieren. Bürger und Unternehmen dürfen mit deutlich weniger Bürokratie rechnen. Das Ziel: eine schlankere, schnellere und papierlose Verwaltung.

E-Mail statt Papierformular

Ein zentraler Punkt der Einigung ist der systematische Ersatz der Schriftformerfordernis durch elektronische Kommunikation. Künftig sollen Bürger und Firmen Behördenpost zunehmend per E-Mail erledigen können – ohne den Umweg über Papier, Unterschrift oder Postversand.

Auch die Ausweisdokumente werden digitaler. Der Antrag auf einen Personalausweis soll künftig online möglich sein, die Lieferung erfolgt dann direkt per Post nach Hause. Der bisherige Pflichttermin im Bürgeramt entfällt. Zudem wird die elektronische Meldebescheinigung bundesweit verpflichtend eingeführt.

Kindergeld automatisch – ohne Antrag

Ein besonders weitreichender Schritt betrifft Familien: Das Kindergeld in Höhe von 259 Euro soll ab März 2027 für Eltern, die bereits ein Kind haben, automatisch ausgezahlt werden – ohne erneuten Antrag. Ab November 2027 soll dieser automatisierte Prozess dann für alle Neugeborenen gelten.

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Ab 2027 plant die Bundesregierung zudem den Start einer „Deutschland-App“ und einer digitalen Brieftasche. Diese sollen verschiedene Verwaltungsleistungen bündeln. Der Erfolg früherer Digitalprojekte wie der i-Kfz-Zulassungs-App mit über einer Million Downloads zeigt, dass die Nachfrage groß ist.

25 Prozent weniger Bürokratiekosten

Die Modernisierungsagenda, die seit Dezember 2025 erarbeitet wurde, verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Die Bürokratiekosten sollen um 25 Prozent sinken. Technisches Rückgrat ist der sogenannte „Deutschland-Stack“ – eine Art gemeinsames Betriebssystem für die Verwaltung auf allen Ebenen.

Für die Wirtschaft sind konkrete Entlastungen vorgesehen. So sollen rund 123.000 Sicherheitsbeauftragte in Unternehmen nicht mehr verpflichtend sein. Im Baugewerbe ist eine Genehmigungsfiktion geplant: Wenn die Behörde innerhalb einer bestimmten Frist nicht reagiert, gilt die Baugenehmigung als erteilt.

Erste Maßnahmen noch dieses Jahr

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Viele Digitalprojekte sind für 2027 geplant, doch einige Neuerungen sollen bereits Ende 2026 in Kraft treten. Parallel dazu arbeiten die Länder an eigenen Initiativen: Der Thüringer Landtag beriet am 26. Juni über ein erstes Gesetz zum Bürokratieabbau für Hochschulen, Kommunen und Verwaltungen.

Laut der ersten Bilanz der Agenda vom Juni 2026 konzentrieren sich Bund und Länder derzeit auf 60 kurzfristige Maßnahmen zur sofortigen Entlastung. Dazu gehören digitale Standards für die Kfz-Zulassung und die Einführung des digitalen Führerscheins.

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