Nach ZwischenfÀllen: Slowakei zÀhlt ihre BraunbÀren
21.08.2025 - 04:30:39Nach einer Reihe von schweren ZwischenfĂ€llen mit Menschen will sich die Slowakei einen genaueren Ăberblick ĂŒber ihre BĂ€renpopulation verschaffen. Im Rahmen eines landesweiten Wildtiermonitorings sollen die Raubtiere erfasst und gezĂ€hlt werden, wie die staatlichen Naturschutzbehörde SOP nach Angaben der Nachrichtenagentur TASR ankĂŒndigte. Dazu sollen Haare und Kot gesammelt werden, um die BĂ€ren mit DNA-Analysen zu identifizieren. An der Aktion in dem EU-Mitgliedstaat sollen rund 10.000 Menschen beteiligt werden, darunter NaturschĂŒtzer, Waldarbeiter und Förster.
Wie viele BĂ€ren gibt es?
Die Teilnehmer erhalten den Angaben zufolge Schulungsvideos und eine kleine AusrĂŒstung. «Es handelt sich um ein Reagenzglas mit Ethanol, Einmalhandschuhe, einen Aufkleber zur Beschriftung der Probe und einen Papierumschlag zum Sammeln von Haaren», erlĂ€uterte SOP-Direktor Roman Fajth. Man sei bereit, mindestens 7.000 Kot- und Haarproben zu sammeln. Die Kosten lieĂen sich noch nicht abschĂ€tzen. Die Ergebnisse sollen in zwölf Monaten vorliegen.
Teils tödliche ZwischenfÀlle
Zuletzt war es in der Slowakei wiederholt zu BĂ€renangriffen auf Menschen gekommen. Im vorigen Oktober starb ein Pilzsammler nach einer BĂ€renbegegnung. Im MĂ€rz wurde ein 59-JĂ€hriger bei der Stadt Detva mit Kopfverletzungen tot in einem WaldstĂŒck aufgefunden. Im Mai attackierte ein BĂ€r einen Arbeiter auf einem FirmengelĂ€nde.
Die Regierung rief im FrĂŒhjahr eine Notlage aus und beschloss, rund 350 BĂ€ren zum Abschuss freizugeben. Eine Studie in Kooperation mit der Prager Karls-UniversitĂ€t aus dem Jahr 2022 hatte die Zahl der BĂ€ren auf mindestens 1.012 und maximal 1.275 BĂ€ren geschĂ€tzt. Neuere Daten liegen nicht vor.
BĂ€ren sind streng geschĂŒtzt
Bei UmweltschĂŒtzern sorgte die Entscheidung der Regierung fĂŒr Empörung. GrundsĂ€tzlich sind BraunbĂ€ren in der EuropĂ€ischen Union durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie von 1992 streng geschĂŒtzt. BraunbĂ€ren gehen Menschen normalerweise aus dem Weg. Wenn es zu ĂŒberraschenden Begegnungen kommt oder wenn Muttertiere ihre Jungen gefĂ€hrdet sehen, können die Raubtiere aber angreifen.


