Knie-OP: Navigationssysteme ersetzen Roboter mit digitaler Präzision
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 13:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Chirurgische Eingriffe laufen computergestützt, während Immuntherapien neue Hoffnung bieten.
Navigation statt Roboter: Knie-OP mit digitaler Präzision
Im St.-Remigius-Krankenhaus in Leverkusen-Opladen kam Anfang Juli ein Navigationssystem zum Einsatz. Chefarzt Dr. Ralf Decking versorgte damit eine Patientin mit fortgeschrittener Pangonarthrose. Die Abteilung führt jährlich rund 200 Kniegelenksersatz-Operationen durch. Die Navigation sorgt für die exakte Ausrichtung der Prothesen – angepasst an die individuelle Anatomie.
Parallel setzen andere Kliniken auf echte Robotersysteme. Das Diakonie-Krankenhaus Halle arbeitet seit anderthalb Jahren mit robotergestützten Knie-Operationen. Ziel: präzisere Schnitte, kürzere Genesungszeit.
Roboter mit 540 Grad Bewegungsradius
Auch außerhalb der Orthopädie gewinnt die Robotik an Fahrt. Im Helios Park-Klinikum und im Herzzentrum Leipzig unterstützen Operationsroboter Eingriffe an inneren Organen und am Herzen. Die Systeme bieten Chirurgen eine hochauflösende 3D-Sicht und Instrumente mit einem Bewegungsradius von 540 Grad. Das ermöglicht minimalinvasive Eingriffe selbst bei komplexen Krankheitsbildern.
HĂĽftprothese in einer Stunde
Am Marienhaus Klinikum St. Wendel erhielt ein 81-jähriger Patient im Juli eine neue Hüftprothese – der Eingriff dauerte weniger als eine Stunde. Prof. Georg Omlor und Oberarzt Volker Gehring leiteten die Operation. Solche effizienten Abläufe zeigen den Trend zu immer schonenderen Methoden.
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International setzt sich dieser Trend fort. In Vietnam führt die Ninh-Binh-Filiale des Bach Mai Krankenhauses komplexe orthopädische Eingriffe durch – etwa Wirbelkörperrekonstruktionen mit Biozement. Patienten müssen dafür nicht mehr nach Hanoi reisen.
Immuntherapie: Neue Waffe gegen Arthrose?
Neben operativen Verfahren forschen Wissenschaftler an medikamentösen Alternativen. Das EU-Projekt Anti-IL-6 untersucht einen immuntherapeutischen Ansatz. Eine Phase-I-Studie mit 24 Teilnehmern bestätigte die Sicherheit der Therapie. Anfang Juli startete die Phase-II-Studie.
Daran nehmen 204 Patienten in fünf europäischen Ländern teil. Die Forscher prüfen, ob die gezielte Beeinflussung des Immunsystems den Arthrose-Verlauf verlangsamen kann. Erste Ergebnisse werden in etwa einem Jahr erwartet.
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Telemedizin aus der Apotheke
Seit dem 1. Juli dürfen Apotheken in Deutschland assistierte Telemedizin anbieten. In speziellen Räumen können Patienten Videosprechstunden mit Ärzten wahrnehmen. Das Angebot richtet sich vor allem an ältere Menschen und Bewohner ländlicher Regionen.
Gleichzeitig entstehen neue interdisziplinäre Zentren. Im Juli eröffnete das medQuartier Feldkirchen in Kärnten – mit chirurgischer Tagesklinik und modernstem Photon-Counting-CT. In Freiburg weihte das St. Josefskrankenhaus ein neues Lungenzentrum ein, das Pneumologie und Thoraxchirurgie bündelt.
Die Digitalisierung verändert die Patientenversorgung grundlegend – von der Diagnose über die OP bis zur Nachsorge.
