Knie-OP: Zweitmeinung wird Pflicht – was die GKV-Reform bringt
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesetzliche Krankenversicherung reformiert die Behandlung von Gelenkerkrankungen. Vor einer Knie-OP müssen Patienten künftig zwingend eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Das beschloss der Gesetzgeber im Juli im Rahmen der GKV-Reform. Ziel: Operationen vermeiden, wo konservative Therapien ausreichen.
Das ändert sich für Versicherte
Die Reform greift tief in den Leistungskatalog ein. Homöopathische Behandlungen werden nicht mehr von den Kassen übernommen. Dafür steigen die Zuzahlungen für Medikamente auf 7,50 bis 15 Euro. Positiv für chronisch Kranke: Sieben große Krankenkassen weiten die eVerordnung auf fast alle Hilfsmittel aus. Das vereinfacht Prozesse für Millionen Patienten mit Hüft- und Kniearthrose.
Regenerative Medizin im Aufwind
Weltweit leiden rund 1,71 Milliarden Menschen an muskuloskelettalen Erkrankungen. Ein Fach-Workshop in Hanoi Mitte Juli rückte nicht-invasive Verfahren in den Fokus. Die SIGMOLECS-Methode etwa soll als regenerative Lösung für Gewebeschäden dienen. Parallel dazu treibt ein Medizintechnikunternehmen die Digitalisierung voran: Eine neue AR-Plattform für Hüftoperationen ermöglicht Chirurgen Echtzeit-Führung während des Eingriffs. Das System arbeitet mit oder ohne CT-Daten und soll die Präzision von Prothesen verbessern.
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Faszien im Fokus der Physiotherapie
Der Verband der Osteopathen Deutschland betont die Schlüsselrolle der Faszien. Dieses Netzwerk im Körper verfügt über mehr als 100 Millionen Sinnesrezeptoren und ist entscheidend für die Behandlung funktioneller Einschränkungen. In Bielefeld läuft zudem ein Pilotprojekt zur Swing-Motion-Therapie. Die Physiotherapeutin Renate Kottmann entwickelte eine spezielle Liegeschaukel, deren Wirksamkeit derzeit wissenschaftlich geprüft wird. Ursprünglich für neurologische Erkrankungen gedacht, zeigt das Gerät Anwendungsmöglichkeiten bei verschiedenen körperlichen Einschränkungen.
Neue Leitlinie für Kompressionstherapie
Am 23. Juli veröffentlichten Fachleute eine aktualisierte S2K-Leitlinie zur Kompressionstherapie. Sie empfehlen, stets die niedrigste wirksame Kompressionsklasse zu wählen. Bei Patienten mit großen Umfangsänderungen der Gliedmaßen raten sie zu Flachstrick-Materialien. Zwei Paare sollen die Hygiene sicherstellen. Die Therapie begleitet häufig Venen- oder Lymphödeme, die oft mit Gelenkerkrankungen einhergehen.
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Schneller aus der Klinik
Trotz des Trends zu konservativen Methoden bleibt die Endoprothetik bei fortgeschrittener Arthrose unverzichtbar. Fachkliniken berichten von einer Halbierung der Verweildauer: von zehn auf fünf Tage in den letzten zehn Jahren. Minimalinvasive „Fast-Track“-Methoden ermöglichen Patienten bereits Stunden nach einem Kniegelenkersatz die Mobilisierung. Experten einer sächsischen Fachklinik betonen die enge Abstimmung zwischen konservativer Vorbehandlung und moderner Robotik. Das dürfte spannend werden – für Patienten und Kliniken gleichermaßen.
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