Kniearthrose, Embolisationstherapie

Kniearthrose: Embolisationstherapie senkt Schmerz-Score um 57%

18.06.2026 - 20:51:58 | boerse-global.de

Studie belegt Schmerzreduktion durch Embolisation. Roboter-Assistenz verkĂŒrzt Klinikaufenthalt. Langzeitdaten zu Knieprothesen veröffentlicht.

Kniearthrose: Neue Studien zu Embolisation und Roboter-Chirurgie
Kniearthrose - Nahaufnahme eines menschlichen Kniegelenks mit hervorgehobenen Arterien, die auf eine Behandlung gegen Arthrose hinweisen. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Minimalinvasive Eingriffe und roboterassistierte Chirurgie drÀngen neben etablierte Methoden. Zwei Verfahren stehen besonders im Fokus: die Embolisationstherapie und der Roboter-Einsatz.

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Embolisation: Weniger Schmerz, mehr LebensqualitÀt

Eine am 16. Juni in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlichte Studie liefert neue Belege fĂŒr die genikulĂ€re Arterienembolisation (GAE). Dr. Florian Fleckenstein von der CharitĂ© Berlin untersuchte das Verfahren an 194 Patienten, bei denen konservative Therapien versagt hatten.

Der minimalinvasive Eingriff funktioniert so: Ärzte spritzen rasch resorbierbare MikrosphĂ€ren auf Gelatinebasis in die BlutgefĂ€ĂŸe. Das reduziert gezielt die Durchblutung in entzĂŒndeten Bereichen der Gelenkkapsel. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Der Schmerz-Score sank innerhalb von zwölf Monaten von 7 auf 3 Punkte. 80 Prozent der Teilnehmer erreichten eine klinisch relevante Verbesserung. Die LebensqualitĂ€t verdoppelte sich im Beobachtungszeitraum. Schwerwiegende Nebenwirkungen gab es nicht.

Roboter-Assistenz: PrÀziser schneiden, schneller heilen

Parallel zur interventionellen Radiologie hĂ€lt die Robotik Einzug in die OrthopĂ€die. In der Helios Klinik MĂŒllheim kam im Juni erstmals am Oberrhein ein Robotersystem fĂŒr Kniegelenkersatz zum Einsatz. Die Technologie ermöglicht prĂ€zisere Schnitte und eine individuelle Anpassung an die Patienten-Anatomie. Der konkrete Fall zeigt: Der stationĂ€re Aufenthalt verkĂŒrzte sich von sieben auf fĂŒnf Tage.

Auch andere HĂ€user setzen auf roboterassistierte Systeme wie das Mako-System. Das Helios Klinikum Meiningen plant fĂŒr Ende Juni eine Informationsveranstaltung. Das dortige EndoProthetikZentrum implantiert jĂ€hrlich ĂŒber 600 PrimĂ€rendoprothesen und sieht in der Technologie ein Mittel zur Steigerung der operativen PrĂ€zision.

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20 Jahre Forschung: Was wirklich hilft

Langzeitstudien liefern wichtige Erkenntnisse fĂŒr die Standardversorgung. Die im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte KAT-Studie begleitete ĂŒber 1.700 Patienten ĂŒber 20 Jahre. Fazit: Der Ersatz der KniescheibenrĂŒckflĂ€che wĂ€hrend einer totalen Knieendoprothetik ist langfristig die kosteneffektivste Methode. Die gesundheitlichen Vorteile sind konsistent, ohne die Kosten wesentlich zu erhöhen.

ErgĂ€nzt werden diese AnsĂ€tze durch Fortschritte in der Diagnostik. Das CREDO-Projekt hat auf Basis der CHECK-Kohorte Kriterien entwickelt, um Kniearthrose frĂŒher zu erkennen. Das Diagnosetool nutzt sieben Parameter – darunter BMI, Geschlecht sowie spezifische Angaben zu Gelenkbeschwerden. Ziel: HausĂ€rzte sollen betroffene Patienten frĂŒhzeitiger identifizieren können.

Neue Hoffnung bei Rheuma – aber Vorsicht geboten

Auch bei entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankungen gibt es Fortschritte. Forscher des Hospital ClĂ­nic Barcelona berichten: Eine zweijĂ€hrige Behandlung mit dem Wirkstoff Abatacept senkt das Risiko, dass ein Vorstadium in eine manifeste rheumatoide Arthritis ĂŒbergeht – von etwa 50 auf 20 Prozent.

Gleichzeitig warnen Experten vor bestimmten Medikamenten. Die Hemmung von IL-1beta kann das Risiko fĂŒr invasive Streptokokken-Infektionen deutlich erhöhen. Die unterschiedlichen Risikoprofile unterstreichen: Eine prĂ€zise Indikationsstellung ist in der modernen Gelenk- und Rheumatherapie unverzichtbar.

de | wissenschaft | 69575919 |