Kniearthrose-Studie: 91 Prozent bessern sich mit gezieltem Gangtraining
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der Behandlung von Kniearthrose stehen Betroffenen meist Physiotherapie, Schmerzmittel oder operative Eingriffe zur Verfügung. Eine Untersuchung zeigt jedoch, dass auch mechanische Anpassungen des Gangbilds Beschwerden mindern können.
In einer im August 2025 veröffentlichten randomisierten und placebokontrollierten Studie untersuchten Forschungsteams der University of Utah, der NYU und der Stanford University, wie sich individuell angepasste Fußwinkel beim Gehen auf Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Arthrose im inneren Kniebereich auswirken.
Gezieltes Training mit veränderten Fußwinkeln
An der Untersuchung der University of Utah, NYU und Stanford nahmen 68 ausgewählte Personen teil, die unter einer leichten bis mittelschwerer Kniearthrose im Innenbereich litten. Das Forschungsteam analysierte das Gangbild der Probanden und testete spezifische Fußstellungen: Die Ausrichtung der Füße wurde dabei um 5° oder 10° nach innen beziehungsweise nach außen variiert, um die optimale Entlastung für das Gelenk zu ermitteln.
Nach den Eingangstests absolvierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im aktiven Trainingsarm sechs wöchentliche Biofeedback-Sitzungen. Ergänzend dazu sah das Programm ein tägliches Üben von mindestens 20 Minuten vor, um das veränderte Bewegungsmuster im Alltag zu festigen.
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Messbare Schmerzminderung nach einem Jahr
Die Ergebnisse verdeutlichen einen spürbaren Unterschied zwischen dem gezielten Bewegungstraining und einer Scheinbehandlung. Nach einem Jahr sank der Schmerz auf einer Skala von 0 bis 10 im Trainingsarm um durchschnittlich 2,5 Punkte. Bei Personen, die lediglich ein Scheintraining absolviert hatten, verringerte sich der Schmerzwert im selben Zeitraum durchschnittlich nur um 1,3 Punkte.
Auch eine explorative Analyse unterstreicht diesen Trend: In der Interventionsgruppe erreichten etwa 91 % der Probanden eine klinisch bedeutsame Besserung. In der Kontrollgruppe mit Scheintraining lag dieser Anteil bei 66 %.
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Differenzierte Bildgebung und Risiken bei Selbstanwendung
Die strukturellen Auswirkungen auf das Kniegelenk wurden begleitend mittels Magnetresonanztomografie (MRT) überwacht. In der MRT-Auswertung zeigte sich, dass die T1rho-Verschlechterung im inneren Knie im Trainingsarm langsamer verlief als in der Vergleichsgruppe.
Ein weiterer MRT-Messwert wies hingegen keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen auf. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonten zudem die Grenzen des Ansatzes: Die Studienergebnisse belegen weder eine Reparatur von geschädigtem Knorpelgewebe noch ein vollständig gestopptes Fortschreiten der Arthrose.
Gleichzeitig warnen die beteiligten Institutionen davor, eigenmächtig an der Fußstellung beim Gehen zu experimentieren. Die Methode sollte keinesfalls ohne vorherige individuelle Prüfung zur Anwendung kommen. Eine falsche Ausrichtung des Fußwinkels birgt die Gefahr, die Belastung im Kniegelenk nicht zu reduzieren, sondern im Gegenteil weiter zu verstärken.

