Knochendichte-Screening: Frauen ab 65 und MĂ€nner ab 70 sollten messen lassen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Ratgeber erlĂ€utern verschiedene klinische Verfahren zur Messung der Knochendichte und deren zentrale Rolle bei der Diagnose des individuellen Knochenzustands. Die Knochendichte (BMD) bezeichnet den Mineralgehalt des Knochens bezogen auf dessen Volumen beziehungsweise FlĂ€che. FĂ€llt dieser Wert zu niedrig aus, steigt die Gefahr fĂŒr KnochenbrĂŒche an WirbelsĂ€ule, HĂŒfte und Handgelenk deutlich an.
Etablierte Messverfahren im klinischen Einsatz
Als international anerkannter Goldstandard gilt die Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie (DXA). Diese Untersuchung wird standardmĂ€Ăig an der LendenwirbelsĂ€ule, der HĂŒfte und am Unterarm vorgenommen. Die dabei auftretende Strahledosis ist gering und liegt bei etwa einem Zehntel einer herkömmlichen Thorax-Röntgenaufnahme.
Ein solcher Scan ist nicht-invasiv, nimmt ĂŒblicherweise 10 bis 30 Minuten in Anspruch und erfordert ein ruhiges Liegen, insbesondere wĂ€hrend der Positionierung des Scanners. Zur Vorbereitung sollten Betroffene 24 Stunden vor dem Termin auf die Einnahme von KalziumprĂ€paraten verzichten.
Neben der DXA existiert die quantitative Computertomographie (QCT). Dieses Verfahren misst die volumetrische Knochendichte in Milligramm pro Kubikzentimeter (mg/cmÂł) und kann zwischen der Ă€uĂeren Knochenschicht (Kortikalis) und der inneren BĂ€lkchenstruktur (Spongiosa) differenzieren.
Allerdings geht die QCT mit einer höheren Strahlenbelastung und höheren Kosten einher. Der quantitative Ultraschall (QUS) wiederum misst an Ferse, Schienbein oder den Fingerknochen. Das Verfahren arbeitet vollstĂ€ndig strahlungsfrei, liefert jedoch weniger prĂ€zise Daten als die DXA und ist daher nicht fĂŒr eine eigenstĂ€ndige Diagnose zugelassen.
Auswertung ĂŒber T-Wert und Z-Wert
Die DXA-Messung liefert zwei wesentliche Kennzahlen: den T-Wert und den Z-Wert. WĂ€hrend der Z-Wert das Ergebnis mit der statistischen Norm der jeweiligen Alters- und Geschlechtsgruppe abgleicht, bildet der T-Wert die Basis fĂŒr die klinische Klassifizierung.
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Bei postmenopausalen Frauen und MÀnnern ab 50 Jahren gilt ein T-Wert von ? -1,0 als Normalbefund. Ein Wert zwischen -1,0 und -2,5 zeigt eine Osteopenie an, wÀhrend ein Wert von ? -2,5 als Osteoporose eingestuft wird. Jede Standardabweichung an niedrigerer Knochendichte erhöht das individuelle Frakturrisiko um das 1,5- bis 3-Fache.
Indikationen fĂŒr ein frĂŒhzeitiges Screening
Ein generelles Screening wird fĂŒr Frauen ab 65 Jahren sowie fĂŒr MĂ€nner ab 70 Jahren empfohlen. Liegen klinische Risikofaktoren vor, ist die Untersuchung auch fĂŒr jĂŒngere Altersgruppen vorgesehen. Dies betrifft Frauen nach der Menopause unter 65 Jahren sowie MĂ€nner zwischen 50 und 69 Jahren.
Bei Frauen gilt zusÀtzlich ein Body-Mass-Index (BMI) von unter 21 beziehungsweise ein Körpergewicht unter 125 Pfund (rund 56 Kilogramm) als Indikator.
Zu den wesentlichen Risikofaktoren, die eine frĂŒhere Messung begrĂŒnden, zĂ€hlen Frakturen nach leichten StĂŒrzen, familiĂ€re Vorbelastungen, Hormonstörungen, Malabsorption, chronisch-entzĂŒndliche Erkrankungen sowie eine langfristige Therapie mit Kortikosteroiden.
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Ebenso stellen Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum und ein messbarer GröĂenverlust relevante Warnsignale dar. FĂŒr definierte Hochrisikopersonen sind Kontrollmessungen in Intervallen von ein bis zwei Jahren vorgesehen.
RisikoeinschĂ€tzung und BegleitmaĂnahmen
Anhand der ermittelten Werte schĂ€tzt der Arzt das Frakturrisiko ab und legt prĂ€ventive oder therapeutische Schritte gegen weiteren Knochenverlust fest. Neben spezifischen Interventionen werden begleitend Lebensstil- und NĂ€hrstoffmaĂnahmen empfohlen: Dazu zĂ€hlen eine tĂ€gliche Kalziumzufuhr von 1000 bis 1200 Milligramm sowie eine Gabe von 800 bis 1000 Internationalen Einheiten (IU) Vitamin D pro Tag.
