Knochendichtemessungen, Untersuchte

Knochendichtemessungen: Jeder zweite Untersuchte zeigt Knochenschwund

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßige Belastungsübungen, ausgewogene Ernährung und gezielte Früherkennung gehören zu den zentralen Ansätzen gegen Knochenschwund.
Ein Paar getragene Wanderschuhe auf einem Kiesweg in einem sonnendurchfluteten Park zur Veranschaulichung körperlicher Aktivität. Illustration mit AI erstellt.

Fachbeiträge unterstreichen zunehmend, dass bei der Vorbeugung von Knochenschwund und Osteoporose eine reine Kalziumzufuhr nicht ausreicht. Neben der gezielten Nährstoffversorgung rücken medizinische Experten vor allem regelmäßige körperliche Aktivität und das Vermeiden von Bewegungsmangel in den Mittelpunkt präventiver Konzepte.

Die Rolle von mechanischer Belastung und Muskelmasse

Dr. Hong Yuzhong vom Lianan Health Management Center weist darauf hin, dass Kalzium allein die Knochenstruktur nicht ausreichend stabilisiert. Erforderlich seien regelmäßige Gewichts- und Kraftübungen wie Gehen, Treppensteigen und gezieltes Widerstandstraining. Untergewicht, langes Sitzen und Fehlernährung gelten dabei als wesentliche Risikofaktoren. Ein Knochenschwund könne sich bereits ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar machen.

Dieser schleichende Prozess deckt sich mit dem natürlichen Abbau: Die Knochenmasse erreicht ihren Höhepunkt mit etwa 30 Jahren und nimmt danach kontinuierlich ab. Nach Angaben des US National Council on Aging sinkt die Muskelmasse ab einem Alter von etwa 30 bis 35 Jahren um 3 bis 8 Prozent pro Dekade; ab dem 60. Lebensjahr beschleunigt sich dieser Verlust zusätzlich.

Nach Angaben der Osteoporose Vereniging bieten Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen keine ausreichende gewichtstragende Belastung für das Skelett, da der Sattel beziehungsweise der Auftrieb des Wassers das Körpergewicht tragen.

Stattdessen belasten Aktivitäten wie zügiges Gehen, Treppensteigen, Tanzen, Gartenarbeit sowie Krafttraining die Knochenstruktur wirksam. Das niederländische Portal Thuisarts.nl empfiehlt mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche, idealerweise kombiniert mit gewichtstragenden Übungen. Liegt bereits eine diagnostizierte Osteoporose oder eine komplizierte Fraktur vor, sollte ein Physiotherapeut eingebunden werden.

Risiken und gezielte Übungen bei postmenopausalen Frauen

Nach der Menopause beschleunigt der einsetzende Östrogenabfall den Knochenabbau signifikant. Wie die Fundación Española de Reumatología betont, begünstigt anhaltender Bewegungsmangel die Entstehung von Osteopenie und Osteoporose. Die Rheumatologin Montserrat Romera von der Universitat Internacional de Catalunya rät zu 30 bis 40 Minuten Widerstands- und Gleichgewichtstraining, absolviert an drei bis vier Tagen pro Woche.

Für postmenopausale Frauen empfiehlt Romera spezifische Bewegungsabläufe: Knie- und Hüftflexionen, Kniebeugen sowie die Beinpresse können die Knochendichte gezielt steigern. Gleichzeitig warnt die Medizinerin vor potenziell gefährlichen Belastungen. Zu vermeiden seien das Heben von Gewichten mit gewölbter Wirbelsäule, ruckartige Drehungen, eine Lumbalhyperextension sowie erzwungene Gelenkbewegungen.

Epidemiologische Befunde und regionale Initiativen

Die Dimension der Erkrankung spiegelt sich in internationalen Erhebungen wider. Eine Auswertung von Lianan Preventive Medicine, die zwischen 2023 und 2025 über 30.000 Knochendichtemessungen umfasste, ergab, dass jeder zweite Untersuchte von Knochenschwund oder Osteoporose betroffen war.

Knochenschwund trat dabei am häufigsten in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen auf, während Osteoporose vor allem bei den 60- bis 69-Jährigen festgestellt wurde.

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Nach Daten der Studie OsteoSER der Sociedad Española de Reumatología, deren Erhebungsgruppe den Höchstwert der Knochenmasse im Alter zwischen 20 und 39 Jahren verortet, wiesen 54,4 Prozent der untersuchten Personen über 50 Jahren eine Osteopenie auf.

Bei 10,7 Prozent lag eine Osteoporose vor, aufgeteilt in 18,6 Prozent bei den Frauen und 2,6 Prozent bei den Männern. In Spanien leben demnach rund 3 Millionen Menschen mit Osteoporose; jährlich werden etwa 300.000 Fragilitätsfrakturen verzeichnet.

In der Schweiz sind rund 400.000 Personen von Osteoporose betroffen, mehrheitlich Frauen. Laut Angaben von physio-basel.ch beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Knochenbruchs infolge von Osteoporose ab dem 50. Lebensjahr im Schnitt 51 Prozent für Frauen und 20 Prozent für Männer.

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Neben einer regelmäßigen Mobilisation, Muskelkräftigung und Gleichgewichtstraining wird dort zu 30 Minuten Ausdauersport wie Gehen, Laufen, Wandern oder Treppensteigen geraten, ergänzt durch Kniebeugen, Rumpfbeugung und -streckung sowie Übungen im Vierfüßlerstand.

Auch die bulgarische Expertin Velina Tananeeva von der Krankenkasse NZOK verweist darauf, dass Osteoporose am häufigsten bei Frauen in der Menopause zwischen 50 und 60 Jahren diagnostiziert wird; über 14 Prozent der Diagnostizierten fallen in diese Gruppe. Weitere Risikogruppen sind Männer über 65 bis 70 Jahre sowie Frauen, die sich außerhalb der Menopause operativen Eingriffen mit resultierendem Östrogenmangel unterziehen mussten.

Um Risikopersonen vor dem Auftreten erster Frakturen zu identifizieren, startete in Nord-Lothringen ein neues Präventionsprogramm. Getragen von den CPTS Moselle Trois Vallées und Briey, richtet sich das Vorhaben an Personen unter 60 Jahren mit mindestens zwei Risikofaktoren.

Geschulte Fachkräfte aus der Pflege, Apotheken, Physiotherapie und dem Hebammenwesen erfassen Risiken per Fragebogen und können bei Bedarf eine Osteodensitometrie veranlassen. Der Rheumatologe Dr. Didier Poivret vom Hôpital Maillot de Briey empfiehlt eine ärztliche Abklärung generell ab einem Alter von 60 Jahren, bei Vorliegen von Risikofaktoren auch früher.

Breite Risikofaktoren und Ernährungsempfehlungen

Internationale Institutionen wie die Secretaría de Salud Baja California und Mediziner betonen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Lebensstils. Neben Bewegungsmangel zählen familiäre Vorbelastung, frühe Menopause, hormonelle Störungen, chronische Unterernährung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum zu den Gefahrenquellen.

Die Rheumatologin Rebecca Maria vom HUAC-UFCG verweist zudem auf die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden als Risikotreiber für über 50-Jährige.

Dr. Chao Aijun vom Tianjin Hospital hob auf einer Pressekonferenz der dortigen Gesundheitskommission hervor, dass Osteoporose keineswegs eine unabwendbare Alterserscheinung sei, sondern gezielt behandelt werden könne. Gefährdet seien neben Personen über 65 Jahren und postmenopausalen Frauen auch Langzeitnutzer von Glukokortikoiden sowie Menschen mit geringer Sonnenlichtexposition.

Dr. Chao empfiehlt wöchentlich 150 Minuten moderate Outdoor-Aktivität, kombiniert mit Kraft- und Gewichtstraining, ausreichender Zufuhr von Kalzium und Vitamin D sowie ein Knochendichtescreening für postmenopausale Frauen und Männer ab 60 Jahren. Bei der Nährstoffversorgung bleiben Kalzium und Vitamin D zentral, während Proteine für den Erhalt der stützenden Muskulatur unverzichtbar sind.

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