Knochenschwund, BGB324

Knochenschwund: BGB324 steigert die Knochenmasse binnen 2–4 Wochen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Blockade des Proteins Axl erhöhte in Versuchen mit Mäusen und Zellen die Knochenmasse; BGB324 zeigte günstige Zwischenergebnisse zur Verträglichkeit.
Nahaufnahme der porösen Struktur von menschlichem Knochengewebe unter Laborbedingungen. Illustration mit AI erstellt.

In der Behandlung von Knochenschwund konzentrieren sich viele bisherige Therapien darauf, den fortschreitenden Abbau von Knochensubstanz zu verlangsamen. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Ulmer Universitätsmedizin rückt nun einen alternativen Mechanismus in den Mittelpunkt: die gezielte Anregung der körpereigenen Knochenbildung.

Unter der Leitung von Jan Tuckermann, Anita Ignatius und Mubashir Ahmad analysierten Forschende die Rolle des Eiweißmoleküls Axl im Skelettsystem. Die im Fachjournal Bone Research veröffentlichte Studie (DOI 10.1038/s41413-026-00554-0) belegt, dass Axl den Knochenaufbau bremst.

Eine medikamentöse Blockade dieses Signalwegs kann diesen Prozess umkehren, wie Fachmedien wie medlabportal.de am 19. Oktober 2026 sowie journalmed.de am 20. Oktober 2026 berichteten.

Signifikanter Massezuwachs im Tiermodell und im Labor

Um die Funktion des Proteins genauer zu entschlüsseln, setzten die Wissenschaftler den Wirkstoff BGB324 ein, der als Hemmstoff gegen Axl wirkt. Im Mausmodell zeigte sich nach einer Behandlungsdauer von 2–4 Wochen mit BGB324 ein deutlicher Zuwachs an Knochenmasse, der sich insbesondere in den Oberschenkelknochen sowie in den Wirbeln manifestierte.

Ergänzende Versuche auf zellulärer Ebene bestätigten diese Beobachtungen. Im Labor führte die gezielte Hemmung des Eiweißmoleküls zu einer gesteigerten Knochensubstanz. Die Forschenden führten diesen Effekt auf die Aktivierung eines spezifischen osteogenen Gens zurück, welches das Wachstum und die Regeneration von Knochengewebe steuert.

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Verträglichkeit und Vorarbeiten aus der Onkologie

Ein wesentlicher Aspekt bei der Evaluierung neuer Therapieansätze liegt in der Verträglichkeit und den vorliegenden Sicherheitsdaten. Der verwendete Inhibitor BGB324 ist in der medizinischen Forschung kein Unbekannter: Die Substanz wurde zuvor bereits im Rahmen klinischer Studien zur Krebstherapie erprobt. Für die Versuchsreihen der Ulmer Forschungsgruppe stellte das Unternehmen BerGenBio den Wirkstoff kostenfrei zur Verfügung.

Hinsichtlich der unerwünschten Wirkungen lieferten die Untersuchungen günstige Zwischenergebnisse. Als Begleiterscheinung der Intervention dokumentierten die Wissenschaftler lediglich einen leichten Rückgang der weißen Blutkörperchen, der als unbedenklich eingestuft wurde. Schwerwiegendere toxische Effekte traten während der Behandlungsintervalle nicht zutage.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Förderstruktur

Die Forschungsarbeit entstand in enger Kooperation mehrerer Ulmer Einrichtungen. Neben der Ulmer Universitätsmedizin waren das Institut für Immunologie, die Klinik für Neurologie sowie das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) in Ulm an dem Projekt beteiligt.

Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben durch Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Das übergeordnete Ziel der wissenschaftlichen Initiative besteht darin, neue therapeutische Optionen für Patientinnen und Patienten mit Osteoporose zu schaffen. Anstelle einer reinen Hemmung des Knochenabbaus soll die gezielte Stimulation des körpereigenen Aufbaus langfristig dazu beitragen, die Stabilität des Skeletts wiederherzustellen und das Frakturrisiko bei fortschreitendem Knochenschwund zu verringern.

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