Knorpelschäden im Knie: CartiHeal zeigt bessere KOOS-Werte bis 60 Monate
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Degenerative Gelenkbeschwerden und Knorpelschäden im Knie stellen Orthopäden vor anhaltende therapeutische Herausforderungen. Ein im Fachbereich beachteter Schritt betrifft die Einführung des CartiHeal-Implantats (CARTIHEAL AGILI-C) durch das Medizintechnikunternehmen Smith & Nephew PLC auf dem europäischen Kontinent.
Nach der Markteinführung in den USA im Jahr 2024 wird das System für Patienten in Europa bereitgestellt. Zu den Erstmärkten zählen Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien sowie das Vereinigte Königreich. Weitere Länder sollen nach Unternehmensangaben folgen.
Biphasischer Aufbau auf Basis von Aragonit
Das Implantat basiert auf Aragonit, einer mineralischen Form von Kalziumkarbonat, und verfügt über ein biphasisches Gerüst. Die Struktur ist darauf ausgelegt, die körpereigene Knorpelreparatur zu unterstützen, subchondralen Knochen wiederherzustellen und damit einhergehende Schmerzen zu lindern. Fachkreisen wird das System auf dem ICRS-Summit präsentiert, der vom 8. bis 10. Oktober im portugiesischen Porto stattfindet.
Studiendaten belegen Langzeiteffekte
Die klinische Grundlage des Verfahrens stützt sich auf Ergebnisse einer multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie, die im Fachblatt American Journal of Sports Medicine erschien.
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Gegenüber dem etablierten chirurgischen Behandlungsstandard, bestehend aus Debridement oder Mikrofrakturierung, erzielten Patienten mit dem Implantat über einen Beobachtungszeitraum von bis einschließlich 60 Monaten höhere Gesamtwerte im Knie-Score KOOS (Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score).
Die Erhebungen dokumentieren über die fünfjährige Laufzeit einen deutlicheren Rückgang der Knieschmerzen sowie eine verbesserte Lebensqualität. Zudem zeigten sich nach zwei, vier und fünf Jahren bessere Funktionswerte im Alltag sowie bei Sport- und Freizeitaktivitäten.
Bei der Differenzierung nach dem Schweregrad des Gelenkverschleißes zeigte sich nach 48 Monaten kein statistisch signifikanter Unterschied im Behandlungsergebnis zwischen Patienten mit Arthrose und solchen ohne (Kellgren-Lawrence-Grad 0–1 im Vergleich zu 2–3).
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Konzernprofil und Reaktionen am Kapitalmarkt
Smith & Nephew gehört zu den führenden globalen Orthopädieanbietern im britischen Leitindex FTSE100. Das Unternehmen beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und ist in rund 100 Ländern aktiv. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Jahresumsatz von 6,2 Milliarden US-Dollar.
Laut Marktberichten vom 6. Oktober 2026 reagierten die Börsen positiv auf die europäische Markteinführung. Die Aktie stieg an der Londoner Börse um 1,6 Prozent auf 1.021,00 Pence. In weiteren Notierungen verzeichnete das Papier ein Plus von 0,87 Prozent. Bei einer Erfassung durch 18 Analysten lag der letzte Schlusskurs bei 13,28 US-Dollar, während das mittlere Kursziel auf 16,91 US-Dollar beziffert wurde.
