Koffein-Gefahr, Fälle

Koffein-Gefahr: 39 Fälle von Herzrasen bei 13- bis 18-Jährigen

01.07.2026 - 12:10:38 | boerse-global.de

Eine Studie belegt ernste Herzrhythmusstörungen bei Jugendlichen durch Koffein. Energydrinks und Pulver bergen bereits in moderaten Mengen Risiken.

MedUni Graz Studie: Koffein-Gefahren für Jugendliche
Koffein-Gefahr - Nahaufnahme der Hand eines Jugendlichen, der eine bunte Energydrink-Dose hält, im Hintergrund leicht verschwommene medizinische Geräte. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Energydrinks und Koffeinpulver können bereits in moderaten Mengen gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Herzrasen nach dem Energy-Drink

Die Forscher um Stefan Kurath-Koller analysierten 39 dokumentierte Fälle von Herzrhythmusstörungen bei 13- bis 18-Jährigen. Ergebnis: Mit 69 Prozent sind überwiegend männliche Jugendliche betroffen. Die Symptome reichten von Herzrasen bis zu spezifischen EKG-Veränderungen wie QTc-Verlängerungen.

Besonders tückisch: Die Reaktion des jugendlichen Organismus ist unberechenbar. Die Studie führt einen Todesfall durch Kammerflimmern an, der direkt auf Koffeinkonsum zurückgeht. Die Gefahr droht nicht nur bei exzessivem Missbrauch, sondern auch bei moderaten Dosen – vor allem bei körperlicher Vorbelastung oder fehlender Koffeingewöhnung.

Wann wird Koffein giftig?

Die medizinischen Schwellenwerte sind klar definiert. Eine Vergiftung setzt bei ein bis zwei Gramm Koffein ein. Lebensbedrohlich wird es ab 100 bis 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Die Darreichungsform macht den Unterschied: Energydrinks sind die bekannteste Quelle, doch hochkonzentrierte Tabletten und Pulver bergen ein erhöhtes Risiko für versehentliche Überdosierungen. Noch gefährlicher wird es bei Mischkonsum mit Alkohol – die Risiken steigen dann signifikant.

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Schlafforscherin Caroline Lustenberger von der ETH Zürich warnt zudem vor der Kombination von Schlafmangel und Wachmachern. Ihre Alternative: Powernaps und Tageslicht statt Koffein.

Verbot allein reicht nicht

Polen hat den Verkauf von Energydrinks an Minderjährige verboten. Die Wirkung? Laut Experten weitgehend wirkungslos. Fachleute fordern daher mehr Aufklärungsarbeit statt reiner Verbote.

Die Kritik geht aber weiter: Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) prangert Marketingaktionen rund um die Fußball-WM an, die zuckerhaltige Produkte bewerben. Eine Sammelaktion von Ferrero, die am 31. Juli 2026 endet, steht exemplarisch für problematische Vermarktung.

Nicht nur Koffein ist das Problem

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einem weiteren Stoff: Glycerin (E422) in Slush-Eis-Produkten. Ab 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht drohen Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit.

Für ein 20 Kilo schweres Kind reicht bereits eine Portion von knapp 200 Millilitern. Da keine verbindlichen Höchstmengen für Hersteller gelten, raten Verbraucherschützer zur Vorsicht. Die Botschaft ist klar: Junge Konsumenten sind zunehmend mit potenziell belastenden Stoffen in modernen Lifestyle-Produkten konfrontiert.

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