Kompetenz-Lücke, KI-Know-how

Kompetenz-Lücke: 79% Unternehmen fehlt KI-Know-how

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Erwerbslosigkeit unter jungen US-Akademikern liegt seit 2022 über dem Durchschnitt. Technische Studiengänge und menschliche Fähigkeiten werden im KI-Zeitalter entscheidend.

KI-Zeitalter: Junge Akademiker kämpfen um Jobs, MINT-Studium als Trumpf
Junge Universitätsstudenten arbeiten in einem modernen Klassenzimmer mit digitalen Schnittstellen im Hintergrund, die KI und STEM-Bildung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Erwerbslosigkeit unter US-Akademikern im Alter von 22 bis 27 Jahren liegt seit 2022 rund 22 bis 27 Prozent über der allgemeinen Quote. Auch in Deutschland übersteigt die Erwerbslosenquote junger Akademiker leicht den Durchschnitt.

MINT-Fächer als Trumpf im KI-Zeitalter

Demis Hassabis, CEO von DeepMind, sieht in technischen Studiengängen einen entscheidenden Vorteil. Auf einer Wirtschaftskonferenz in London betonte er: Ein tiefes technisches Verständnis und ein Informatikstudium könnten die Effektivität im Umgang mit KI um den Faktor zehn steigern.

Gleichzeitig warnte der DeepMind-Chef vor kurzsichtigen Stellenstreichungen durch KI. Er prognostiziert die Entwicklung einer künstlichen allgemeinen Intelligenz (AGI) bis 2030 – mit einer Abweichung von etwa einem Jahr.

Spezialisierung zahlt sich aus

Die Nachfrage nach IT-Fachkräften entwickelt sich uneinheitlich. Während klassische White-Collar-Jobs in Marketing, Personalwesen oder einfacher Softwareentwicklung unter Druck geraten, entstehen in Spezialfeldern neue Chancen. Stellenausschreibungen auf Plattformen wie Indeed sanken seit November 2022 zeitweise um 37 Prozent.

Eine Bitkom-Umfrage unter 850 Unternehmen zeigt die Ambivalenz: 27 Prozent erwarten einen KI-bedingten Stellenabbau, 42 Prozent sehen zusätzlichen Bedarf an KI-Spezialisten. Besonders gefragt sind:

  • Software-Architekten – Gehälter bis zu 109.500 Euro
  • KI-Entwickler – Vergütungen um 92.000 Euro
  • Data Analysts – bis zu 90.000 Euro
  • IT-Security-Architekten – bis zu 81.250 Euro
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Während die Nachfrage nach KI-Spezialisten boomt, stellt die neue EU-KI-Verordnung Unternehmen vor komplexe rechtliche Herausforderungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen und Ihrer IT-Abteilung den nötigen Überblick über alle neuen Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Unternehmen wie BMW oder KPMG suchen gezielt Cloud-Spezialisten, Security-Experten und Data Scientists. Administratoren oder IT-Testmanager haben es dagegen schwerer.

Warum Geisteswissenschaftler plötzlich gefragt sind

Neben technischen Fertigkeiten gewinnen menschliche Qualitäten an Bedeutung. Philosophie, Volkswirtschaft oder Ethik werden im KI-Kontext wertvoller. Gefragt sind kritisches Denken, originelle Lösungsansätze und die Fähigkeit, KI-Ergebnisse ethisch zu bewerten.

Das Weltwirtschaftsforum bestätigt diesen Trend: 69 Prozent der Arbeitgeber nennen analytisches Denken als wichtigste Kompetenz, gefolgt von Resilienz und Flexibilität mit 67 Prozent. Laut Schätzungen von Stifterverband und McKinsey fehlen 79 Prozent der Unternehmen die internen Kompetenzen für eine umfassende KI-Nutzung.

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Hochschulen stellen sich neu auf

Die Fudan-Universität in Shanghai erprobt bereits alternative Prüfungsformen. Studierende mussten KI-Modelle gezielt an ihre Fehlergrenzen bringen, statt eine klassische Abschlussarbeit zu verfassen. Ziel: die Urteilsfähigkeit gegenüber maschinellen Ergebnissen schulen.

In der Schweiz hat die Prüfungsgesellschaft BDO ein Programm für Auszubildende im Treuhandwesen gestartet. Trotz automatisierter Prozesse sollen die fachlichen Grundlagen der Buchhaltung tiefgreifend verstanden bleiben.

Der formale Hochschulabschluss verliert zunehmend an Gewicht. In den USA verzichten bereits über 50 Prozent der Unternehmen bei bestimmten Stellen profilbereichen auf ein Studium. Stattdessen setzen sie auf „Skills-based Hiring“ – nachgewiesene praktische Kompetenzen und KI-Kenntnisse zählen mehr als der Abschluss. Handwerk, medizinische und soziale Berufe gelten wegen ihrer physischen und zwischenmenschlichen Komponente als besonders krisensicher.

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