Konfi 3: Zehn Kursnachmittage sollen Grundschulkinder an Glauben heranfĂŒhren
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das pĂ€dagogische Angebot fĂŒr Kinder im Grundschulalter erfĂ€hrt im Herbst 2026 eine Erweiterung durch das Programm âKonfi 3â. Ab Oktober 2026 richtet sich dieses Format speziell an SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der dritten und vierten Klasse, was einem Alter von etwa acht bis neun Jahren entspricht.
Das Projekt, das unter der Leitung der ReligionspÀdagogin Christine Hradetzky und eines ehrenamtlichen Teams steht, ist als erster Teil eines zweistufigen Konfirmationsmodells konzipiert, dessen Abschluss in der achten Jahrgangsstufe erfolgt.
Struktur und pÀdagogische Zielsetzung des Konfirmandenunterrichts
Das Programm umfasst im Zeitraum von Oktober bis Juni insgesamt zehn Kursnachmittage mit einer Dauer von jeweils 60 Minuten. Ein zentrales Element der pĂ€dagogischen Gestaltung ist die Verbindung von Unterrichtseinheiten mit gemeinschaftlichen Erlebnissen, wozu unter anderem eine Ăbernachtung sowie ein abschlieĂender Festgottesdienst gehören.
Diese Form der frĂŒhzeitigen religiösen Bildung steht im Kontext einer breiteren Debatte ĂŒber die Förderung von Kindern in dieser Entwicklungsphase. Parallel zu kirchlichen Angeboten setzen auch kommunale BildungstrĂ€ger auf gezielte Programme fĂŒr die dritte und vierte Jahrgangsstufe.
So bietet etwa das Medienzentrum Gelsenkirchen im Oktober und November 2026 Fortbildungen fĂŒr das PrĂ€ventionsprogramm âDiginautisâ an, das ebenfalls auf diese Altersgruppe zugeschnitten ist.
Herausforderungen in der basalen Kompetenzvermittlung
Die Notwendigkeit fĂŒr strukturierte Förderangebote wird durch aktuelle Bildungsstudien unterstrichen. Laut Ergebnissen der PISA-Studie 2025 sind die Leistungen in Deutschland in den Bereichen Mathematik und Lesekompetenz im Vergleich zu 2022 erneut zurĂŒckgegangen.
Bildungsexperten wie Yvonne Anders vom DIPF Leibniz-Institut verweisen in diesem Zusammenhang auf die IGLU-Studie 2023, nach der rund jedes vierte Kind die basalen Kompetenzen im Lesen und Hörverstehen nicht erreiche.
Ab Oktober 2026 startet ein zweistufiges Glaubensmodell, das Grundschulkinder der dritten und vierten Klasse ĂŒber zehn Nachmittage begleitet â mit Ăbernachtung und Festgottesdienst als gemeinschaftlichem Höhepunkt. Was das fĂŒr Ihr Kind bedeutet und wie Sie es zu Hause stĂ€rken, zeigt unser kostenloser Leitfaden. Kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern
Anders betonte, dass sich die soziale Schere bereits bei Zwei- bis DreijĂ€hrigen zeige. Ein verpflichtendes Vorschuljahr lehne sie jedoch ab, da die Nutzungsquote im letzten Jahr vor der Einschulung bereits bei 97 Prozent liege. Stattdessen setze das aktuelle Kita-Gesetz Schwerpunkte bei der InteraktionsqualitĂ€t. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt angesichts der LeistungsrĂŒckgĂ€nge individuellere Lernwege und den Einsatz multiprofessionaler Teams.
Psychosoziale UnterstĂŒtzung und KrisenbewĂ€ltigung
Neben der kognitiven Förderung rĂŒckt die psychische Gesundheit verstĂ€rkt in den Fokus. Am Are-Gymnasium in Grafschaft wird deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche Schulsozialarbeit ist, um Belastungen â etwa infolge der Flutkatastrophe im Ahrtal â aufzufangen.
Obwohl das Land Rheinland-Pfalz hier Ausnahmegenehmigungen fĂŒr die Förderung erteilt hat, ist die langfristige Finanzierung solcher Stellen oft ungewiss. Die Pauschale fĂŒr eine Vollzeitstelle liegt bei 30.600 Euro pro Jahr.
Die Bedeutung der emotionalen BewĂ€ltigung komplexer Themen zeigt sich auch in der UmweltpĂ€dagogik. Eine Studie der UniversitĂ€t Limerick mit 15- bis 16-jĂ€hrigen SchĂŒlerinnen untersuchte die Wirkung digitaler Informationen in Kombination mit praktischen Exkursionen.
WÀhrend die Teilnehmenden ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz höher einschÀtzten, stiegen gleichzeitig die Umweltsorgen. Die Bremer Forscherin Emily Olsen wies in einer Meta-Studie darauf hin, dass transformative AnsÀtze dabei helfen können, solche KlimaÀngste zu verarbeiten.
Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe
Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die gesunde Entwicklung ist die Mitbestimmung. Bei der Stuttgarter Kinderversammlung 2026 formulierten rund 200 Kinder aus 19 Einrichtungen konkrete Empfehlungen fĂŒr ihren Schulalltag. Zu den Forderungen gehörten ein spĂ€terer Schulbeginn gegen 8:30 Uhr, mehr Bewegungsmöglichkeiten und sauberere sanitĂ€re Anlagen.
Jedes vierte Grundschulkind erreicht laut IGLU-Studie 2023 nicht die basalen Kompetenzen im Lesen und Hörverstehen â und die PISA-Ergebnisse 2025 zeigen erneut RĂŒckgĂ€nge. Wer sein Kind in dieser Phase begleiten will, findet hier konkrete Schritte fĂŒr religiöse Bildung und Basiskompetenzen. Checkliste fĂŒr Eltern jetzt sichern
Dass solche Initiativen zur StĂ€rkung von Kinderrechten Anerkennung finden, belegt die Verleihung des NiedersĂ€chsischen KinderHabenRechtePreises am 26. September 2026 an das Projekt âGut getroffen!â des Spielparks Linden. Das mit einem Preisgeld dotierte Projekt befasst sich mittels eines Comic-Hefts prĂ€ventiv mit dem Thema Gewalt und richtet sich an Kinder zwischen sechs und 13 Jahren.
