CholerafÀlle, Impfstoff

Mehr als 50.000 CholerafÀlle im Juli - Impfstoff fehlt

15.08.2024 - 14:19:49

Konflikte, Naturkatastrophen und der Klimawandel vertreiben Millionen Menschen, die auf der Flucht oft unhygienische VerhÀltnisse antreffen. Das gibt einer tödlichen Krankheit Vorschub.

  • Unhygienische VerhĂ€ltnisse begĂŒnstigen die Ausbreitung von Cholera (Archivbild) - Foto: --/AP/dpa

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  • Impfstoff schĂŒtzt Kinder, aber es gibt weltweit nicht genug. (Archivbild) - Foto: Mohammed Mohammed/Xinhua/dpa

    Mohammed Mohammed/Xinhua/dpa

Unhygienische VerhĂ€ltnisse begĂŒnstigen die Ausbreitung von Cholera (Archivbild) - Foto: --/AP/dpaImpfstoff schĂŒtzt Kinder, aber es gibt weltweit nicht genug. (Archivbild) - Foto: Mohammed Mohammed/Xinhua/dpa

Die lebensgefÀhrliche Krankheit Cholera ist trotz des Einsatzes dagegen weiter stark verbreitet. Im Juli wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 52.000 FÀlle aus 17 LÀndern gemeldet, 15 Prozent mehr als im Monat davor. 223 TodesfÀlle seien gemeldet worden, 34 Prozent mehr. 

Die Darminfektion wird durch Lebensmittel und Wasser ĂŒbertragen, die mit dem Bakterium Vibrio cholerae verunreinigt sind, hĂ€ufig durch FĂ€kalien. Mit sauberem Wasser und sanitĂ€ren Einrichtungen kann Cholera verhindert werden. Unbehandelt können vor allem Kinder innerhalb weniger Stunden sterben. 

Hohe Dunkelziffer bei Meldungen

Die Region östliches Mittelmeer verzeichnete mit Abstand die meisten FĂ€lle (rund 43.500). Zu der Region gehören 21 LĂ€nder von Pakistan ĂŒber Afghanistan und den Iran bis Marokko, ebenso wie der Gazastreifen und die besetzten palĂ€stinensischen Gebiete. 

Weltweit waren es in diesem Jahr bis Ende Juli bereits gut 307.000 gemeldete FĂ€lle, im Gesamtjahr 2023 gut 700.000. Meldungen gehen oft mit großer VerspĂ€tung ein. Zudem ist die Dunkelziffer nach WHO-Angaben bei solchen Meldungen groß, weil nicht alle FĂ€lle registriert werden. 

Kritischer Impfstoffmangel behindere den Kampf gegen die Darminfektion, so die WHO. Seit Anfang 2023 hÀtten LÀnder Bedarf an 105 Millionen Impfdosen angemeldet, es seien seitdem aber nur 55 Millionen produziert worden. 

Grund fĂŒr die hohe Zahl der FĂ€lle seien Konflikte, Naturkatastrophen und Klimawandel. Das vertreibt viele Menschen, die auf der Flucht oft unhygienische VerhĂ€ltnisse antreffen. 

Nur ein Impfstoffhersteller

Der Impfstoff wird von einem einzigen Unternehmen hergestellt, EuBiologicals in SĂŒdkorea. Es hat begrenzte ProduktionskapazitĂ€ten. Zudem wird nur produziert, was bestellt und bezahlt wird - das heißt, wenn nicht genĂŒgend Geld fĂŒr den Kauf da ist, wird auch nicht produziert, wie Impfspezialistin Edina Amponsah-Dacosta im MĂ€rz im Portal «The Conversation» erlĂ€uterte. 

@ dpa.de