Konsumverhalten: 74 Prozent lassen sich von Rabatten leiten
19.06.2026 - 22:21:43 | boerse-global.de
Das ist das Ergebnis einer aktuellen BCG-Studie unter 1.800 Befragten. Die hohe PreissensibilitĂ€t ist eine direkte Reaktion auf die massive Teuerung der vergangenen Jahre. Seit 2020 stiegen die Preise fĂŒr Nahrungsmittel um durchschnittlich 37 Prozent.
Die Stimmung bleibt dĂŒster: 64 Prozent der Studienteilnehmer bewerten die wirtschaftliche Lage negativ. 81 Prozent kontrollieren ihre Ausgaben verstĂ€rkt, 44 Prozent haben ihren Konsum im Vergleich zu 2025 reduziert. Selbst groĂe Player wie Douglas mussten ihre Prognosen anpassen.
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Sparen trifft Mode und Gastronomie besonders hart
Zwei Branchen leiden am stĂ€rksten unter der KaufzurĂŒckhaltung. Laut einer Kantar-Erhebung sparen jeweils 52 Prozent der Befragten bei Bekleidung und Accessoires sowie bei Restaurantbesuchen. 62 Prozent nutzen Preisvergleiche, 56 Prozent achten gezielt auf Aktionsware.
Doch nicht alle sparen aus purer Not. Viele Haushalte schichten um: 41 Prozent legen Geld fĂŒr Urlaube oder RĂŒcklagen zurĂŒck, 37 Prozent priorisieren die private Altersvorsorge.
Billigplattformen und Secondhand setzen HĂ€ndler unter Druck
Der Einzelhandel kÀmpft an zwei Fronten. Internationale Plattformen wie Temu und Shein entziehen dem stationÀren und etablierten Online-Handel jÀhrlich rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz. Das zeigen SchÀtzungen von IW Consult und dem Handelsverband Deutschland.
Gleichzeitig boomen gebrauchte Produkte. 2025 erreichte der Online-Secondhand-Markt ein Volumen von 10,5 Milliarden Euro â ein Plus von 84 Prozent gegenĂŒber 2019. FĂŒr viele HĂ€ndler wird die Lage existenzbedrohend: Jeder sechste EinzelhĂ€ndler sieht sich gefĂ€hrdet, die Insolvenzzahlen erreichten laut Allianz Trade einen Zehn-Jahres-Höchststand.
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Anleger setzen auf Sicherheit statt Spekulation
In unsicheren Zeiten suchen Anleger nach stabilen Strategien. Fachkreise diskutieren das Drei-Speichen-Prinzip: eine gleichmĂ€Ăige Verteilung auf Immobilien, ETFs und Edelmetalle. Ziel ist die Vermeidung von Klumpenrisiken.
Die Skepsis gegenĂŒber spekulativen Anlagen wĂ€chst. Investor Frank Thelen verkaufte laut Medienberichten vom 19. Juni 2026 alle KryptobestĂ€nde â mit Verweis auf regulatorische Risiken. Bitcoin fiel innerhalb eines Jahres um rund 40 Prozent auf 62.390 US-Dollar.
Auch KI-Investments, die zuletzt fĂŒr RekordstĂ€nde sorgten, sehen Experten kritisch. Ray Dalio warnte im Juni 2026 vor einer Spekulationsblase mit Parallelen zur Dotcom-Ăra. WĂ€hrend Firmen wie Marvell krĂ€ftige UmsatzsprĂŒnge melden, bleiben die sozialen Folgen ungewiss â etwa der Wegfall von BĂŒro-Einstiegsjobs bis 2030.
