Konzentration, Multitasking

Konzentration statt Multitasking: Wie Fokus den präfrontalen Kortex entlastet

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kognitive Erschöpfung erfordert gezieltes Fokustraining statt Multitasking. Experten empfehlen Pufferzeiten, Bewegung und strukturierte Methoden zur Stärkung der mentalen Gesundheit.

Mentale Fitness im Job: Strategien gegen kognitive Überlastung und Multitasking
Eine konzentriert arbeitende Person an einem aufgeräumten Schreibtisch in einem hellen, modernen Büro bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Anforderungen in modernen Arbeitswelten führen vermehrt zu einer Überlastung kognitiver Ressourcen. Experten betonen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, die geistige Flexibilität gezielt durch Konzentration statt durch das oft praktizierte Multitasking zu fördern. Aktuelle Analysen und fachliche Empfehlungen deuten darauf hin, dass die bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle für die langfristige mentale Gesundheit und Leistungsfähigkeit spielt.

Entlastung des präfrontalen Kortex und das Ende des Multitaskings

Ein wesentlicher Faktor für kognitive Erschöpfung ist nach Einschätzung der Neurowissenschaftlerin Amy Brann nicht die Länge der Aufgabenliste selbst, sondern der sogenannte Dauer-Reply-Modus. Dieser Zustand der ständigen Reaktionsbereitschaft belaste den präfrontalen Kortex erheblich. Um dieser Ermüdung entgegenzuwirken, empheilht die Expertin, Termine klarer zu sortieren und nach Besprechungen bewusste Pufferzeiten einzuplanen. Dies ermögliche es dem Gehirn, Informationen zu verarbeiten, anstatt ohne Unterbrechung zwischen verschiedenen Reizen zu wechseln.

Dass Fokus und innere Stabilität dabei über rein mentale Prozesse hinausgehen, unterstreichen Fachleute mit Blick auf die Entwicklung des Nervensystems. Ein stabiles Nervensystem benötige demnach neben kognitiver Anstrengung auch Bewegung, Rhythmus und Körperwahrnehmung. Geduld und Fokus seien dabei keine angeborenen Eigenschaften, sondern Resultate kontinuierlicher Übung.

Gezieltes Training und strukturierte Ansätze gegen Informationsüberlastung

Um die mentale Fitness im Berufsleben zu stärken, werden zunehmend spezialisierte Weiterbildungsformate angeboten. Im Herbst 2026 ist eine Webinarreihe unter dem Titel „Gedächtnistraining – mentale Fitness für den Arbeitsalltag“ geplant. Die von der Diplom-Kauffrau und Erwachsenenbildnerin Gerda Schneider geleitete Reihe umfasst Termine am 13. Oktober und 10. November 2026. Ziel ist es, den Teilnehmern Methoden zu vermitteln, mit denen sie ihre geistige Leistungsfähigkeit systematisch erhalten und steigern können.

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Gegen die zunehmenden Existenzängste, die durch wirtschaftlichen Druck und den Verlust gewohnter Strukturen entstehen, werden zudem strukturierte Bewältigungsmodelle herangezogen. Ein bewährter Ansatz ist ein 5-Schritte-Modell aus der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT), um mit Angst als internem Alarmsystem umzugehen. Dieser Prozess beinhaltet:
1. Den Angstalarm bewusst zu erkennen und innezuhalten.
2. Automatische Gedanken schriftlich festzuhalten.
3. Die vorhandenen Beweise für diese Gedanken sachlich zu prüfen.
4. Sorgen in konkrete, kleine Handlungsschritte zu überführen.
5. Das Setzen von Grenzen am Arbeitsplatz aktiv zu praktizieren.

Ergänzend zu diesen psychologischen Strategien werden teilweise komplementäre Ansätze wie Informations-Chips zur Unterstützung genannt, die jedoch eine medizinische Behandlung nicht ersetzen können.

Biologische Faktoren und sensorische Gedächtnisstützen

Neben verhaltenstherapeutischen Maßnahmen spielen auch biologische und lebensstilbezogene Faktoren eine Rolle bei der Stressbewältigung. Die Pflanze Rhodiola rosea wird in diesem Kontext als Adaptogen angeführt, das direkt auf die Stressachse wirkt. Studien belegen laut Fachberichten, dass eine Standardisierung auf mindestens 3 % Rosavin sowie Salidrosid dazu beitragen kann, die kognitive Funktion zu verbessern, Erschöpfung zu reduzieren und die Stimmung aufzuhellen.

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Auch die Umgebung und die Sinne beeinflussen die Gedächtnisleistung. Eine im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift „Behavioural and Cognitive Psychotherapy“ veröffentlichte Studie mit 443 Teilnehmern zeigte auf, dass gewöhnliche Alltagsgegenstände oft lebendigere Erinnerungen auslösen als wertvolle Besitztümer. So können beispielsweise einfache Kassenzettel als effektive Gedächtnisstützen fungieren, da sie über den sogenannten Proust-Effekt die Sinne aktivieren und damit autobiografische Erinnerungen abrufen.

Zur allgemeinen Unterstützung der mentalen Resilienz wird zudem eine ganzheitliche Lebensweise empfohlen. Dazu gehören die Integration von Bewegung zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von 2 bis 3 Litern täglich sowie eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Parasympathikus zu aktivieren und Stressreaktionen im Körper nachhaltig zu senken.

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