Kortison-Osteoporose, Knochendichte

Kortison-Osteoporose: Knochendichte fällt bis 5% monatlich

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Glukokortikoide können den Knochenabbau früh beschleunigen. Fachleute raten deshalb zu früher Risikoprüfung und gezielter Vorbeugung.

Kortison und Osteoporose: Warum frĂĽhe Vorsorge entscheidend ist
Mikroskopische Nahaufnahme einer porösen Knochenstruktur, die den Knochenabbau bei Osteoporose verdeutlicht. Illustration mit AI erstellt.

Kortisonpräparate gehören zu den wichtigsten Medikamenten in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen – sie bergen jedoch ein erhebliches Risiko für die Knochengesundheit. Fachleute weisen darauf hin, dass Glukokortikoide zu den häufigsten Ursachen einer medikamentös bedingten Osteoporose zählen und Betroffene frühzeitig über präventive Maßnahmen aufgeklärt werden sollten.

Rascher Knochenabbau zu Behandlungsbeginn

Besonders kritisch ist der Beginn einer Kortisontherapie: In den ersten sechs bis zwölf Behandlungsmonaten kann die Knochendichte um bis zu 5 Prozent pro Monat abnehmen. Dieser rasche Verlust erklärt, warum Frakturen bei Patienten unter Glukokortikoidtherapie besonders häufig auftreten – Schätzungen zufolge liegt die Frakturprävalenz bei dieser Patientengruppe zwischen 30 und 50 Prozent.

Aufgrund dieses erhöhten Risikos wird bei glukokortikoidbedingter Osteoporose die Frakturschwelle strenger angesetzt als bei der allgemeinen Osteoporose-Diagnostik: Statt des sonst üblichen T-Scores von -2,5 Standardabweichungen gilt bei Patienten unter Kortisontherapie bereits ein T-Score von -1,5 SD als behandlungsbedürftig.

Als Orientierung für den Beginn einer präventiven Therapie dient häufig eine Prednison-Dosis von 5 Milligramm pro Tag über mindestens drei Monate – ab diesem Punkt wird eine antiosteoporotische Prophylaxe empfohlen, die Kalzium- und Vitamin-D-Gabe sowie – als Mittel der ersten Wahl – Bisphosphonate umfasst.

Osteoporose als globale Herausforderung

Die Problematik der glukokortikoidinduzierten Osteoporose reiht sich in ein größeres Bild ein: Osteoporose, definiert über einen T-Score von ?-2,5 in der DEXA-Messung, betrifft nach Angaben internationaler Fachorganisationen weltweit rund 200 Millionen Frauen. Jährlich kommt es demnach zu etwa 8,9 Millionen Frakturen.

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Eine von drei Frauen und einer von fünf Männern über 50 Jahren erleidet im Laufe des Lebens eine osteoporotische Fraktur. Besonders gravierend sind die Folgen von Hüftfrakturen: Die Sterblichkeit innerhalb von zwölf Monaten nach einer solchen Fraktur liegt zwischen 20 und 30 Prozent.

Für die medikamentöse Prävention und Behandlung spielen Bisphosphonate eine zentrale Rolle. Studien zufolge senken sie das Risiko für Wirbelkörperfrakturen um 40 bis 70 Prozent und das Risiko für Hüftfrakturen um rund 40 Prozent.

Speziell bei Glukokortikoiden gilt: Bereits ab einer Dosis von 7,5 Milligramm Prednisolon-Äquivalent über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten steigt das Frakturrisiko – und zwar praktisch vom ersten Behandlungstag an, nicht erst nach mehrmonatiger Einnahme.

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Bedeutung fĂĽr die klinische Praxis

Diese Erkenntnisse unterstreichen, warum Rheumatologen und behandelnde Ärzte bei der Verschreibung von Glukokortikoiden das Osteoporoserisiko von Beginn an mitdenken müssen.

Da der Knochenabbau unmittelbar nach Therapiestart einsetzt und nicht erst nach längerer Behandlungsdauer, kommt der frühzeitigen Risikoabschätzung – etwa durch Bestimmung des T-Scores oder durch entsprechende Risikokalkulatoren – eine besondere Bedeutung zu.

Fachleute empfehlen, insbesondere bei Patienten mit rheumatischen Grunderkrankungen und begleitender Kortisontherapie eine engmaschige Überwachung der Knochengesundheit einzuplanen, um Frakturen und deren oft schwerwiegende Folgen möglichst zu vermeiden.

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