Kouloglou-Fall: Pegasus-Spyware traf Untersuchungsausschuss-Mitglied
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 10:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben den Einsatz der israelischen Spähsoftware Pegasus gegen den griechischen Journalisten und EU-Abgeordneten Stelios Kouloglou bestätigt. Die Infektionen ereigneten sich, während Kouloglou im PEGA-Ausschuss saß – jenem Gremium, das genau solche Überwachungstechnologien untersuchen sollte.
Mehrfache Angriffe ohne Klick
Das Citizen Lab dokumentierte drei Infektionen: am 21. Oktober 2022 sowie am 6. und 7. März 2023. Die Angreifer nutzten sogenannte Zero-Click-Exploits – sie benötigten keine Interaktion des Opfers. Technisch griff die Schadsoftware über eine Schwachstelle in einem Heimautomatisierungssystem auf dem iPhone zu.
Kouloglou war damals stellvertretendes Mitglied im PEGA-Ausschuss. Er kündigte rechtliche Schritte gegen die NSO Group an und sprach von „extremer Verantwortungslosigkeit“. Zwar vermutet er die griechische Regierung hinter den Angriffen, doch das Citizen Lab betont: Konkrete Beweise für den Auftraggeber fehlen bislang.
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Gleiche Infrastruktur, neue Opfer
Die Analyse ergab eine brisante Parallele: Für die Angriffe auf Kouloglou nutzten die Täter dieselbe technische Infrastruktur und dieselbe Angreifer-E-Mail wie bei Hacks im Mai 2024. Damals traf es russisch- und belarussischsprachige Journalisten. Das deutet auf einen einzigen Kunden der NSO Group hin, der grenzüberschreitend überwacht.
Der Fall ist der erste bekannte, bei dem ein Mitglied des EU-Untersuchungsausschusses selbst Ziel der untersuchten Software wurde. Hannah Neumann, ebenfalls im PEGA-Ausschuss, forderte die konsequente Umsetzung der Empfehlungen zur Regulierung von Überwachungssoftware.
Schutzmaßnahmen im EU-Parlament
Seit 2022 bietet das Europäische Parlament seinen Abgeordneten regelmäßige Sicherheitschecks auf Spyware an. Der Fall Kouloglou zeigt, wie relevant diese Vorsorge ist. Die NSO Group war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
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Die Enthüllung fällt in eine angespannte Debatte: Während Sicherheitsbehörden auf mehr Befugnisse drängen, warnen Abgeordnete vor einer Wiederbelebung automatisierter Scans privater Kommunikation. Gleichzeitig belegen Berichte des IISS die anhaltende Bedrohung durch physische Spionage – etwa durch Drohnen über NATO-Stützpunkten in den vergangenen zwei Jahren.
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