KPMG rüstet 276.000 Mitarbeiter mit KI-Copilot aus
12.06.2026 - 02:06:47 | boerse-global.de
Führende globale Firmen und Softwareentwickler bringen immer leistungsfähigere KI-Tools auf den Markt – Systeme, die eigenständig komplexe Arbeitsabläufe steuern können.
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KPMG stattet alle 276.000 Mitarbeiter mit KI aus
In einer der größten KI-Implementierungen der Branche überhaupt hat KPMG am 11. Juni 2026 angekündigt, sämtlichen 276.000 Mitarbeitern weltweit Microsoft 365 Copilot zur Verfügung zu stellen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft integriert das Tool in ihre hauseigene Prüfungsplattform KPMG Clara und setzt dabei auf ein Governance-Framework namens Agent 365. Microsoft hatte KPMG zuvor als Vorreiter bei generativer KI ausgezeichnet.
Parallel dazu sicherte sich die Spesenmanagement-Plattform Ramp am selben Tag 750 Millionen Euro Finanzierung. Angeführt von ICONIQ und GIC bewertet die Runde das Unternehmen mit rund 44 Milliarden Euro. Ramp will das Kapital in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur stecken und hat kürzlich „Applied AI Solutions" gestartet – ein Angebot, das spezialisierte Ingenieure bereitstellt, um KI-Agenten in Finanzprozesse wie Beschaffung und Monatsabschluss zu integrieren.
Agentische KI: Der neue Standard in der Prüfung
Das Konzept der „agentischen" KI – bei der Software-Agenten eigenständig berufsspezifische Aufgaben übernehmen – wird zum zentralen Thema für Prüfungs- und Steuerdienstleister. Am 10. Juni 2026 gaben Caseware und die kanadische firma MNP eine Partnerschaft zur Entwicklung firmenspezifischer KI-Agenten für die Wirtschaftsprüfung bekannt. Im Rahmen des „Agentic Pioneer Program" wird MNP die Caseware Cloud Engagement Solutions einführen, um komplexe Prüfungsverfahren zu vereinfachen.
Wolters Kluwer präsentierte ähnliche Innovationen auf der AICPA-ENGAGE-Konferenz am 11. Juni. Das Unternehmen stellte agentische Workflows für seine CCH-Axcess-Plattform vor, die speziell auf die Verarbeitung von Prüfungs- und Steuerdokumenten abzielen. Laut Unternehmensangaben können diese KI-gesteuerten Tools die Bearbeitungszeit für K-1-Steuerformulare um bis zu 91,7 Prozent reduzieren.
Im Bereich der mittelständischen Unternehmen und Kleinbetriebe automatisieren andere Anbieter die Kontenführung und das Workflow-Management. Canopy startete am 9. Juni 2026 die offene Beta seines Close Automation-Moduls. Das System integriert sich in QuickBooks Online und bietet Echtzeit-Datenüberwachung sowie Gesundheitswerte für monatliche Finanzabschlüsse. Ebenfalls am 11. Juni kündigte Soraban sein KI-gestütztes Tool „Prepare" an, das die Erstellung von Arbeitspapieren automatisieren soll. Der Betatest mit einer begrenzten Anzahl von Firmen ist für den Sommer 2026 geplant.
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Steuererklärung: KI erzielt 97 Prozent Genauigkeit
Die Effizienzgewinne durch KI in der Steuersaison wurden durch ein Pilotprogramm zwischen OpenAI und Thrive Holdings eindrucksvoll belegt. Während der US-Steuersaison im Frühjahr 2026 testeten die Partner ein steuerspezifisches KI-System, das rund 7.000 Steuererklärungen verarbeitete. Das System erreichte eine Genauigkeitsrate von 97 Prozent und steigerte den Durchsatz um 50 Prozent – die Bearbeitungszeit pro Erklärung sank um ein Drittel.
Auch spezialisierte Berichts- und Compliance-Tools erhalten KI-Upgrades. Donnelley Financial Solutions (DFIN) führte am 10. Juni KI-gestütztes iXBRL-Tagging für SEC-Einreichungen ein. Das System befindet sich derzeit in einer Pilotphase für bestimmte Einreichungstypen; DFIN erwartet eine breitere Verfügbarkeit in der zweiten Jahreshälfte 2026. Zudem gab Crunchafi am 10. Juni eine Integration mit Thomson Reuters Guided Assurance bekannt, um die Leasing-Buchhaltung innerhalb von Prüfungs-Workflows zu automatisieren – Berichte können direkt in Engagement-Management-Systeme übertragen werden.
Plattformen wachsen rasant – Expansion nach Lateinamerika
Die Verbreitung von KI-Plattformen nimmt in verschiedenen Regionen rasant zu. F&M Co. meldete am 11. Juni, dass seine Plattform GeNNect nur sieben Monate nach dem Start bereits 400 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und 2.000 Konten erreicht hat. Die Plattform bietet Steuerberatern eine sichere Umgebung zur Nutzung verschiedener großer Sprachmodelle unter Einhaltung der Datenschutzgesetze.
Im Vermögensverwaltungssektor startete FINNY am 10. Juni 2026 eine unternehmensorientierte Prospecting-Plattform. Mercer Advisors, das rund 99 Milliarden Euro verwaltet, ist der erste Kunde der Plattform, die KI für die Lead-Verteilung und personalisierte Marketingkampagnen einsetzt. Und die KI-Plattform Marblism gab am 11. Juni bekannt, dass sie in weniger als acht Monaten 40.000 Geschäftskunden gewonnen hat. Nach dem Wachstum in den USA und Großbritannien plant das Unternehmen nun die Expansion seiner KI-Personal-Lösungen nach Lateinamerika.
