Krafttraining bei Angststörungen: Depressionswerte sinken um bis zu 54 Prozent
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.deGezieltes Krafttraining kann depressive Symptome bei Personen mit Angststörungen spürbar verringern. Dies belegt eine im Fachblatt Journal of Affective Disorders veröffentlichte Untersuchung aus Irland, über die Medien im Oktober berichteten.
Die Wissenschaftler untersuchten die Effekte unterschiedlicher Trainingsintensitäten auf die psychische Gesundheit und stellten fest, dass sowohl schwere als auch leichtere Einheiten zu einer deutlichen Besserung des Wohlbefindens führen können.
Deutliche Linderung bei unterschiedlichen Belastungsstufen
An der irischen Forschungsarbeit nahmen rund 50 Frauen teil, bei denen eine diagnostizierte Angststörung vorlag. Die Probandinnen absolvierten Krafttrainingseinheiten mit unterschiedlicher Intensität. Ein hochintensives Training, bei dem mit 70 bis 80 Prozent der individuellen Maximallast gearbeitet wurde, senkte die gemessenen Depressionswerte um 54 Prozent.
Gleichzeitig zeigte sich, dass auch ein niedrigintensives Training mit rund 20 Prozent der Maximallast eine messbare Wirkung entfaltete. In dieser Gruppe reduzierten sich die Depressionswerte um 43 Prozent.
Die Autoren der Studie hielten fest, dass hochintensive Belastungen zwar möglicherweise etwas effektiver seien, jedoch auch geringere Trainingswiderstände klinisch bedeutsame Verbesserungen herbeiführen könnten.
Die Forschenden betonten zugleich, dass körperliches Training nicht als alleinige Therapieform verstanden werden sollte, sondern als ergänzende Maßnahme in Kombination mit einer Psychotherapie oder einer medikamentösen Behandlung eingesetzt werden kann.
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Biologische und psychologische Wirkmechanismen
Zu den Hintergründen dieser Beobachtungen äußerte sich Dr. Nicholas Fabiano von der Universität Ottawa. Er verwies auf körpereigene Botenstoffe wie Myokine, die während der Muskelarbeit freigesetzt werden, sowie auf psychologische Faktoren als entscheidende Wirkmechanismen. Insbesondere die durch ein geregeltes Training geschaffene Struktur und Routine trage wesentlich zur mentalen Stabilisierung bei.
Dass körperliche Aktivität und mentale Verfassung eng verknüpft sind, spiegelt sich auch im allgemeinen Stressempfinden der Bevölkerung wider. Daten der Techniker Krankenkasse aus einer Untersuchung von 2025 zeigten, dass 66 Prozent der Menschen in Deutschland angaben, häufig oder manchmal unter Stress zu leiden. Die Nachfrage nach strukturierter Entlastung und ausgleichenden Routinen nimmt vor diesem Hintergrund kontinuierlich zu.
Balance zwischen Belastung und Regeneration
Während gezielte Belastung die Psyche entlasten kann, erfordert die Trainingspraxis eine ausgewogene Steuerung. Im Kraftsport wird wiederholte Überbelastung ohne ausreichende Erholung als wesentlicher Treiber für emotionale Erschöpfung beschrieben. Zu den typischen Anzeichen einer solchen Überlastung gehören neben sinkender Motivation und Leistung auch Schlafstörungen, Angstzustände und depressive Verstimmungen.
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Zur Vorbeugung und zur Bewältigung hoher Trainingsbelastungen setzen Sportler auf individuell abgestimmte Trainingspläne mit klar definierten Ruhezeiten sowie auf Achtsamkeitstechniken.
Eine bewusste Regulierung der Atmung und das Fokussieren auf den gegenwärtigen Moment sollen helfen, Stress im Alltag und im Trainingsumfeld abzubauen. Die aktuellen Studiendaten aus Irland unterstreichen, dass Krafttraining bei dosiertem Einsatz ein wirksames Werkzeug zur Unterstützung der mentalen Gesundheit darstellen kann.
