Krafttraining, Angst

Krafttraining gegen Angst: Cortisol sinkt 20 bis 30 Minuten nach dem Workout

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regelmäßiges Muskeltraining kann Angstzustände lindern und Schlaf sowie Selbstwertgefühl unterstützen; es ersetzt jedoch keine psychotherapeutische Behandlung.

Krafttraining gegen Angst: Wirkung, Einstieg und Übungen im Überblick
Ordentlich gestapelte Hantelscheiben in einem minimalistischen Fitnessraum in ruhigem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßiges Krafttraining kann maßgeblich dazu beitragen, Angstzustände zu lindern. Körperliche Belastung gegen Widerstände setzt physiologische Prozesse in Gang: Sie stößt die Ausschüttung von Endorphinen an, senkt Stresshormone wie Cortisol und fördert durch die konzentrierte Bewegungsausführung zugleich mentale Achtsamkeit. Neben dem Aufbau von Muskelmasse rückt damit der Nutzen für die psychische Stabilität verstärkt in den Fokus.

Hormonelle Regulation und wissenschaftliche Befunde

Die Auswirkung von Muskelarbeit auf den Hormonhaushalt folgt einem charakteristischen Verlauf. Zwar steigt das Cortisol-Level während der körperlichen Anstrengung zunächst an, sinkt jedoch etwa 20 bis 30 Minuten nach dem Ende der Trainingseinheit wieder ab.

Um diesen Effekt gezielt zu nutzen, empfiehlt sich eine strukturierte Gestaltung des Workouts: Übungen, die große Muskelgruppen ansprechen, sowie Einheiten zu Beginn der Trainingswoche gelten als vorteilhaft. Dagegen kann nächtliches Training das Cortisol-Niveau besonders stark erhöhen.

Als zeitlicher Rahmen für eine cortisolregulierende Einheit gelten fünf bis zehn Minuten Aufwärmen, 45 bis 60 Minuten eigentliches Krafttraining sowie jeweils fünf bis zehn Minuten für das Cool-down und abschließende Entspannungsphasen.

In Österreich untersucht die Forschung das Krafttraining zudem als ergänzende Maßnahme bei depressiven Erkrankungen. In entsprechenden Untersuchungen, darunter randomisierte kontrollierte Studien, erfassen Wissenschaftler depressive Symptome über standardisierte Skalen und analysieren physiologische Marker wie Cortisol und Entzündungsfaktoren.

Anzeige

Krafttraining wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern ist auch ein entscheidendes Werkzeug, um den natürlichen Abbau von Muskelmasse im Alter zu stoppen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt Ihnen sechs effektive Übungen vor, mit denen Sie Ihre Kraft und Vitalität ganz ohne Fitnessstudio erhalten können. 6 Krafttrainings-Übungen kostenlos als PDF sichern

Neben der Endorphinausschüttung beeinflusst das Training auch Schlafqualität, Selbstwertgefühl und kognitive Funktionen positiv. Fachleute betonen jedoch, dass Krafttraining als Begleitmaßnahme zu verstehen ist und eine Psychotherapie oder medikamentöse Behandlungen nicht ersetzt. Vor dem Beginn empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung sowie professionelle Anleitung.

Sinnvoller Einstieg und Vermeidung von Überlastung

Für Einsteiger bieten sich zwei bis drei Einheiten pro Woche mit leichten Gewichten an, wobei jeweils mindestens ein Ruhetag zwischen den Trainingstagen liegen sollte. Der Einstieg gelingt dabei bereits mit dem eigenen Körpergewicht über Grundübungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze und Planks. Im Vordergrund steht zunächst die saubere Bewegungsausführung, bevor Wiederholungszahlen, Sätze oder Gewichte langsam gesteigert werden.

Wichtig bleibt der Schutz vor Übertraining. Warnsignale des Körpers sind anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen oder erhöhte Reizbarkeit. Trainierende sollten auf Schmerzen achten sowie eine ausreichende Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr sicherstellen.

Effektivität von Körpergewichtsübungen und alternativen Methoden

Körpergewichtstraining erfordert keine Geräte und lässt sich flexibel durchführen. Eine Übersichtsarbeit von Nuzzo und Kollegen zeigt, dass das eigene Körpergewicht als wirksamer Widerstand dienen kann.

Anzeige

Wer im Alltag von den positiven Effekten des Trainings profitieren möchte, ohne viel Zeit zu investieren, kann auf spezielle Kurzprogramme zurückgreifen. Ein renommierter Experte zeigt in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie bereits mit 3 Minuten täglichem Aufwand Ihre Muskeln stärken und Beschwerden effektiv vorbeugen. 17 kostenlose Wunderübungen jetzt herunterladen

Bereits kleine Trainingsumfänge verbessern demnach die Muskelkraft, was sich insbesondere bei Personen ohne bisherige Krafttrainingserfahrung bemerkbar macht. Eine typische Routine kann aus drei Sätzen mit jeweils 10 bis 15 Liegestützen, 15 bis 20 Kniebeugen, 30 bis 60 Sekunden Plank sowie 10 bis 12 Ausfallschritten pro Bein bestehen.

Zu weiteren Übungen zählen Klimmzüge, Rudern mit dem Handtuch, Hampelmänner und Mountain Climbers. Das Training stärkt Muskulatur und Skelett, verbessert die Haltung und fördert sowohl Stoffwechsel als auch kardiovaskuläre und mentale Gesundheit.

Fachgesellschaften wie das American College of Sports Medicine empfehlen muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche. Dabei gilt die regelmäßige Durchführung als wichtiger als ein komplizierter Plan.

Für das Training zu Hause ohne Hanteln eignen sich Zirkel aus Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritten, Liegestützen, Gesäßbrücke, Plank, Mountain Climbers, Superman und Trizeps-Dips, ausgeführt in Intervallen von 30 bis 45 Sekunden mit 15 bis 30 Sekunden Pause über ein bis drei Runden.

Als gelenkschonende Ergänzung gilt zudem Pilates Fusion, das klassisches Pilates mit Yoga und funktionellem Krafttraining verbindet. Mit zwei bis drei Einheiten pro Woche trainiert die Methode tiefe Rumpfmuskeln wie den queren und die schrägen Bauchmuskeln, die Rückenmuskulatur und den Beckenboden. Dies verbessert die Körperwahrnehmung und kann helfen, Stress abzubauen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70242516 |