Krafttraining, Eiweiß

Krafttraining und Eiweiß: Schutzfaktor gegen Demenz im Alter

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Viele Proteinprodukte sind laut Experten überflüssig. Nur für Senioren und bei Krafttraining sind sie sinnvoll.

Protein-Boom im Supermarkt: Was wirklich dahinter steckt
Ein Glas Wasser und eine Schale proteinreicher Lebensmittel auf einer Küchenarbeitsplatte, die die Themen Hydration und Ernährung hervorheben. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für proteinangereicherte Lebensmittel boomt – doch zwischen Verbrauchertrends und tatsächlichem Bedarf klafft oft eine Lücke. Aktuelle Daten zeigen: Viele Produkte sind überflüssig.

Protein-Wahn im Supermarkt

Instantkaffee mit Protein-Etikett? Der Absatz stieg um 427 Prozent. Harzer Käse heißt plötzlich „Quäse Protein“ – obwohl sich an der Rezeptur nichts änderte. Und Skyr-Joghurt? Wegen der hohen Nachfrage gab es zeitweise Lieferengpässe.

Die Zahlen von Nielsen IQ belegen einen klaren Trend: Verbraucher reagieren stark auf Protein-Kennzeichnungen. Doch was steckt wirklich dahinter?

Was Experten dazu sagen

Eine Ernährungswissenschaftlerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht den Hype kritisch. „Für die Mehrheit der Bevölkerung sind High-Protein-Produkte überflüssig“, sagt sie. Der Bedarf werde durch die normale Ernährung gedeckt.

Allerdings zeigen Studien auch Vorteile: Eine Proteinanreicherung kann die tägliche Energieaufnahme um etwa 200 Kilokalorien reduzieren, ergab eine Untersuchung von Kevin Hall.

Proteine im Alter – ein echter Gamechanger?

Anders sieht es bei älteren Menschen aus. Ein Sportmediziner der Universität Wien betont: Krafttraining plus ausreichend Eiweiß können einen wichtigen Schutzfaktor gegen Demenz darstellen. Die Lancet-Kommission schätzt, dass bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen durch den Lebensstil vermeidbar wären.

Für Senioren wird eine Zufuhr von etwa einem Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag empfohlen. Eine aktuelle Studie mit 126 Probanden zwischen 65 und 85 Jahren untersucht nun, ob die Kombination aus Krafttraining und L-Serin-Supplementierung zusätzliche Vorteile bringt.

Vorsicht bei Kollagen und Co.

Kollagenpulver im Kaffee? Die Verbraucherzentrale Bayern winkt ab. „Es gibt keine überzeugenden Belege für eine Verbesserung des Hautbildes“, erklärt eine Ernährungswissenschaftlerin. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat hierfür bislang keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.

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Krafttraining und ausreichend Eiweiß können laut Experten einen wichtigen Schutzfaktor gegen Demenz darstellen – bis zu 45 Prozent der Erkrankungen wären durch Lebensstil vermeidbar. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Übungen und alltäglichen Lebensmitteln Ihre Muskeln und Ihr Gehirn stärken. Kostenlosen Ratgeber jetzt anfordern

Jeder Vierte trinkt zu wenig

Neben der Proteinzufuhr bleibt die ausreichende Flüssigkeitsversorgung eine zentrale Herausforderung. Daten aus Österreich zeigen: Etwa jeder vierte Bürger trinkt zu wenig. Der durchschnittliche Bedarf liegt bei 2,4 Litern täglich – die tatsächliche Aufnahme beträgt nur 2,1 Liter.

Obwohl sich 72 Prozent der Befragten für ausreichend versorgt halten, besteht eine reale Versorgungslücke. Das bevorzugte Getränk der Österreicher? Leitungswasser.

Hitzeperioden werden zur Gefahr

Die Dringlichkeit einer stabilen Hydration zeigt sich besonders bei klimatischen Extremen. Berichte aus der Schweiz belegen eine überdurchschnittlich hohe Sterblichkeit bei Menschen über 65 Jahren während Hitzeperioden.

Interessant: Auch die äußere Kühlung spielt eine Rolle. Aktives Schwimmen reguliert die Körpertemperatur effektiver als passives Verweilen im Wasser, da die Bewegung die Isolationsschicht der Haut durchbricht und die Durchblutung fördert.

Wenn Lebensmittelqualität den Stoffwechsel beeinflusst

Die EPIC-Studie mit 15.200 Teilnehmern identifizierte eine charakteristische „Fettsignatur“ im Blut von Personen, die viele hochverarbeitete Lebensmittel konsumieren. Die Werte zeigen: niedrigere Omega-3-Werte (DHA), höhere Anteile an Transfetten und gesättigten Fettsäuren.

Studienautorin Blanco-López empfiehlt eine schrittweise Umstellung auf Vollwertkost. Die Forschung von Kevin Hall untermauert dies: Der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel führt zu einer zusätzlichen Aufnahme von 500 Kilokalorien pro Tag.

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Viele Senioren trinken zu wenig – jeder Vierte erreicht die empfohlene Menge nicht. Dabei ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr essenziell für Konzentration und Gesundheit, besonders an heißen Tagen. Unser Ratgeber enthält ein einfaches Trinkprotokoll, das Ihnen hilft, Ihren Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten. Trinkprotokoll im Ratgeber sichern

Fettleber adé?

Bei der Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber (MASLD) empfehlen Fachleute ein moderates Kaloriendefizit, mediterrane Ernährung – und vor allem den Verzicht auf Fruchtzucker aus Säften und Smoothies. Bereits ein Gewichtsverlust von 5 Prozent kann den Fettgehalt der Leber messbar senken.

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