Krafttraining: Zwei Stunden pro Woche senken Herzinfarktrisiko um 44%
01.07.2026 - 05:31:18 | boerse-global.de
Das belegen mehrere aktuelle Studien, die Ende Juni veröffentlicht wurden. Dabei kommt es nicht nur auf die Trainingszeit an â auch die QualitĂ€t der Muskulatur spielt eine entscheidende Rolle.
Frauen profitieren besonders
Eine groĂangelegte Untersuchung im Journal of the American College of Cardiology vom 30. Juni zeigt: Frauen, die mindestens zwei Stunden pro Woche Krafttraining machen, senken ihr Herzinfarktrisiko um 44 Prozent. Das Risiko fĂŒr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt sinkt um 20 Prozent.
Die Forscher werteten Daten von 117.025 Frauen aus der Nursesâ Health Study ĂŒber 14,5 Jahre aus. Jede zusĂ€tzliche Trainingsstunde pro Woche reduziert das Herzinfarktrisiko um weitere 14 Prozent, das allgemeine Risiko um 5 Prozent. Einen signifikanten Zusammenhang mit SchlaganfĂ€llen fanden die Wissenschaftler nicht. Am effektivsten: die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining.
Nicht die GröĂe zĂ€hlt, sondern die Dichte
Die Beschaffenheit der Muskulatur rĂŒckt zunehmend in den Fokus. Eine am 30. Juni in Radiology veröffentlichte Studie der University of Edinburgh untersuchte 1.722 Personen mittels CCTA-Scans. Eine KI-Analyse zeigte: Hohe MuskelqualitĂ€t in Brust und RĂŒcken â erkennbar an der Helligkeit und Dichte im Scan â senkt das Infarktrisiko deutlich.
Steigt die Muskeldichte um 10 Punkte, sinkt das Herzinfarktrisiko um 31 Prozent. Die Sterblichkeit innerhalb von zehn Jahren fĂ€llt um 39 Prozent. Entscheidend ist dabei nicht die reine MuskelgröĂe, sondern ein geringer Fettanteil im Muskelgewebe.
Muskelkraft als Marker fĂŒr gesundes Altern
Wer sein Herzinfarktrisiko senken und gleichzeitig Muskeln erhalten will, findet in diesem kostenlosen Report den passenden 2-Stunden-Krafttrainingsplan â plus Balance-Ăbungen fĂŒr mehr Sicherheit im Alltag. Jetzt kostenlosen Trainingsplan sichern
Die Womenâs Health Initiative bestĂ€tigt diesen Trend fĂŒr Ă€ltere Frauen. Bei 5.472 Teilnehmerinnen (Durchschnittsalter: 78,7 Jahre) zeigte sich: Höhere Griffkraft und bessere Leistung beim Aufstehen vom Stuhl hĂ€ngen direkt mit einer niedrigeren Sterblichkeit zusammen.
Pro Standardabweichung höherer Griffkraft sank die Sterblichkeit um 12 Prozent. Dieser Effekt trat unabhĂ€ngig von sonstiger körperlicher AktivitĂ€t oder Sitzzeit auf. Experten werten Muskelkraft daher als eigenstĂ€ndigen, verlĂ€sslichen Marker fĂŒr gesundes Altern.
Auch fĂŒr MĂ€nner und junge Menschen relevant
Eine Studie aus Uppsala, veröffentlicht am 29. Juni in Circulation, belegt: Gute kardiovaskulĂ€re Fitness bei jungen MĂ€nnern senkt die Wahrscheinlichkeit spĂ€terer Herz-Kreislauf-Ereignisse. Zwar beobachteten die Forscher ein leicht erhöhtes Risiko fĂŒr Vorhofflimmern â die positiven Gesamteffekte ĂŒberwiegen jedoch deutlich.
Um Fitness breiter messbar zu machen, stellten die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Sportmedizin und PrĂ€vention, der DOSB und das Bundesgesundheitsministerium im Juni den 60-Stufen-Test vor. Der 90-minĂŒtige Test misst Ausdauer, Kraft und FlexibilitĂ€t. Er wird an ĂŒber 200 Kliniken und Trainingszentren angeboten und soll bis 2027 verstĂ€rkt in Schulen und Senioreneinrichtungen eingesetzt werden.
PrÀvention wird immer wichtiger
Besonders wer abnimmt, verliert oft wertvolle Muskeln â der Sarkopenie-Effekt droht. Dieser Report zeigt, wie Sie mit gezieltem Krafttraining und der richtigen ErnĂ€hrung Muskelverlust auf 14,6 % begrenzen â statt 30,2 %. Muskelerhalt-Strategie jetzt herunterladen
Daten aus Nature Medicine mit ĂŒber 160.000 Teilnehmern deuten darauf hin: Nach 1990 Geborene zeigen Anzeichen beschleunigter biologischer Alterung. Bewegungsmangel und ungesunde ErnĂ€hrung gelten als mögliche Ursachen fĂŒr vermehrte Krebserkrankungen wie Darm- oder Lungenkrebs.
Eine Ăbersichtsarbeit der UniversitĂ€t Kopenhagen in Lancet Diabetes & Endocrinology (Juli 2026) ergĂ€nzt: Bei Adipositas ĂŒberwiegen die Vorteile einer Gewichtsreduktion â selbst bei wiederholtem Jo-Jo-Effekt â die Risiken. Die Verbesserung der Stoffwechselwerte und der Herz-Kreislauf-Gesundheit hat Vorrang vor der Sorge um Gewichtsschwankungen.
