Krafttraining: Zwei Stunden pro Woche senken Herzinfarktrisiko um 44%
Veröffentlicht: 02.07.2026 um 20:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch Forscher und Fitnessexperten fordern nun ein Umdenken. Die Erhaltung der Knochendichte und allgemeinen VitalitÀt erfordert intensivere Impulse.
Besonders Frauen ĂŒber 50 tragen ein signifikantes Risiko: Statistisch erleidet jede zweite Frau in dieser Altersgruppe eine osteoporosebedingte Fraktur. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Training lĂ€sst sich gegensteuern.
Krafttraining als zentraler Faktor fĂŒr Knochendichte
Um die Knochenstruktur nachhaltig zu stÀrken, sind spezifische Kraft- und Sprungreize unerlÀsslich. Personal Trainerin Caroline Idiens empfiehlt ein kurzes, aber intensives Training.
Ihr Vorschlag: ein fĂŒnfminĂŒtiges Workout mit Kniebeugen, Ausfallschritten, LiegestĂŒtzen sowie dynamischen Bewegungen wie Skaters und Mountain Climbers. Ideal dreimal pro Woche â mit 45 Sekunden Belastung und 15 Sekunden Pause pro Ăbung.
Die positiven Effekte beschrĂ€nken sich nicht auf das Skelett. Eine im Juni 2026 im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichte Langzeitstudie mit ĂŒber 117.000 Teilnehmerinnen belegt: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko fĂŒr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent. Das Herzinfarktrisiko sinkt sogar um 44 Prozent. Jede weitere Stunde reduziert das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re VorfĂ€lle um zusĂ€tzliche fĂŒnf Prozent.
Proteinbedarf und ErnÀhrung im Fokus der Forschung
Parallel zum Training rĂŒckt die ErnĂ€hrung in den Mittelpunkt der AltersprĂ€vention. Eine Studie der UniversitĂ€t Cambridge, veröffentlicht am 17. Juni 2026 in Frontiers in Nutrition, deutet darauf hin: Die bisherigen Empfehlungen zur Proteinzufuhr sind möglicherweise zu niedrig angesetzt.
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Studienleiter Chris Macdonald erlĂ€utert, dass fĂŒr effektives Krafttraining eine Zufuhr von 0,6 bis 1,6 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht pro Tag sinnvoll sei. Besonders bei Ă€lteren Menschen könne eine Verdopplung der Mindestmenge das Sturzrisiko um 60 Prozent und das Frakturrisiko um 80 Prozent senken. Der Grund: Sie wirkt dem altersbedingten Muskelabbau (Sarkopenie) entgegen.
Gleichzeitig wird der Nutzen klassischer Supplemente kritisch hinterfragt. Eine kanadische Arbeitsgruppe veröffentlichte am 30. Juni 2026 im British Medical Journal Ergebnisse, wonach die zusĂ€tzliche Einnahme von Kalzium und Vitamin D bei den meisten Ă€lteren Menschen keinen klinisch bedeutsamen Nutzen bei der PrĂ€vention von StĂŒrzen und KnochenbrĂŒchen bietet. Das ist besonders relevant, da jĂ€hrlich fast ein Drittel der ĂŒber 65-JĂ€hrigen stĂŒrzt.
ErgĂ€nzend zeigte eine Untersuchung der Newcastle University: Bei ĂŒber 65-JĂ€hrigen bleibt die Eigenproduktion von Vitamin D selbst im Sommer oft unzureichend. Diese Altersgruppe synthetisiert im Vergleich zu jĂŒngeren Menschen nur etwa 25 Prozent des Vitamins.
Neue Richtlinien fĂŒr Diagnostik und Fitness-Checks
Im Bereich der medizinischen Versorgung wurden zum 1. Juli 2026 neue Empfehlungen des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) wirksam. FĂŒr Frauen ab 50 Jahren mit postmenopausaler Osteoporose wird nun eine jĂ€hrliche Knochendichtemessung empfohlen.
Grundlage ist unter anderem eine Langzeitstudie mit 12.000 Frauen. Sie belegt: RegelmĂ€Ăige Kontrollen in Verbindung mit Analyse-Tools wie dem FRAX-Verfahren senken das Frakturrisiko um 25 Prozent. Ein Pilotprojekt in vier Regionen soll bis 2027 weitere Ergebnisse liefern.
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Zur besseren EinschĂ€tzung der körperlichen LeistungsfĂ€higkeit stellten die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Sportmedizin und PrĂ€vention (DGSP), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesgesundheitsministerium im Juni 2026 den sogenannten 60-Stufen-Test vor. Dieser 90-minĂŒtige Test misst Ausdauer, Kraft und FlexibilitĂ€t und wird in ĂŒber 200 Einrichtungen angeboten.
Er ist sowohl fĂŒr Athleten als auch fĂŒr die Allgemeinbevölkerung konzipiert. Bis 2027 soll er verstĂ€rkt in Schulen und Senioreneinrichtungen zum Einsatz kommen â mit dem Ziel, frĂŒhzeitig gegen körperliche Defizite gegensteuern zu können.
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