Krankenfahrdienste, NRW

Krankenfahrdienste in NRW: DRK Bielefeld setzt Entlassungsfahrten aus

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere Kosten verschärfen den Streit um Fahrdienstvergütungen; lebensnotwendige Behandlungsfahrten sollen laut Verband weitergehen.

NRW-Fahrdienste unter Kostendruck: DRK Bielefeld setzt Entlassungsfahrten aus
Eine leere, nasse Vorstadtstraße unter einem bewölkten Himmel in Nordrhein-Westfalen. Illustration mit AI erstellt.

Steigende Spritpreise, gestiegene Betriebskosten und der Mindestlohn setzen Kranken- und Behindertenfahrdienste in Nordrhein-Westfalen unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Der NRW-Verband der Kranken- und Behindertenfahrdienste hat seinen rund 160 Mitgliedsunternehmen empfohlen, nicht kostendeckende Fahrten einzuschränken oder ganz einzustellen. Das geht aus einem Bericht von tagesschau.de hervor.

Welche Fahrten betroffen sind

Nach Angaben des Verbands sollen vor allem Krankenhausentlassungen sowie kurzfristige, nicht planbare Fahrten von den Einschränkungen betroffen sein. Lebensnotwendige Serienfahrten – etwa zu Dialyse, Chemotherapie und Strahlentherapie – sollen dagegen weiterlaufen.

Die Unterscheidung zeigt, dass der Verband versucht, akut lebenswichtige Behandlungen von der Protestmaßnahme auszunehmen, gleichzeitig aber ein deutliches Zeichen in Richtung der Kostenträger setzen will.

Wie stark die Kostenbelastung einzelne Betriebe trifft, verdeutlicht das Beispiel eines NRW-Fahrdienstunternehmers, der seine zusätzlichen Kraftstoffkosten seit Februar 2026 auf 20.000 Euro beziffert. Solche Summen lassen sich laut dem Verband bei bestehenden Vergütungssätzen kaum noch auffangen.

Krankenkassen weisen Forderungen zurück

Die Krankenkassen bestreiten die Darstellung der Fahrdienste. Sie verweisen auf bestehende Verträge und sagen zu, im Bedarfsfall alternative Transporte ohne Eigenkosten für die Patienten zu organisieren. Damit stehen sich zwei gegensätzliche Positionen gegenüber: Auf der einen Seite die Fahrdienstunternehmen, die eine strukturelle Unterfinanzierung beklagen, auf der anderen Seite die Kassen, die die bestehenden Vergütungsregelungen für ausreichend halten.

Fahrstreik beim DRK Bielefeld

Konkret sichtbar wurde der Konflikt beim Deutschen Roten Kreuz in Bielefeld. Der Ortsverband setzt unwirtschaftliche Krankenfahrten aus und hat einen Fahrstreik bei Krankenhausentlassungen gestartet, wie nw.de berichtete.

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Nach diesen Angaben sollen einige Fahrten in den folgenden zwei Tagen ausfallen. Die betroffenen Unternehmer befürchten Insolvenzen, sollte sich an der Vergütungssituation nichts ändern. Der Streit zwischen Krankenkassen und Fahrdiensten gilt als verhärtet.

Das DRK Bielefeld beteiligt sich damit an einem branchenweiten Protest gegen aus seiner Sicht wirtschaftlich nicht tragfähige Vergütungen. Der Fahrstreik betrifft weiterhin vor allem Krankenhausentlassungen, während der grundsätzliche Konflikt mit den Krankenkassen laut weiteren Berichten von nw.de anhält.

Forderung nach höherer Vergütung

Der NRW-Verband der Kranken- und Behindertenfahrdienste fordert eine höhere Vergütung für Krankenfahrten. Die Krankenkassen sehen sich dafür jedoch nicht zuständig. Der Streit hat spürbare Folgen für Patienten, insbesondere für jene, die auf kurzfristig organisierte Transporte nach einer Krankenhausentlassung angewiesen sind.

Bedeutung für Betroffene

Für Patientinnen und Patienten bedeutet die aktuelle Situation vor allem Unsicherheit bei nicht planbaren Fahrten. Wer aus dem Krankenhaus entlassen wird und auf einen Fahrdienst angewiesen ist, könnte künftig auf die von den Kassen zugesagten alternativen Transportlösungen verwiesen werden.

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Ob diese Alternativen in der Praxis flächendeckend und zeitnah verfügbar sind, bleibt nach den vorliegenden Berichten offen. Lebensnotwendige Serienfahrten zu Dialyse, Chemotherapie und Strahlentherapie sollen von den Einschränkungen zumindest nach den Ankündigungen des Verbands nicht betroffen sein.

Der Konflikt macht deutlich, wie eng die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Fahrdienstunternehmen mit der Versorgungssicherheit chronisch kranker und mobilitätseingeschränkter Menschen verknüpft ist. Solange sich Verband und Krankenkassen nicht auf eine angepasste Vergütung einigen, dürfte der Druck auf beiden Seiten bestehen bleiben.

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