Kratom-Tee: 22-JĂ€hriger erleidet Herzstillstand und braucht Herzschrittmacher
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 09:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Kratom rĂŒcken verstĂ€rkt in den Fokus der medizinischen Forschung. Anlass bietet ein klinischer Fallbericht aus Ăsterreich, der erstmals einen akuten Herzstillstand im direkten Zusammenhang mit dem Konsum von Kratom-Tee bei einem jungen, zuvor gesunden Patienten dokumentiert. Der Fall verdeutlicht die potenziell lebensbedrohlichen Nebenwirkungen der pflanzlichen Substanz, die international zunehmend verbreitet ist.
Medizinischer Verlauf und klinische Intervention
Ein 22-jÀhriger Mann erlitt nach der Einnahme von Kratom-Tee einen akuten Herzstillstand. Trotz einer erfolgreichen ersten Reanimation kam es im weiteren Behandlungsverlauf zu einem erneuten Stillstand der Herzfunktion. Die medizinischen Untersuchungen ergaben eine stark verlangsamte Herzfrequenz von lediglich 25 bis 30 SchlÀgen pro Minute.
Um die Herzfunktion dauerhaft zu stabilisieren, war die Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich. Der Patient konnte das Krankenhaus nach einem zweiwöchigen Aufenthalt verlassen. Laut dem medizinischen Bericht blieben keine dauerhaften FolgeschĂ€den zurĂŒck. Jonas Dunz von der Innsbrucker UniversitĂ€tsklinik fĂŒr AnĂ€sthesie und Intensivmedizin veröffentlichte die Details zu diesem Vorfall in der Wiener klinischen Wochenschrift.
Analytische Einordnung der Wirkstoffkonzentration
Ein wesentlicher Aspekt des Falls ist die gemessene Konzentration des Hauptwirkstoffs Mitragynin im Körper des Betroffenen. Die Laboranalyse wies einen Wert von 500 Mikrogramm pro Liter Blutplasma aus.
Diese Zahl gewinnt vor allem im internationalen Vergleich an Bedeutung: Eine umfassende Analyse von weltweit 156 TodesfĂ€llen, die mit Kratom-Konsum in Verbindung gebracht wurden, ergab einen mittleren Mitragynin-Wert von 398 Mikrogramm pro Liter. Der im österreichischen Fall gemessene Wert lag somit deutlich ĂŒber dem Durchschnitt dieser letalen FĂ€lle.
Ein 22-jĂ€hriger, zuvor gesunder Mann erlitt nach dem Trinken von Kratom-Tee einen akuten Herzstillstand â und brauchte anschlieĂend einen Herzschrittmacher. Sein Mitragynin-Wert lag deutlich ĂŒber dem Mittelwert von 156 dokumentierten TodesfĂ€llen. Wer pflanzliche Tees oder KrĂ€uterzusĂ€tze konsumiert, sollte die Warnsignale kennen. Kostenlosen Ratgeber zu Herzrisiken jetzt anfordern
Statistische Entwicklung und internationale Risikobewertung
Die Beobachtungen aus Ăsterreich decken sich mit Trends in anderen Regionen, insbesondere in den USA. Dort hat sich die Zahl der registrierten VergiftungsfĂ€lle im Zusammenhang mit Kratom zwischen den Jahren 2015 und 2025 verzwölffacht. Mit 3.434 dokumentierten FĂ€llen im Jahr 2025 wurde ein vorlĂ€ufiger Höchststand erreicht. Innerhalb dieses Zehnjahreszeitraums wurden in den USA insgesamt 233 TodesfĂ€lle verzeichnet.
Trotz dieser Risiken wird die Zahl der erwachsenen Konsumenten in den USA auf jĂ€hrlich rund zwei Millionen Personen geschĂ€tzt. In Europa wird die Substanz ebenfalls beobachtet; deutsche Behörden sprachen bereits Warnungen bezĂŒglich der medizinischen Anwendung von Kratom aus.
Wissenschaftlicher Hintergrund der Publikation
Der Fallbericht dient der Fachwelt als Referenz fĂŒr die kardiologischen Risiken der Substanz. Die Veröffentlichung durch die Experten der Innsbrucker UniversitĂ€tsklinik unterstreicht die Notwendigkeit einer genaueren Untersuchung der physiologischen Auswirkungen von Mitragynin.
Langsamer Puls, Schwindel, Erschöpfung â viele Konsumenten pflanzlicher Substanzen schieben solche Signale auf Stress. Der österreichische Fall zeigt, wie schnell daraus ein Herzstillstand werden kann. Mit dem richtigen Notfallplan und klaren Warnzeichen handeln Sie in den entscheidenden Minuten richtig. Notfallplan Herzstillstand jetzt herunterladen
Da es sich um den ersten dokumentierten Fall eines Herzstillstands durch Kratom in Ăsterreich handelt, liefert die Publikation wichtige Daten fĂŒr die kĂŒnftige toxikologische und notfallmedizinische Einordnung des Stoffes.
