Krebs, FĂ€lle

Krebs: 40 Prozent aller FÀlle sind durch PrÀvention vermeidbar

16.06.2026 - 09:33:29 | boerse-global.de

Der Onkologie-Gipfel in Berlin zeigt Fortschritte bei personalisierten Therapien, neuen Wirkstoffen und der Vision Zero fĂŒr vermeidbare KrebstodesfĂ€lle.

Krebsforschung 2026: Neue Therapien und PrÀventionsstrategien im Fokus
Krebs - Ein Wissenschaftler in einem modernen Labor, der leuchtende Krebszellen auf einem Bildschirm betrachtet und von ForschungsgerĂ€ten umgeben ist. 16.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

JĂ€hrlich 518.000 Neuerkrankungen, 230.000 TodesfĂ€lle – die Zahlen sind alarmierend. Doch die Onkologie erlebt einen tiefgreifenden Wandel.

Im Fokus stehen PrĂ€vention, frĂŒhzeitige Erkennung und personalisierte Therapien. Das Ziel der „Vision Zero“: vermeidbare KrebstodesfĂ€lle auf null reduzieren.

Anzeige

Ein gesunder Lebensstil ist die beste Vorsorge gegen viele Zivilisationskrankheiten. Wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause Ihre Muskulatur stĂ€rken und Ihre VitalitĂ€t nachhaltig fördern, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. 6 Übungen fĂŒr mehr Energie und Gesundheit jetzt kostenlos sichern

PrÀvention rettet Leben

Rund 40 Prozent aller KrebsfĂ€lle gelten als vermeidbar. Das betonten Fachleute Mitte Juni auf dem 7. Vision Zero Summit in Berlin. Die konsequente Nutzung von Vorsorgemöglichkeiten und ein gesĂŒnderer Lebensstil könnten die Sterblichkeitsraten deutlich senken.

Ein Beispiel: die Darmkrebsvorsorge. SchĂ€tzungen zufolge ließen sich damit jĂ€hrlich etwa 7.000 Lebensjahre retten.

FĂŒr ihr Engagement erhielt die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF) den mit 10.000 Euro dotierten Vision Zero Award. Das Projekt klĂ€rt in Schulen ĂŒber Humane Papillomviren (HPV) auf – und will Krebserkrankungen bereits im Jugendalter verhindern.

Studien aus dem Mai 2026 zeigen zudem: Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel wirken sich schon bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren langfristig aus. FrĂŒhe PrĂ€vention wird damit noch wichtiger.

Anzeige

Bewegungsmangel zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten vermeidbaren Risikofaktoren fĂŒr unsere langfristige Gesundheit. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen 17 einfache Übungen, die in nur 3 Minuten tĂ€glich Beschwerden vorbeugen und Ihre allgemeine Fitness verbessern. Kostenlosen 3-Minuten-Ratgeber hier herunterladen

Neue Wirkstoffe gegen schwere Tumore

Die pharmazeutische Forschung macht Fortschritte. Anfang Juni wurden auf einem internationalen Kongress Daten zum Wirkstoff Daraxonrasib vorgestellt. Er bremst gezielt die RAS-Mutation – einen wesentlichen Wachstumstreiber fĂŒr Tumore.

Bei Patienten mit metastasiertem BauchspeicheldrĂŒsenkrebs stieg die durchschnittliche Überlebenszeit auf 13 Monate. Bisher lag sie hĂ€ufig unter einem Jahr.

Ein weiterer Schwerpunkt: personalisierte Therapien. StaatssekretĂ€r Georg Kippels spricht von einer „enormen Dynamik“ bei Impfstoffen, Gentherapien und dem Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz.

Auch die Zelltherapie liefert vielversprechende Ergebnisse. Mitte Juni wurden Daten zum Wirkstoff LB2501 bekannt: Bei Patienten mit rezidiviertem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom zeigte er eine Ansprechrate von 100 Prozent – ohne dosislimitierende ToxizitĂ€ten.

Licht und Proteine gegen Krebs

Die Grundlagenforschung entwickelt neue Mechanismen, um Tumorzellen zu knacken. Forscher der ETH ZĂŒrich schaffen es, Glukokortikoid-Rezeptoren in Krebszellen per Licht gezielt abzubauen. So werden die Zellen aus ihrem Ruhezustand geholt – und anfĂ€lliger fĂŒr Therapien. Das umliegende gesunde Gewebe bleibt geschont.

Parallel dazu identifizierte eine Studie des UKSH LĂŒbeck das Protein PARP-1 als mögliches Ziel bei Gallengangskrebs. Eine gezielte Hemmung reduzierte in prĂ€klinischen Modellen das Tumorwachstum.

BĂŒrokratie bremst Fortschritt

Trotz der Erfolge mahnen Mediziner wie Prof. Michael Hallek strukturelle Verbesserungen an. Um Forschungsergebnisse schneller in die Praxis zu bringen, brauche es weniger BĂŒrokratie und bessere Rahmenbedingungen fĂŒr klinische Studien.

Ein weiterer Aspekt: der Erhalt der LebensqualitĂ€t. In Innsbruck wurde zwischen 2025 und 2026 erstmals in Österreich Eierstockgewebe bei MĂ€dchen unter zehn Jahren kryokonserviert – um ihre Fruchtbarkeit nach der Krebsbehandlung zu sichern. Rund 80 Prozent der krebskranken Kinder ĂŒberleben heute. Solche Maßnahmen gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.

FĂŒr den 17. Juni ist ein direkter Austausch zwischen Patienten und fĂŒhrenden Onkologen geplant. Themen sind unter anderem Immuntherapie, Psychoonkologie und spezifische Tumorarten.

de | wissenschaft | 69550792 |